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06.10.2015, 23:53

Atlantic Division: Drei Favoriten und ein reiches Sorgenkind

Tampa will letzten Schritt - Boston nur Außenseiter

In der Atlantic Division geht Vorjahresfinalist Tampa Bay Lightning als Favorit ins Rennen, wird aber insbesondere von neu sortierten Detroit Red Wings und den Montreal Canadiens, die im Frühjahr auf Platz eins der Division landeten, herausgefordert. Dahinter dürften sich die Ottawa Senators, Florida Panthers und vielleicht ja sogar die umgebauten Buffalo Sabres ein Rennen um die Plätze liefern. Boston dagegen kommt eher als Außenseiter daher, Toronto befindet sich indes erst in der Findungsphase.

Montreal Canadiens: Am Ende hofft alles auf Price

Carey Price
Ausgezeichneter Goalie: Carey Price.
© Getty ImagesZoomansicht

Die Canadiens, die in Runde zwei der Play-offs mit 2:4 an Tampa gescheitert waren, haben viel, was ein erfolgreiches Team ausmacht: Den derzeit wohl weltbesten Torhüter in Carey Price, dazu einen dominanten Abwehrspieler in P.K. Subban, der jüngst damit Schlagzeilen machte, satte zehn Millionen Dollar für ein Kinderkrankenhaus in Montreal zu spenden. Dazu in Max Pacioretty einen Torjäger und - zumal als neuer Kapitän - Führungsspieler, der im Alter von 26 Jahren neben Price (28) und Subban (26) das Gesicht des Traditionsklubs noch lange prägen kann.

Allerdings weiß man in Montreal auch, was zuletzt trotz vielversprechender Hauptrunden-Resultate in den Play-offs fehlte. Und so fahndet General Manager Marc Bergevin schon länger nach Akteuren, die neben Größe und Spielverständnis auch eine gewisse Portion Härte mitbringen. Die Suche allerdings gestaltete sich äußerst schwierig, sodass sich Bergevin schließlich dazu entschied, mit Alexander Semin (31) und Tomas Fleischmann (31) zwei technisch hochveranlagte, aber zuletzt arg schwächelnde Free Agents zu kleinem Preis anzuheuern. Der Versuch, mit Zack Kassian (24), der für Brandon Prust aus Vancouver kam, einen Power Forward als Schnäppchen zu ergattern, schlug schon vor dem ersten Saisonspiel fehl. Denn der 24-Jährige wurde nach einer nächtlichen Unfallfahrt am Sonntag vor dem Saisonstart bis auf Weiteres suspendiert und muss am Entzugsprogramm der NHL teilnehmen.

kicker-Tipp: Die Canadiens sind zu erfahren und tief besetzt, um die Play-offs zu verpassen. Doch danach bleibt wohl wieder nur die Hoffnung auf einen Price in Überform.


Tampa Bay Lightning: Power House mit Wut im Bauch

Steven Stamkos
Der x-Faktor im Team von Tampa: Kapitän Steven Stamkos.
© Getty Images

Viel fehlte nicht und der Stanley-Cup-Sieger 2015 hätte Tampa Bay Lightning geheißen. Kleinigkeiten entschieden das Finale zugunsten der Chicago Blackhawks, obgleich auch das Team aus Westflorida über weite Strecken der Play-offs meisterlich spielte. Ohne nennenswerte Abgänge kann Coach Jon Cooper darauf bauen, dass die wohl schnellste und technisch stärkste Mannschaft in der NHL um eine gehörige Portion Erfahrung reicher ist. Schlüsselspieler wie Verteidiger Victor Hedman (24), Kapitän Steven Stamkos (25) oder die gerade in der Endrunde groß auftrumpfenden "Triplets", die Sturmreihe mit Tyler Johnson (25), Nikita Kucherov (22) und Ondrej Palat (24), stehen noch immer erst am Beginn ihrer besten Eishockey-Jahre.

Entsprechend minimal fiel die personelle Fluktuation im Sommer aus. Mit dem erfahrenen Brendan Morrow verließ eine nur spärliche eingesetzte Teilzeitkraft das Team im Sommer, stattdessen kam mit Erik Condra von den Ottawa Senators ein Allround-Stürmer, der von der Spielanlage her bestens zu der offensiven Spielweise des Klubs passt. Hinzu kommt, dass das in den vergangenen Play-offs zu seinem eigenen Unwillen nur sechsmal eingesetzte Toptalent Jonathan Drouin nach starker Vorbereitung - in einer Reihe mit Stamkos - vor dem Durchbruch steht. Apropos Stamkos: Die Tatsache, dass der 50-Tore-Mann des Vorjahres (inklusive Play-offs) seinen 2016 auslaufenden Vertrag noch immer nicht verlängerte, ist derzeit der einzige x-Faktor beim Erfolgsteam - der sich allerdings mit fortschreitendem Saisonverlauf zu einem echten Problem mausern könnte.

kicker-Tipp: Tampa gewinnt nicht nur die Atlantic Division, sondern zählt erneut zu den ganz großen Titelfavoriten.


Detroit Red Wings: Mit Blashill zum 25. Mal in Folge in die Play-offs?

Jeff Blashill
Der Nachfolger von Chefcoach Mike Babcock: Jeff Blashill.
© imagoZoomansicht

Der größte Umbruch bei den Red Wings fand nicht in der Mannschaft, sondern auf der Trainerbank statt. Denn Chefcoach Mike Babcock verließ Detroit nach zehn erfolgreichen Jahren und dem Titelgewinn 2008 in Richtung Toronto. Nun soll der bisherige Farmteam-Trainer Jeff Blashill, der mit dem AHL-Klub Grand Rapids Griffins 2013 den Meistertitel gewann, das Vierteljahrhundert in den Play-offs perfekt machen. Denn die Red Wings haben mit ihren 24 Endrundenteilnahmen in Folge die derzeit beste Serie aller vier großen nordamerikanischen Profi-Ligen.

Ob es nun mit dem Abgang des als schwierig - weil seine Spieler sehr fordernd - geltenden Babcock zu tun hatte, oder nicht: Erstmals seit längerer Zeit gelang es General Manager Ken Holland, mit Mike Green und dem als Meister aus Chicago gekommenen Brad Richards zwei namhafte Free-Agent-Veteranen zu verpflichten. Ungeachtet dessen können die Red Wings einmal mehr aus ihrem schier unerschöpflichen Pool an jungen Talenten schöpfen: Mit dem letztjährigen AHL-Toptorjäger Teemu Pulkkinen (48 Tore in 62 Spielen) und dem erst 19-jährigen Shooting-Star Dylan Larkin, der bei der vergangenen Weltmeisterschaft in Tschechien bereits im Team der USA stand, drängen weitere offensivstarke Akteure nach oben. In der Vorbereitung lieferten sich zudem Petr Mrazek und Routinier Jimmy Howard auf hohem Niveau ein Duell um den Nummer-eins-Posten im Tor. Und so scheint Detroit trotz der Knöchelverletzung von Pavel Datsyuk, der erst im November wieder spielen soll, bestens gerüstet.

kicker-Tipp: Die Red Wings fordern Tampa Bay im Kampf um Platz eins in der Division heraus und könnten auch in den Play-offs weit kommen.


Ottawa Senators: Wird Stone zum neuen Star?

Mark Stone
Den Puck immer fest im Blick: Mark Stone.
© Getty ImagesZoomansicht

Mit einem gewaltigen Schlussspurt stürmten die Ottawa Senators im vergangenen Frühjahr überraschend noch in die Play-offs und unterlagen dort erst nach hartem Kampf dem Divisionsgewinner Montreal mit 2:4. Insbesondere das kongeniale Sturmduo Kyle Turris (26) und Mark Stone (23), Norris-Trophy-Gewinner Erik Karlsson (25) sowie der über eine längere Phase überragend parierende Reservekeeper Andrew Hammond (27) waren die Garanten für den unerwarteten Erfolg.

Und so baut General Manager Bryan Murray für die kommende Spielzeit auch vollends auf das Potenzial seines noch jungen und 2014/15 spät erwachenden Teams. Neuzugänge sind Fehlanzeige im Kader der Senators, die stattdessen mit Robin Lehner (zugunsten von Hammond) die bisherige Nummer zwei im Tor hinter Craig Anderson nach Buffalo abgaben. Auch Defensivverteidiger Eric Gryba ging (nach Edmonton). Die einzigen neuen Gesichter stammen aus dem eigenen Nachwuchs: So starten Chris Wideman (25), der als Verteidiger für das AHL-Farmteam Binghamton zuletzt satte 19 Tore (61 Punkte) erzielte, und der vielseitig verwendbare Stürmer Shane Prince (22) nun im NHL-Kader.

kicker-Tipp: Die Senators haben viel Talent und eine gute, eingespielte Mischung im Kader. Dennoch wird der Kampf um einen Play-off-Platz bis zum Schluss andauern.


Boston Bruins: Fragezeichen in Abwehr und Personalpolitik

Patrice Bergeron
Es könnte wieder ein hartes Jahr werden: Patrice Bergeron.
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Das überraschende Verpassen der Play-offs sorgte für das ebenso überraschende Aus für General Manager Peter Chiarelli, der prompt bei den Edmonton Oilers anheuerte. Nachfolger Don Sweeney, der zuvor Assistent Chiarellis gewesen war, verlor im Sommer keine Zeit, die Mannschaft nach seinen Vorstellungen umzubauen. So wurden mit Abwehrtalent Dougie Hamilton (22, Calgary), Power Forward Milan Lucic (27, Los Angeles) und Smith (Florida) drei der besten sieben Scorer per Tausch abgegeben. Insbesondere auf hohe Draftrechte hatte es Sweeney abgesehen, doch vorerst schaffte keiner der im Draft gezogenen Spieler den Sprung in den Kader.

So müssen weniger namhafte Neuverpflichten, wie Matt Beleskey (27), Jimmy Hayes (25), Colin Miller (22), der aus Finnland geholte Joonas Kemppainen (27) oder Eigengewächs Ryan Spooner (23) einspringen, um Lucic & Co. vergessen zu machen. Erschwert wird die Situation durch die Verletzung von Dennis Seidenberg (Bandscheibenvorfall), der bis November ausfällt. Auch Kapitän Zdeno Chara (38) quälte sich angeschlagen durch die Vorbereitung.

kicker-Tipp: Patrice Bergeron, David Krejci, Chara oder Keeper Tuukka Rask umgibt noch immer die Aura des Meister-Teams von 2011. Doch angesichts des Umbruchs im Rest des Kaders wäre schon die Play-off-Qualifikation ein Erfolg.


Florida Panthers: Mit Mentor Jagr in die Play-offs?

Jaromir Jagr
Hat auch mit 43 noch Bock, seine Knochen hinzuhalten: Jaromir Jagr.
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Als insgesamt zehntbester der 16 Klubs in der Eastern Conference landeten die Florida Panthers mit sieben Punkten Rückstand auf den Achten Pittsburgh nicht so weit außerhalb der Play-off-Ränge, wie vor Saisonbeginn erwartet. General Manager Dale Tallon verzichtete auf größere Wechsel im Sommer und kann zudem erneut auf Altmeister Jaromir Jagr zählen, der auch im Alter von 43 Jahren nicht ans Aufhören denkt. Der Tscheche war während der vergangenen Spielzeit 2014/15 aus New Jersey nach Sunrise gewechselt und hatte in den 20 Spielen für die Panthers satte 18 Scorerpunkte erzielt.

Nicht nur die Topreihe mit Jagr, Mittelstürmer Aleksander Barkov (20) und Jonathan Huberdeau (22) braucht sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken. Mit dem 1,97-Meter-Hünen Nick Bjugstad (23), dem aus Bosten gekommenen Reilly Smith (24) oder "Scharfschütze" Brandon Pirri (24) verfügt Florida über weitere Spieler mit Qualität. Das Prunkstück des Kaders indes ist - dank Calder-Trophy-Sieger Aaron Ekblad (19), Oldie Brian Campbell (36), dem Russen Dmitri Kulikov (24) oder Keeper Roberto Luongo (36) - allerdings die Defensive.

kicker-Tipp: Hinter den Topteams Tampa, Detroit und Montreal scheint das Rennen offen, sodass sich auch die aufstrebenden Panthers Hoffnung auf die Play-offs machen können.


Toronto Maple Leafs: 2015/16 nur Schritt eins des Neuaufbaus

Mike Babcock
Soll die Sehnsucht nach Erfolgen bei den Toronto Maple Leafs stillen: Mike Babcock.
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Keine andere Mannschaft in der Eastern Conference befindet sich in einem ähnlichen Umbruch wie die "Ahornblätter". Seit 1967 wartet man auf einen Meistertitel. Und nur einmal im letzten Jahrzehnt, in der verkürzten Lockout-Saison 2013, erreichte der reichste Eishockey-Klub der Welt die Play-offs. Unzumutbar für Präsident Brendan Shanahan und die große Fanbasis, sodass im Frühjahr und Sommer die komplette Sportliche Leitung ausgetauscht wurde. Bei den Neuzugängen wurden keine Kosten gescheut. Denn der aus Detroit geholte Mike Babcock (52) unterschrieb den teuersten Kontrakt, den je ein NHL-Trainer unterschrieb (acht Jahre für sechs Millionen Dollar per annum). Als General Manager holte Shanahan völlig überraschend Lou Lamorillo (72) nach drei Jahrzehnten in New Jersey.

In Sachen Spielerpersonal hat der Umbruch erst gerade begonnen. So tauschten die Maple Leafs mit Phil Kessel (28) ihren offensivstärksten Spieler für Talente und Draftrechte nach Pittsburgh. Eine klare Ansage hinsichtlich eines Neuaufbaus, der laut Shanahan "einige Jahre mit harten Zeiten" andauern könnte. So ist insbesondere der Angriff, für den mit Brad Boyes (33) oder Pierre-Alexandre Parenteau (32) lediglich Übergangslösungen geholt wurden, eine große Baustelle. Toptalent Willie Nylander (19) überzeugte zwar im Camp, soll aber erst einmal im Farmteam Toronto Marlies (AHL) Selbstvertrauen tanken.

kicker-Tipp: Alles andere als Platz acht in der Atlantic Division wäre für die Maple Leafs eine große Überraschung.


Buffalo Sabres: Die Ära Eichel beginnt

Jack Eichel
Toptalent mit Glamour-Faktor: Jack Eichel.
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Für kaum ein anderes Team in der NHL veränderte der Sommer 2015 so viel, wie für die Buffalo Sabres. So verpflichtete General Manager Tim Murray mit Power Forward Evander Kane (24), Center Ryan O'Reilly (24) und dem vielseitig einsetzbaren Jamie McGinn (27) dringend benötige Qualität für die gesamte Bandbreite des Angriffs. Richtigen Glamour indes verbreitet Jack Eichel. Der erst 18-jährige US-Amerikaner gilt als fast ebenso großes Talent wie Edmontons Connor McDavid und wird dementsprechend schon jetzt in einem Atemzug mit US-Legende Mike Modano genannt. Weil mit Sam Reinhart ein weiterer hochkarätiger Jungprofi für die "Säbel" debütiert, ist aus der grauen Maus Buffalo insbesondere im Angriff über den Sommer ein nicht zu unterschätzendes Team geworden.

Was im Sturm glückte, ist allerdings in der Defensive noch ein Projekt. Zwar gelang es Murray, mit Cody Franson (28) einen relativ namhaften Free Agent für die Abwehr zu verpflichteten. Doch mit Ausnahme von Zach Bogosian (25) oder Toptalent Rasmus Ristolainen (20) fehlt es insgesamt an Tiefe und Qualität, sodass eine weitere Verstärkung durch ein Tauschgeschäft bis zuletzt auf Murrays Agenda stand. Auch im Tor regiert das Prinzip Hoffnung - und zwar darauf, dass der aus Ottawa geholte Robin Lehner tatsächlich das Zeug zu einer Nummer eins in der NHL hat.

kicker-Tipp: Der runderneuerte Angriff hat das Potenzial, auch gegen starke Gegner Durchschlagskraft zu entwickeln. Doch aufgrund der defensiven Fragezeichen käme eine Play-off-Teilnahme überraschend.

Joachim Meyer

 
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