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05.02.2019, 12:33

VW Touareg V6 TDI SCR 4Motion im Fahrbericht

Der Touareg dient nicht als Hassobjekt

Als Flaggschiff führt klassischerweise eine Limousine das Modellprogramm an. So war das früher. Doch so ist es heute längst nicht mehr. Des glücklosen Phaetons hat sich VW längst entledigt und stattdessen den Touareg an die Spitze des Portfolios beordert. Ein großes SUV also, wie es für die einen Hassobjekt ist, von anderen aber wertgeschätzt wird. Im Fahrbericht: Der Touareg V6 TDI mit 286 PS starkem Dreiliter-Diesel.

VW Touareg
VW Touareg: Das Flaggschiff im VW-Sortiment gibt es ausschließlich mit Diesel-Motorisierung.
© Hersteller

Wie er aussieht: Rund zwei Tonnen schwer, gut fünf Meter lang und - mit Außenspiegeln - 2,19 Meter breit: Als Großformat zählt der Touareg zu den imposanteren Vertretern seiner Gattung. Ein dickes Ding also, das einen prominenten Chromgrill im Gesicht trägt, der wiederum eine optische Einheit mit der LED-Leuchtengrafik bildet. Muskulös ausgestellte Radhäuser sorgen für einen kraftvollen Auftritt, die abgeschrägte Dachlinie setzt dazu einen eleganten Kontrapunkt.

Wie er eingerichtet ist: Über die angenehm hohe Sitzposition der Fahrzeuggattung ist schon hinlänglich berichtet worden. Beim Touareg richtet sich der Blick der Passagiere - die im Übrigen auf sehr guten, optional mit Massagefunktion ausgestatteten Sitzen untergebracht sind - auf ein topmodernes, wohlsortiertes Infotainment, das in der höchsten - und teuersten - Ausbaustufe "Discover Pro" die individuell konfigurierbare Bildergalerie eines virtuellen Kombiinstruments nebst eines riesigen 15-Zoll-Bildschirms aufbietet. Die Qualität der Anzeigen ist bestechend gut. Bis die vielfältigen Möglichkeiten der verschiedenen Bedienebenen und Menüpunkte ausgelotet sind, bedarf es allerdings einiger Eingewöhnungszeit. Letztlich aber hat der Nutzer verhältnismäßig schnell den Bogen raus. Positiv fällt auf, dass es für wichtige Schlüsselfunktionen nach wie vor Direkttasten gibt und für die Lautstärke einen edlen Drehregler. Zudem, und das ist durchaus sicherheitsrelevant, reagiert die Sprachsteuerung buchstäblich verständnisvoll.

Aber auch ein bisschen Meckern muss sein, denn so tipptopp die Verarbeitungsqualität im Großen und Ganzen ist, so rügenswert ist das eine oder andere Hartplastikteil.

VW Touareg
Interieur: Hier ist die höchste und teuerste Ausbaustufe des Infotainments verbaut.
© HerstellerZoomansicht

Wie viel Platz er hat: Wer Bigsize-SUVs an den Pranger stellt, darf nicht vergessen, dass manche Klientel so viel Platz schlicht braucht. Im Touareg reist es sich auch auf der Rückbank höchst komfortabel, den Passagieren dort steht sogar eine "normale" Steckdose zur Verfügung, an die sich beispielsweise ein Laptop anschließen lässt. Zudem ist das Fondmobiliar praktischerweise um 16 Zentimeter längs verschiebbar, wodurch sich beim fürstlichen Kofferraumvolumen (810 bis 1800 l) eine Variabilität ergibt, die übers Umklappen der (bis 21 Grad neigungsverstellbaren) Rücksitzlehnen hinausgeht. Eine komplett ebene Ladefläche entsteht leider nicht. Wer mit dem Kraftaufwand beim Beladen hadert, kann optional auf eine absenkbare Ladekante zählen.

Was ihn antreibt: Dass es den Touareg nur mit Diesel gibt, mag ihn für manche noch mehr zum Feindbild machen. Im Segment ist der Selbstzünder aber nach wie vor die Antriebsquelle der Wahl. Der nach dem Kaltstart noch etwas knurrige, dann aber in eine dezent sonore Stimmlage wechselnde Dreiliter-V6 TDI mit 210 kW/286 PS und einem opulenten Drehmoment von 600 Nm leistet sich Abgasnachbehandlung mit SCR-Kat sowie AdBlue und trägt das Gütesiegel Euro 6d-Temp. Er macht schon aus dem Drehzahlkeller Druck, schiebt das große SUV in 6,1 sec von 0 auf 100 km/h und beflügelt es zu einer Spitze von 235 km/h. Sehr geschmeidig und sehr unangestrengt funktioniert das. Lob verdient das Zusammenspiel mit der zumeist passgenau schaltenden und serienmäßigen Achtgangautomatik.

Wie er sich fährt: Wer sich für ein XL-SUV entscheidet, tut dies in aller Regel nicht, weil er mit einem solchen Fahrzeug über Stock und Stein kraxeln will. Der Touareg bietet zwar Allradantrieb auf, zum konsequenten Offroader fehlt ihm aber die Geländeuntersetzung. Und so ist es auch in seinem Fall eher die gelassene Art des Reisens, die als Kaufargument dient. Hier qualifiziert sich der Touareg durch eine sehr gute Geräuschdämmung, aber auch durch ein außerordentlich komfortables Fahrverhalten. Die Luftfederung macht vernarbten Straßenbelag vergessen, die effektive Wankstabilisierung tut das ihre. Und dank der Allradlenkung, die den Wendekreis auf 11,19 Meter eingrenzt, lässt es sich - sofern es die stattlichen Außenabmessungen gestatten - lässig durch die City cruisen und auch ohne Unterstützung des Parklenkassistenten flink in die Parklücke gleiten.

Überhaupt bietet VW für den Touareg alles an Assistenzsystemen auf, was das Konzernregal derzeit hergibt. Eine spezielle Funktion des Stauassistenten hält ihn in engen Baustellendurchfahrten auf Kurs (wobei er hier auf der Überholspur in aller Regel nichts zu suchen hat), ein weiteres System bremst automatisch auf die vorgeschriebene Geschwindigkeit herab, ein Nachtassistent identifiziert per Markierungslicht Personen und Tiere. Und der Trailer-Assist unterstützt auch ungeübte Gespannfahrer beim Rangieren. Apropos: Die Anhängelast liegt bei stattlichen 3,5 Tonnen.

VW Touareg
Stattliche Erscheinung: Der Touareg zählt zu den XL-SUVs. Allradantrieb ist serienmäßig.
© HerstellerZoomansicht

Wie viel er verbraucht: Der Normverbrauch von 6,6 l/100 km bleibt ein unrealistischer Traum, unter 7,4 l/100 km gelangten wir nie, im Schnitt hielten wir 8,7 l/100 km fest.

Was er bietet: Zur Serienausstattung zählen neben Allradantrieb und Achtgangautomatik unter anderem Leichtmetallräder, LED-Scheinwerfer, Zweizonen-Klimaautomatik, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Adaptiv-Tempomat und Navigationssystem. Das ist schon eine ganze Menge. Wer allerdings die Vorzüge der genannten Assistenzsysteme genießen will und Wert auf standesgemäßen Luxus, hat schnell Extras beisammen, die preislich einen fünfstelligen Betrag ausmachen.

Was er kostet: Ab 61.625 Euro

Was wir meinen: Den Status als Flaggschiff trägt der Touareg zu Recht. Billig ist er nicht. Aber ein feiner Reisewagen mit viel Platz und leistungsfähigem Infotainment, der auch den Aufstieg zur verschneiten Berghütte oder die diffizile Zufahrt zur Baustelle nicht scheut. Dank Euro 6d-Temp ist dem V6 TDI emissionstechnisch nichts vorzuwerfen, kein Grund also, ihn als Hassobjekt einzustufen. Alternativ gibt es übrigens noch eine schwächere Variante mit 170 kW/231 PS. Wem ein Diesel grundsätzlich zu heikel ist, sollte sich noch etwas in Geduld üben, bis VW eine Plug-in-Variante nachschiebt.

Ulla Ellmer

Die Daten des VW Touareg V6 TDI SCR 4Motion

Hubraum 2967 ccm, Zylinder 6, Leistung 210 kW/286 PS bei 5250 U/min, max. Drehmoment 600 Nm bei 2250 - 3250 U/min, Spitze 235 km/h, Beschleunigung 0 auf 100 km/h in 6,1 sec, Normverbrauch innerorts 7,7, außerorts 5,9, kombiniert 6,6 l D pro 100 km, Testverbrauch 8,7 l D/100 km, CO2-Emission 173 g/km, Schadstoffklasse Euro 6d-Temp, Energie-Effizienzklasse B, Länge 5,00 m, Breite 1,98 m ohne, 2,19 m mit Außenspiegeln, Höhe 1,72 m, Kofferraum 810 bis 1800 l, Kraftstofftank 75 l, AdBlue-Tank 24 l, Leergewicht 2070 kg, zulässiges Gesamtgewicht 2850 kg, Zuladung 462 kg, Anhängelast gebremst 3500 kg, ungebremst 750 kg. Achtgangautomatik, Allradantrieb. Versicherungs-Typklassen 21 (HP), 24 (TK), 27 (VK). Preis ab 61.625 Euro.

 

kicker

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