"Dieser Gedanke wird seit ein paar Wochen sehr aktiv vorangetrieben, und es wird auch so kommen", sagte Schumachers erster Teamchef Eddie Jordan im Gespräch mit der BBC zu den Gerüchten über eine Liaison zwischen Schumacher und Mercedes.
Englische Zeitungen hatten zuletzt berichtet, der siebenmalige Weltmeister solle 2010 beim neuen Mercedes-Team den Platzhalter für Jungstar Sebastian Vettel spielen, der noch bis 2011 bei Red Bull unter Vertrag steht.
Schumachers Pressesprecherin Sabine Kehm wiegelte zwar ab und betonte, dass Michael sein Leben genieße. "Eine Rückkehr in die Formel 1 ist momentan kein Thema", sagte sie dem Sport-Informations-Dienst (SID). Doch Schumachers Manager Willi Weber bestätigte Aussagen von Eddie Jordan über Gespräche zwischen der Mercedes-Spitze und dem Superstar. "Ich weiß, dass Michael beim Saisonfinale in Abu Dhabi mit Dieter Zetsche und Norbert Haug gesprochen hat", sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa am Sonntag.
Eddie Jordan hatte der BBC von dem Treffen zwischen Schumacher, Mercedes-Teamchef und Schumacher-Intimus Ross Brawn sowie Mercedes-Vorstand Dieter Zetsche beim Saisonfinale Anfang November in Abu Dhabi erzählt: "Michael und Ross haben die Diskussion darüber seitdem vertieft, ich bin sicher, beiden läuft das Wasser im Mund zusammen." Ross Brawn, das geniale "Super-Hirn" der Formel 1, war Schumachers Wegbegleiter bei allen sieben WM-Titeln, zuerst bei Benetton, später bei Ferrari.
Schumacher selbst, derzeit zum Kartfahren in Las Vegas unterwegs, hat sich zu den Spekulationen bislang noch nicht geäußert. "Wir sind jetzt hier in Las Vegas, und ich freue mich sehr auf diese Veranstaltung", ließ er auf seiner Website verlauten.
Im neuen Mercedes-Werksteam hat der Mann, dessen Rennstall unter dem Namen Brawn GP 2009 die Konstrukteurs-WM und mit dem Briten Jenson Button die Fahrer-WM gewann, als Teamchef das Sagen. Button fährt nächstes Jahr für McLaren, und Jordan ist auch klar, warum: "Er musste den Platz als Nummer eins im Team für Schumacher räumen." Der Sensations-Deal sei nur deshalb noch nicht vermeldet worden, weil Schumacher nach wie vor als Berater bei Ferrari unter Vertrag steht. "Aber soweit ich weiß, wird er in diesen Tagen Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo treffen, um die Freigabe für Mercedes zu erhalten", sagte Jordan der BBC.
Im August war Schumachers geplantes Formel-1-Comeback als Ersatz für den verletzten Felipe Massa für Ferrari fast drei Jahre nach seinem Rücktritt daran gescheitert, da er wegen der Nachwirkungen eines schweren Motorradunfalls im Februar körperlich nicht in der Lage war, den Belastungen in einem Formel-1-Auto standzuhalten. Damals berichtete ein tief enttäuschter Schumacher allerdings, die Ärzte hätten ihm versichert, "dass bis Weihnachten wieder alles in Ordnung ist".
Tatsache ist auch, dass Mercedes noch keinen Fahrer für 2010 verpflichtet hat. Bernie Ecclestone sprach sich in der Londoner Daily Mail ganz klar für Schumacher aus: "Es wäre absolut fantastisch für die Formel 1."
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