Was war eigentlich geschehen? Vettel hatte am Sonntag in Sepang seinem Red-Bull-Teamkollegen Webber durch ein höchst riskantes Manöver den Sieg weggeschnappt – entgegen einer entsprechenden Stallorder. Der Formel 1 dürfte das Spektakel aber ganz recht sein, hatte man doch die Aufmerksamkeit, die man sich wünscht. Vettel war hingegen danach geknickt, sah seinen Fehler ein.
Doch damit dürfte es eben noch nicht erledigt sein. Horner verlangt von Vettel eine weitere Erklärung für den Verstoß gegen die Ansprache per Funk. "Sebastian weiß, dass es falsch war. Er hat sich entschuldigt, aber wir werden uns hinsetzen und darüber reden", sagte der Brite nach der Kontroverse im zweiten Saisonrennen. "Er hat sich entschieden, das zu hören, was er hören will", erklärte Horner.
Dennoch sollen sich die Rivalen doch noch die Hand gegeben haben. "Bei der üblichen Nachbesprechung des Rennens gab es ein Handshake zwischen den Piloten. Damit ist die Sache für uns erst einmal erledigt", sagte Motorsportdirektor Helmut Marko gegenüber dem Fernsehsender ServusTV.
Dass sich die beiden Kontrahenten nicht leiden können, ist kein Geheimnis. Die Gräben sind mittlerweile aber so tief, dass sie wohl kaum mehr zu überwinden sind. Nun sind weitere unschöne Bilder aufgetaucht. In Malaysia hielt sich Webber mit Aussagen noch weitestgehend zurück, im Rennen wurde er zuvor allerdings mit einer Geste eindeutig. Wie Bilder der Fernsehkamera am Red Bull des Australiers zeigen, reckte dieser Vettel nach dem Überholvorgang den Mittelfinger entgegen. Allerdings war der Heppenheimer zu diesem Zeitpunkt bereits enteilt und dürfte die Geste kaum im Rückspiegel gesehen haben.
Boris Becker fand es hingegen überhaupt nicht schlimm, was er da am Sonntag zu sehen bekam. "Habe gerade die Highlights vom Malaysian Grand Prix gesehen. Vettel hat getan, was ein dreimaliger Champion tun muss... die Sache selbst in die Hand nehmen", twitterte der ehemalige Wimbledon-Sieger.
Ein australischer Wettanbieter sah das anders und zahlt die Einsätze zurück, die auf einen Sieg von Webber eingezahlt wurden. Das Unternehmen taufte die Aktion auf den Namen "Gerechtigkeits-Rückzahlung", nachdem Vettel die Teamorder missachtet und den Ruhm für sich eingeheimst habe, teilte der Wettanbieter in einer Presseerklärung mit. "Es ist ja nicht Marks Fehler, dass sich Sebastian nicht an einfache Anweisungen halten kann", sagte Haydn Lane von sportsbet.com.au.





