Tennis

Zverev wehrt Top-Talent Sinner ab und steht im Viertelfinale

Dreisatzsieg über Italiener

Zverev wehrt Top-Talent Sinner ab und steht im Viertelfinale

Wichtiger Moment: Alexander Zverev hat soeben das Break im zweiten Satz geschafft.

Wichtiger Moment: Alexander Zverev hat soeben das Break im zweiten Satz geschafft. AFP via Getty Images

Mit einem 6:4-, 6:4- und 7:6 (9:7)-Erfolg über Jannik Sinner hat sich der an Position vier gesetzte Alexander Zverev ins Viertelfinale von Flushing Meadows vorgearbeitet.

Die Partie begann nicht direkt auf höchstem Niveau, beide Kontrahenten leisteten sich den ein oder anderen leichten Fehler. Knackpunkt des ersten Satzes war zweifelsohne der frühe Mittelteil. Nachdem Sinner zwei Breakchancen zur möglichen 3:1-Führung liegen gelassen hatte, machte es Zverev im Gegenzug besser und breakte zum 3:2. Mit starken ersten Aufschlägen sorgte er in der Folge dafür, dass Sinner nicht mehr in die Nähe des Ausgleichs kam - das reichte für ein 6:4.

Die hervorragenden Aufschlagspiele setzte Zverev im zweiten Satz fort. Mehr als einen Ballwechsel gab er selten ab, auf ein 40:15 folgte oft der Spielgewinn. Der hochgehandelte Sinner allerdings steigerte sein Niveau und auch die Geschwindigkeit der Grundschläge. Es entstand ein nun sehenswertes Match mit langen Ballwechseln, das sich gegen Satzende zuspitzte.

Die Dramatik keimt und geht gleich wieder ein

Beim Stand von 4:4 und eigenem Aufschlag glich Sinner einen 0:40-Rückstand aus, wehrte einen weiteren Breakball (insgesamt also vier) ab. Die Zuschauer feierten die aufkeimende Dramatik, die aber durch einen unerzwungenen Fehler des 20 Jahre alten Südtirolers beim fünften Breakball gleich wieder einging. Zverev ballte die Faust und durfte abermals zum Satzgewinn servieren.

Mit einem Mal aber spielte Sinner "alles oder nichts" - und erwischte den Deutschen so auf dem falschen Fuß. 15:40! Beide Breakbälle vergab er jedoch überhastet, mit einem missglückten Überkopf-Volley "schenkte" der Weltranglisten-16. seinem Gegenüber den zweiten Satz - 6:4 für Zverev.

Doppelfehler macht es noch einmal spannend

Die Luft schien nun ein bisschen raus zu sein bei Sinner, der zwar wieder erfolgreich eröffnete, aber danach schon sein zweites Aufschlagspiel abgab. Zverev bewegte sich gut und münzte den Erfahrungsvorteil gegenüber seinem vier Jahre jüngeren Kontrahenten um. Der Deutsche zeigte sich ballsicherer und durfte sich vor allem immer wieder auf den funktionierenden Aufschlag verlassen. Lange Zeit führten zwei Drittel seiner zweiten Aufschläge zum Punktgewinn - ein hervorragender Wert.

Nur eine Schwächephase galt es zu überstehen: Bei 4:3 unterlief Zverev ein Doppelfehler im schlechtesten Moment: bei Breakball Sinner. Es sollte der einzige Aufschlagverlust im gesamten Match sein, gab Sinner aber ordentlichen Aufwind. Plötzlich spielte sich der Italiener in einen kleinen Rausch, pushte sich bei wichtigen Punkten und zog das Publikum immer weiter auf seine Seite. Das gipfelte bei gegnerischem Aufschlag in zwei Satzbällen beim Stand von 6:5.

Tie-Break entscheidet

Zverev zog sich am eigenen Schopfe aus diesem Tief, rettete sich in den Tie-Break und holte auch dort einen 1:4-Rückstand auf. Das Momentum wechselte immer wieder die Seiten.

Einen 217 Kilometer-pro-Stunde-Aufschlag prügelte Sinner beispielsweise zum Winner und zur 6:4-Führung zurück ins Feld, sicherte sich zwei Satzbälle - und vergab seine Chancen kläglich. Zverev bekam schließlich seine Gelegenheit und entschied den Tie-Break mit 9:7 für sich.

So führte ein im besten Sinne solider Auftritt des gebürtigen Hamburgers auch im dritten Satz zu einem 7:6. Etwas Steigerungspotenzial für Matches gegen Djokovic, Medvedev und Co. hat sich der 24-Jährige allerdings noch gelassen. Im Viertelfinale ist er erst einmal erneut klarer Favorit: gegen Lloyd Harris (Südafrika), der den 2,11 m Hünen Reilly Opelka (USA) später am Abend souverän in vier Sätzen besiegte.

pab