14 Tage vor dem offiziellen Trainingsstart erfolgte für die Bremer Bosse somit der Startschuss für die neue Spielzeit. Einen Tag später, am Mittwoch, fand eine Sitzung der Geschäftsführung statt, in der es um die weiteren Planungen ging. Und ganz oben auf der Tagesordnung stand nicht der Fall Klose, vielmehr rückten andere Personalien, die in diesen Tagen entschieden werden könnten, in den Fokus.
Als "völlig offen" bewertet Allofs dabei das Bestreben, den Brasilianer Carlos Alberto zu gewinnen. Der Spieler habe sich zu Werder bekannt, berichtet der 50-Jährige und zählt die Bremer Trümpfe auf: Champions League, die geformte Elf sowie die Beispiele Diego und Naldo, die an der Weser eine tolle Entwicklung genommen haben, was dem fünfmaligen Nationalspieler natürlich nicht verborgen geblieben ist.
"Doch der Spieler entscheidet nicht allein", sagt Allofs auch. Die unter dem Kürzel "MSI" firmierende Investorengruppe aus England, die die Rechte an Carlos Alberto besitzt, hat ein kräftiges Wort mitzureden. Und so kommt auch der HSV, eifriger Mitbewerber, wieder ins Rennen. Allofs, der zudem auch von ausländischer Konkurrenz ausgeht, spricht von großen Anstrengungen des Rivalen und formuliert es so: "Mit Geld kann man manchmal alles regeln."
Hängepartie Carlos Alberto, Fragezeichen Leon Andreasen. Obwohl Allofs nochmals den Standpunkt des Klubs auffrischte: "Wir haben klare Absprachen. Und sind der Meinung, dass Leon bei uns bleibt." Dies mag der Anfang einer Pokerpartie um den Dänen sein, der noch in den USA urlaubt und am Sonntag zurückerwartet wird. Zwar sagt Ivan Benes, der Berater von Andreasen, offiziell: "Werder ist entscheidend. Wir haben die Entscheidung der Bremer zu respektieren." Doch der Agent erzählt hier nur die halbe Wahrheit. Im Hintergrund forciert die Andreasen-Partei seit Tagen einen Wechsel - zu Schalke 04. "Ich will zu Schalke", hat Leon im Freundeskreis in Dänemark verraten. Und dabei gleich über seine Beweggründe geplaudert. Andreasen fürchtet das "Zidan-Syndrom", will nach dem Leihgeschäft in Mainz nicht die Erfahrungen des Ägypters machen, der sich nach eigenen Angaben bei Werder nicht gerecht beurteilt fühlte und zu versauern glaubte.
Es ist davon auszugehen, dass ein Gefeilsche um den Preis einsetzen wird. Die Gelsenkirchener, so verlautet aus Andreasens Umfeld, seien bereit, gut zwei Millionen Euro zu zahlen. Werder Bremens Forderungen sollen sich noch auf rund vier Millionen belaufen.
Hans-Günter Klemm
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