Tennis

Zverev veröffentlicht Diabetes-Erkrankung und gründet Stiftung

Die Stiftung unterstützt betroffene Kinder und Jugendliche

Zverev gibt Diabetes-Erkrankung bekannt und gründet Stiftung

Spricht erstmals öffentlich über seine Diabetes-Erkrankung: Tennis-Olympiasieger Alexander Zverev.

Spricht erstmals öffentlich über seine Diabetes-Erkrankung: Tennis-Olympiasieger Alexander Zverev. IMAGO/Hasenkopf

"Als kleiner Junge habe ich mir darüber keine großen Gedanken gemacht, später mehr und mehr. Ich will zeigen, dass man es mit dieser Krankheit ganz weit schaffen kann", teilte Zverev am Samstag mit. Gleichzeitig gab er die Gründung seiner Stiftung "Alexander Zverev Foundation - Aufschlag gegen Diabetes" bekannt. Neben der Bereitstellung von Insulin und weiteren lebensnotwendigen Medikamenten wird Zverevs Stiftung Projekte für betroffene Kinder und Jugendliche unterstützen.

"Jetzt, viele Jahre später und auch mit den Erfolgen im Rücken, fühle ich mich wohl dabei und sicher genug, um mit dieser Initiative an die Öffentlichkeit zu gehen", sagte der gebürtige Hamburger weiter. Er wolle ein Vorbild sein für bereits erkrankte Menschen, aber auch eine Stütze für die Kinder, "die mit einem aktiven Leben und der richtigen Vorbeugung noch vermeiden können, Diabetes zu bekommen".

"Ein großes Anliegen, etwas zurückzugeben"

"Ich bin in der privilegierten Situation, ein Leben zu führen, das ich immer führen wollte. Ich wollte immer Tennis spielen, auf Turniere rund um den Globus reisen und zu den besten Tennisspielern der Welt gehören. Dass mir das gelungen ist, habe ich vor allem meinen Eltern und meinem Bruder zu verdanken, die mich auf meinem Weg dorthin immer bedingungslos unterstützt haben und das noch heute tun", sagte der 25-Jährige, der derzeit nach seiner schweren Bänderverletzung in der Reha an seinem Comeback arbeitet.

Ihm sei bewusst, dass nicht alle Kinder solches Glück haben und "daher ist es mir ein großes Anliegen, etwas zurückzugeben und anderen Betroffenen auf ihrem Weg zu helfen".

Diabetes (Zuckerkrankheit) ist eine Stoffwechselkrankheit, der Körper kann dadurch kaum oder kein Insulin mehr produzieren. Der Typ 1, wie bei Zverev, ist bisher nicht heilbar, so dass die Betroffenen ihr Leben lang Insulin spritzen müssen.

US-Open-Teilnahme ist "noch weit weg"

Sportlich muss Zverev derweil weiter um seine Teilnahme an den US Open bangen. "Das ist noch zu früh, ich habe jetzt zum ersten Mal Tennis gespielt", sagte der 25-Jährige nach erstem leichten Training auf dem Platz am Samstag den Fernsehsendern RTL und ntv. Er habe gerade zum ersten Mal wieder "sehr, sehr vorsichtig" Tennis gespielt, betonte der Hamburger und ergänzte mit Blick auf das wichtige Turnier vom 29. August bis 11. September in New York City: "Um bei einem Grand Slam zu spielen, ist es noch weit weg, mal schauen wie das funktionieren wird."

Zverev war am 3. Juni im Halbfinale der French Open gegen Rafael Nadal mit dem rechten Fuß umgeknickt und hatte sich dabei alle drei seitlichen Bänder im rechten Sprunggelenk gerissen. Anschließend war er operiert worden. Bei seinem ersten Training habe er "wirklich gar keine Schmerzen" gehabt, sagte er: "Klar hab ich mich sehr vorsichtig bewegt, ich hab noch keinen Druck aufgebaut auf meinen Fuß, aber es ist einfach eine schöne Nachricht, dass ich wirklich gar keine Schmerzen gehabt habe - jetzt können wir weiterschauen!"

lbo, dpa