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08.05.2018, 07:34

Seat setzt auf CNG-Modelle

Ist Erdgas schon der neue Diesel?

Kundenseitig schlägt dem Diesel bekanntlich Misstrauen entgegen. Wie aber dann sparen und umweltfreundlich fahren? Seit einer gefühlten Ewigkeit werden CNG-Modelle, die Erdgas tanken, als Alternative propagiert. Jetzt soll es endlich klappen mit der Gastechnologie. Der Volkswagenkonzern hat eine CNG-Initiative gestartet, an deren Spitze sich Seat setzt. Schon drei Modelle der spanischen VW-Tochter lassen sich mit Erdgas betreiben. Vorsichtshalber bevorraten sie aber auch Benzin an Bord.

Seat Erdgas-Modelle
Erdgas-Palette von Seat: Leon ST, Ibiza und Mii als CNG-Modelle. Bald kommt noch das Kompakt-SUv Arona dazu.
© Hersteller

"CNG, das ist der neue Diesel", sagt Birgit Wöber, Geschäftsführerin von "gibgas" auf einem von Seat durchgeführten Workshop, der auf der weitgehend naturbelassenen Nordseeinsel Sylt stattfindet. Als erstes ersetzt die Beratungsexpertin die bei uns bekanntere Bezeichnung "Erdgas" durch "Compressed Natural Gas", abgekürzt CNG, weil es der eigentlich korrekte Name sei. Egal, wie es der Kunde nennt, entscheidend ist, dass immer mehr Autofahrer, insbesondere Pendler, inzwischen die Vorteile des alternativen Antriebs schätzen. An der Spitze stehen zweifellos Umweltfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit, außerdem ist CNG so gut wie überall verfügbar und technisch sofort machbar.

Keine Frage, es gibt eine Menge von Pluspunkten - angefangen damit, dass CNG der sauberste fossile Energieträger ist und einen vergleichsweise geringen CO2-Ausstoß hat. Im Gegensatz zum Diesel braucht das Gas, das auch in Garagen ungefährlich ist, keine aufwendige Abgasnachbehandlung. Trotzdem schaffen CNG-Modelle wie der Seat Mii, Ibiza und Leon die strenge 6e-Temp-Norm. Zu den weiteren Vorteilen des Energieträgers zählt die niedrigere Kfz-Steuer, nur vor der Hauptuntersuchung müssen die Gastanks jeweils separat auf Dichtigkeit geprüft werden. Ein schlagendes Argument für viele Fahrer: An Tankstellen steht CNG für die günstigste Kraftstoffart, zumal wenn Liter- und Kilo-Preise richtig umgerechnet werden. In der Praxis sind Einsparungen von 30 Prozent im Vergleich zum Diesel und 55 Prozent zum Benziner möglich, heißt es bei Seat.

Über tausend Kilometer Gesamtreichweite

Seat Mii MPI
Tankstutzen beim Mii MPI: Einmal für Benzin und einmal für Erdgas.
© HerstellerZoomansicht

Unter dem Strich ist CNG also nicht nur eine umweltfreundliche, sondern auch eine wirtschaftliche Kraftstoffart. Klar, man hört schon mal Einwände wegen des meist noch geringen Gastank-Volumens. Aber die Angst, unterwegs frühzeitig liegen zu bleiben, ist im Gegensatz zum Batterieauto sehr gering. Alle CNG-Modelle haben zusätzlich einen Benzintank im Fahrzeug, falls die Gas-Reichweite von rund 300 bis 400 Kilometern einmal nicht reichen sollte. Das ergibt meist eine Gesamtreichweite von über 1.000 Kilometern. Bei rund 900 Erdgastankstellen in Deutschland sollte zumindest tagsüber jeder eine Zapfsäule in der Nähe finden. Die Zahl soll sich bis 2025 etwa verdoppeln.

Nach wenigen Tankvorgängen ist der Nutzer auch mit fremden Gas-Zapfsäulen unterwegs vertraut. Die Unterschiede bei der Handhabung sind ohnehin gering, nur der Standort der Säule kann schon mal etwas abseits oder in einer dunklen Ecke der Station liegen. Stichwort Auftanken: Da pfeift das Gas in den neben dem Benzin-Tankdeckel liegenden Einfüllstutzen der (zwei) Crash-sicheren Gastanks unter dem Fahrzeugheck in drei bis vier Minuten.

Besonders engagiert sich in jüngster Zeit der Volkswagen-Konzern in Sachen Erdgas. Bei den Zulassungen liegt Seat mit dem Leon und einem Anteil von 24,1 Prozent vorn, gefolgt vom Skoda Octavia (15,2 Prozent) und VW Golf (14,3 Prozent). Seat sieht sich in einer Führungsrolle, weil schon jetzt drei Serienmodelle - Seat Mii 1.0 MPI, Ibiza 1.0 TGI und Leon 1.4 TGI - angeboten werden, ein weiteres, das Kompakt-SUV Arona, wird gerade vorbereitet.

Mii, Ibiza und Leon fahren mit Erdgas

Wir fuhren den Seat Leon Fünftürer, der 81 kW/110 PS leistet und der ab 23.360 Euro (Sechsgangschalter) und 25.060 Euro (Siebengang-DSG) in der Preisliste steht. Den Kombi Leon ST gibt es ab 24.560 Euro. in den Kraftstofftank passen 50 Liter, dazu kommt der CNG-Tank mit 15 Kilo in zwei Druckbehältern. Auf 100 Kilometer wird der Verbrauch an Gas mit genormten 3,7 Kilo angegeben - ein echter Sparmeister also. Gegenüber Benzinern sollen die Kraftstoffkosten um 38 Prozent niedriger liegen.

Erdgas-Modelle von Seat
Leon TGI, Ibiza TGI, Mii MPI: Das Trio lässt sich sowohl mit Erdgas als auch mit Benzin betreiben.

Das Gepäckabteil wird gegenüber den Benzin- und Dieselvarianten ein wenig eingeschränkt, beim Leon verbleiben 275 bis 1.105 Liter, beim ST sind es 482 bis 1.365 Liter (das untere Fach im Kofferraum entfällt). Beim Fahren spürt der Fahrer keinen Unterschied zum "normalen" Benziner. Ruhig arbeitet der EINE Verbrennungsmotor, sobald der Gasvorrat aufgezehrt ist, schaltet er automatisch auf den Benzintank um. Die Leistungsdaten sind bei beiden Kraftstoffarten identisch.

Umweltvorteil gegenüber Elektroautos?

Es spricht also sehr viel für CNG im Vergleich zu konventionellen Antrieben, aber auch gegenüber Stromern, die ihre Energie oft von schmutzigen (Braunkohle)-Kraftwerken beziehen, und somit auch gegenüber Plug-in-Hybriden. Auf den Punkt gebracht senkt CNG die Rußpartikel um 99 Prozent (gegenüber Benzinern; 50 Prozent sind es gegenüber Dieseln). Bei den Stickoxiden, NOx, sind es bis zu 95 Prozent und beim CO2-Ausstoß bis zu 25 Prozent. CNG sei eine echte Alternative und keine Brückentechnologie, sagen die Seat-Verkaufsstrategen, die zur Zeit neun Prozent der Kundenbestellungen für die CNG-Modelle verzeichnen.

Ingo Reuss

 

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