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29.04.2007, 14:20

München: DFL schaltet sich ein

Hitzfeld ergreift das Wort

Nachdem Bayern-Manager Uli Hoeneß bereits im Anschluss an die 1:2-Heimpleite gegen den Hamburger SV mehr als deutliche Worte gegenüber seiner Mannschaft gefunden hatte, meldete sich am Sonntag auch Cheftrainer Ottmar Hitzfeld zu Wort. Dabei schloss er Suspendierungen einzelner Akteure in den noch verbleibenden Partien nicht aus, äußerte sich zur Personalie Luca Toni und meldete ferner Interesse am ehemaligen Bayern Zé Roberto an.

Zé Roberto
Könnte seine Zelte wieder in München aufschlagen: Zé Roberto.
© dpaZoomansicht

Während Bayern-Manager Uli Hoeneß am Samstagabend noch zu einigen wenigen Statements zu bewegen war, ließ sich Trainer Ottmar Hitzfeld länger Zeit und bezog erst am Sonntagvormittag Stellung.

Dabei tat es der Müchner Übungsleiter seinem Manager gleich und kündigte deutliche Konsequenzen in Richtung der Mannschaft an. "Ich werde mir Gedanken machen, ob ich auf den Stamm zählen kann oder ein, zwei Amateure dazunehme", drohte Hitzfeld mit Suspendierungen.

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Die Frage, wie viele Spieler er als ehemaliger Lehrer am liebsten aus dem "Klassenzimmer Kabine" werfen würde, beantwortete er schließlich auf drastische Art und Weise: "Dann könnten wir keine Mannschaft mehr stellen."

Kehrt Zé Roberto zurück?

Unterdessen ließ sich der Bayern-Coach auch Neuigkeiten bezüglich potenzieller Neuzugänge entlocken. Dabei stand neben der in den vergangenen Tagen heiß diskutierten Personalie Luca Toni auch der Name eines ehemaligen Münchner Akteurs hoch im Kurs: Zé Roberto.

Dabei bestätigte Hitzfeld das Interesse am inzwischen 32-Jährigen, derzeit in Diensten des FC Santos: "Er ist eine Alternative, die man beobachtet". Der Brasilianer habe nach wie vor die nötige Klasse und er spreche Deutsch, gab der Münchner Trainer zu Protokoll. Überhaupt sei der Verein auf der Suche nach primär deutschsprachigen Spielern, "sonst kommt es zu Kommunikationsproblemen".

Den Transferpoker um den Italiener Luca Toni indes bezeichnete er - gewohnt defensiv - als "völlig offen".

Die Sport-Tageszeitung "La Gazzetta dello Sport" und Insider-Quellen aus Italien hingegen hatten am Samstag bereits übereinstimmend vom Wechsel des 29-Jährigen für 18 Millionen Euro Ablöse vom AC Florenz an die Isar berichtet. Ferner berichtete genanntes Blatt in seiner Sonntagsausgabe "La Gazzetta Sportiva" von einer noch am Sonntag bevorstehenden sportmedizinischen Untersuchung in der bayerischen Landeshauptstadt, deren erfolgreiches Bestehen die letzte Hürde auf dem Weg zu einem offenbar vereinbarten Fünfjahres-Vertrag darstellen dürfte.

Dass Luca Toni auf dem Wunschzettel der Bayern für die kommende Saison steht - bereits im November 2006 hatte kicker online exklusiv und seinerzeit von Karl-Heinz Rummenigge noch entschieden dementiert von Münchner Lockrufen in Richtung Florenz berichtet - ist schon seit längerem bekannt. Doch der Weltmeister, der in der laufenden Saison für die Fiorentina bereits wieder 16 Treffer erzielt hat und in der Toskana noch vertraglich bis 2008 gebunden ist, war laut "Gazzetta" auch von den italienischen Top-Klubs Inter Mailand, Juventus Turin und AC Mailand umworben.

Neben der Ablösesumme sollen die Münchner auch ein fürstliches Gehalt springen lassen. Tonis Management habe, so die Meldung aus Italien, von Inter, Juve und Milan 5,5 Millionen Euro Gehalt pro Spielzeit gefordert - eine Summe, die der FCB angeblich übertreffen will.

"Wende im Fall Toni. Er sagt ja zu den Bayern", hieß es nun in der "Gazzetta dello Sport". Für Toni würde dies bedeuten, in der kommenden Saison mit größter Wahrscheinlichkeit nicht in der Champions League spielen zu können. Zu groß erscheint der Rückstand der Bayern auf den dritten Platz in der Bundesliga, der zur Champions-League-Qualifikation berechtigen würde.

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Ottmar Hitzfeld

Mit Toni in den UEFA-Cup - und wer wird sein Sturmpartner im von Ottmar Hitzfeld bevorzugten 4-4-2-Grundschema? Mit Miroslav Klose wurde heimlich verhandelt - er soll nach Bayern-Wunsch zusätzlich zu Toni geholt werden. Doch der Bremer wird, so sein derzeitiger Arbeitgeber SV Werder, zumindest nicht vor 2008 innerhalb der Bundesliga wechseln. Das unterstrich Werder-Manager Klaus Allofs am Freitagabend. "Wir (...) haben klargemacht, dass während der Vertragslaufzeit bis zum 30.06.2008 ein Wechsel innerhalb Deutschlands nicht möglich ist."

Zudem könnte das Geheimtreffen mit Miroslav Klose für den FC Bayern Konsequenzen haben. Die DFL hat sich in die offensichtlich nicht regelkonformen Transferbemühungen eingeschaltet. "Wir werden beide Klubs um Stellungnahmen bitten", sagte am Sonntag DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus. Gemäß der "Lizenzordnung Spieler" der DFL durften die Münchner mit Klose nicht direkt in Kontakt treten. Dies wäre erst ein halbes Jahr vor Vertragsende gestattet, es sei denn, der andere Verein wird vor der Aufnahme von Verhandlungen schriftlich darüber informiert.

Uli Hoeneß weigerte sich derweil, Namen zu nennen, kündigte aber nach der peinlichen Niederlage gegen den Hamburger SV an: "Wir setzen alle unsere Kraft dafür ein, eine Mannschaft auf den Platz zu bringen, die mit dieser nichts mehr zu tun hat und von Anfang an um die deutsche Meisterschaft spielen kann. Viele Spieler hatten ihre Chance, haben die aber deutlich nicht genutzt. Deshalb haben sie auch keine zweite verdient." Claudio Pizarro spielt in den Planungen der Bayern wohl keine Rolle mehr, aber auch zahlreiche andere Spieler stehen zur Disposition.

Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hatte im Vorfeld mehrfach angekündigt, einen Transfer in der Größenordnung von 30 Millionen Euro plus Gehalt stemmen zu wollen, wenn die Sportliche Leitung von einem Spieler überzeugt sei. Hoeneß am Samstag: "Wir haben genug Geld, werden Klasse einkaufen und waren schon sehr fleißig. In den nächsten vier bis sechs Wochen werden wir Fakten schaffen."

Das angebliche Thema Rafael van der Vaart ist nun auch von offizieller Seite vom Tisch. Der Bayern-Manager bestätigte: "Wir haben uns nicht bemüht und werden es nicht tun." Auch HSV-Chef Bernd Hoffmann ist "felsenfest" überzeugt, dass der umworbene Niederländer auch in der kommenden Saison das Hamburger Trikot tragen wird: "Wir wollen und können auf ihn nicht verzichten."

29.04.07
 
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