Tennis

Zwei Matchbälle abgewehrt: Maria besiegt Ostapenko und steht im Viertelfinale

Wimbledon: Dreisatzkrimi geht an die Deutsche

Zwei Matchbälle abgewehrt: Maria besiegt Ostapenko und steht im Viertelfinale

Steht unter den letzten Acht in Wimbledon: Tatjana Maria.

Steht unter den letzten Acht in Wimbledon: Tatjana Maria. AFP via Getty Images

Es war von Beginn an ein hart umkämpftes Match zweier Athletinnen, die sich auf Augenhöhe begegneten. Im ersten Satz hatte Ostapenko das bessere Ende für sich, die Lettin gewann Satz eins mit 7:5. Im zweiten Durchgang stand Maria dann bereits mit dem Rücken zur Wand. 4:5 und 15:40 - zwei Matchbälle für Ostapenko.

Doch Maria zeigte nun ihr bestes Tennis, machte vier Punkte in Folge und stellte auf 5:5. Nicht nur das, sie breakte anschließend die 25-Jährige und schnappte sich ihrerseits den Satz mit 7:5.

Ostapenko verliert die Nerven, Maria bleibt konzentriert

Im entscheidenden dritten Durchgang lag die zweifache Mutter gleich mit 0:2 hinten, doch auch aus dieser Situation kämpfte sich die laufstarke Spielerin aus Bad Saulgau heraus. Ostapenko unterliefen immer häufiger Fehler, mit den Rückhand- und Vorhand-Slices ihrer Kontrahentin hatte sie so ihre Probleme - die French-Open-Siegerin von 2017 haderte und blickte so manches Mal verzweifelt herauf zu ihrer Box.

Beim Stand von 4:4 schaffte Maria dann das Break nach einem hart umkämpften Aufschlagspiel, nach dem zu langen Ball von Ostapenko riss sie die Arme nach oben und ballte die Faust. Doch die Lettin konterte prompt und nahm Maria das Aufschlagspiel zu null ab.

Der entscheidende Punkt: Ostapenko hat keine Challenge übrig

Die Partie blieb hochdramatisch. Maria erarbeitete sich den nächsten Breakball, ein Rückhand-Slice landete knapp hinter dem Netz. Ostapenko versemmelte die Vorhand, wähnte den Ball aber im Aus und blickte entsetzt zur Schiedsrichterin. Doch sie hatte keine Challenge mehr übrig - 6:5 für Maria, die erneut zum Matchgewinn aufschlug.

Beim Stand von 15:0 zerhämmerte Ostapenko ihren Schläger, die Lettin war sichtlich mit den Nerven runter. Kurz darauf war es vorbei: Maria führte 40:0 und nutzte ihren zweiten Matchball zum 5:7, 7:5 und 7:5! 2:07 Stunden musste sie dafür kämpfen.

Marias Dank galt den "fantastischen Zuschauern", die ihr geholfen hätten, sich aus der scheinbar ausweglosen Situation zu befreien. "Sie waren immer da, und wenn sie an mich glauben, dann glaube ich auch an mich", sagte Maria. Ostapenko war da schon lange weg. Sie warf zum Abschied noch ihren Stuhl um und verließ den Court umgehend.

Eine deutsche Spielerin steht somit bereits sicher im Halbfinale: Maria trifft in der Runde der letzten Acht schließlich auf Jule Niemeier, die die Britin Heather Watson aus dem Turnier warf.

Christoph Laskowski