Nordost

Zwickau nach Babelsberg: Ohne Zimmermann, ohne Punkte

Aufwärtstrend vorerst gestoppt

Zwickau nach Babelsberg: Ohne Zimmermann, ohne Punkte

Sandro Sengersdorf und sein FSV Zwickau (rot) verloren am Dienstag in Potsdam. 

Sandro Sengersdorf und sein FSV Zwickau (rot) verloren am Dienstag in Potsdam.  IMAGO/Matthias Koch

Regionalliga Nordost

"Dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen, war uns klar", brachte es Sportdirektor Robin Lenk nach dem 1:3 im Nachholspiel in Babelsberg treffend auf den Punkt. Die zuletzt teils deutlichen Siege gegen Jena (5:2), Hertha II (4:1) und Erfurt (5:0) sorgten für Aufsehen. Mit vier Siegen in Serie katapultierte sich der Drittligaabsteiger aus der Abstiegszone ins gesicherte Mittelfeld. Vielmehr noch wurde ein spielerisches Selbstverständnis an den Tag gelegt, das dem eines Spitzenteams gleich kommt.

In den Überschwang des Jubels nach dem Kantersieg über Rot-Weiß Erfurt, wo man in der Hinrunde noch chancenlos 1:4 unterlag, mischten sich sofort auch die mahnenden Worte. "Die Trauben werden höher hängen", sagte Coach Rico Schmitt. Aus dem Spielerkreis vernahm man Ähnliches. Demut war der vorherrschende Tenor. "So, wie wir in der Hinrunde einen negativen Lauf hatten, haben wir jetzt einen positiven. Wir brauchen noch genügend Punkte für den Klassenerhalt, und die schweren Spiele mit dem Berliner AK oder jetzt Babelsberg kommen erst", sagte Torjäger Marc-Philipp Zimmermann noch vor diesem Dienstag. Mit zwölf Toren in 16 Partien ist der 33-Jährige unter den besten vier Schützen der Liga.

16. Spieltag

"Zimbo", wie sie ihren Publikumsliebling in Zwickau liebevoll nennen, benötigt gerade einmal 98 Minuten pro Tor, so wenig wie kein anderer Knipser. Ihn kann Zwickau nicht eins zu eins ersetzen, wenngleich man zum Jahresauftakt in Luckenwalde 1:0 gewann, während der hauptberufliche Polizei-Obermeister aus dienstlichen Gründen verhindert war. Am Dienstagabend in Babelsberg dieselbe Situation - nur eben ohne Happy End.

"Mit seiner Art und Weise ist er unersetzlich"

"Wir wussten von Anfang an, dass uns 'Zimbo' nicht jedes Spiel zur Verfügung stehen würde. Mit seiner Art und Weise ist er unersetzlich. Gerade bei den Flankenbällen, mit denen wir in der zweiten Halbzeit operiert haben ist er eine Waffe, die dann fehlt", resümierte Lenk am Dienstagabend.

Dass Zwickau auch ohne seinen mit Abstand besten Torschützen durchaus hätte einen Zähler aus dem Karl-Liebknecht-Stadion entführen können, ist, was Lenk gerne betont: "Die Einstellung war hervorragend." Ganz und gar nicht hervorragend war das Verhalten einiger Fans, die vor Anpfiff aneinander gerieten, nachdem Babelsberg-Fans über den Innenraum zum Gästeblock gestürmt waren, wohl, um eine Zaunfahne der Zwickauer Ultras zu entwenden. Lenk: "Das hat nichts bei einem Fußballspiel zu suchen!"

Michael Thiele

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