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Wechselfehler bei Bissingen: Nöttingen legt Einspruch ein

Oberliga Baden-Württemberg

Zwölf Bissinger auf dem Feld: Nöttingen legt Einspruch ein

Wechselfehler beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen: Kurzzeitig agierte der neue Tabellenführer mit zwölf Spielern gegen den FC Nöttingen. Dieser legte nun Protest ein.

Wechselfehler beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen: Kurzzeitig agierte der neue Tabellenführer mit zwölf Spielern gegen den FC Nöttingen. Dieser legte nun Protest ein. Screenshot YouTube/FC Nöttingen TV

Oberliga Baden-Württemberg

Das Gastspiel des FC Nöttingen beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen wird ein Nachspiel haben. Wie die Remchinger am Sonntagabend mitteilten, werden sie die Spielwertung anfechten. Nachdem man die Videobilder zur Verfügung hatte, habe sich die Wahrnehmung vom Freitag bestätigt, so der Verein in seiner Meldung, "dass die Gastgeber in einer spielentscheidenden Situation mit 12 Spielern agierten". Aufgrund dieses Sachverhaltes lege der FCN fristgerecht Einspruch ein.

Was war passiert? Es lief bereits die Schlussphase an der Waldstraße in Bissingen, mit der der junge Schiedsrichter Patrick Mattern oft zu kämpfen hatte. Immer wieder kam es zu Wortgefechten, harten Aktionen und kniffligen Situationen. Für beide Mannschaften ging es schließlich um viel. Nöttingen wollte seine starke Form der vergangenen Wochen bestätigen und den Abstand zum Gefahrenbereich weiter vergrößern. Die Gastgeber dagegen peilten die Tabellenspitze an. In der 19. Minute schoss Dobros mit einem Aufsetzer den FCN in Front. Danach übernahm allerdings der FSV mehr und mehr vom Rückstand offenbar unberührt das Zepter. Nöttingen verteidigte mit einer gewissen Portion Spielglück im Bunde aber geschickt, ehe es in der 64. Minute dann doch passierte. Markopoulos verwandelte einen Foulelfmeter zum Ausgleich. Dieser läutete zugleich eine äußerst hitzige Schlussphase ein, in der zunächst wieder Markopoulos (84.) eine Gerezgiher-Flanke zur 2:1-Führung für Bissingen über die Linie drückte. Drei Minuten später sah Nöttingens Piazza Doppel-Gelb - erst für ein Foul und dann wegen Meckerns - und somit die Ampelkarte.

16 Sekunden auf dem Feld

In der 88. Minute kam es schließlich zum Vorfall, der nun das Sportgericht beschäftigen wird. Die Heimelf wollte mit einem Wechsel noch einmal etwas Zeit von der Uhr nehmen. Roman Kasiar ersetzte Doppeltorschütze Konstantinos Markopoulos. So weit, so gut. Hätte sich nicht Sekunden später vom Schiedsrichter und seinen Assistenten unbemerkt auch noch die Nummer 7 Ibish Sejdijaj aufs Feld geschlichen. 16 Sekunden nahm Sejdijaj am Spiel teil, ehe er den Fehler bemerkte und Richtung Seitenlinie sprintete - wiederum unbemerkt vom Schiedsrichtergespann. Währenddessen schaltete sein Team auf dem Platz schnell um. Mittlerweile an der Bissinger Bank angekommen, beobachtete Sejdijaj von dort aus, wie der Bissinger Konter über Niklas Mahler durch ein taktisches Foul gestoppt wurde. Marton, der nicht letzter Mann war, kassierte dafür unter heftigem Prostet der Nöttinger glatt Rot vom Schiedsrichter. Wenig später sah Sejdijaj, der nicht mehr offiziell am Spiel teilnahm, auch noch, wie sich sein Mitspieler Pierre Williams nach einem Foul an ihm zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ. Der Schlusspunkt eines hitzigen Gefechts, in dem das letzte Wort noch nicht gesprochen wurde.

dw