2. Bundesliga

Zuversicht beim HSV nach Rückschlag und direkter Reaktion

Schmerzhafte Prallelen und markante Unterschiede

Zuversicht beim HSV nach Rückschlag und direkter Reaktion

Will Platz zwei in der Tabelle behalten: Michael Mutzel

Will Platz zwei in der Tabelle behalten: Michael Mutzel imago images/foto2press

Wenige Stunden später, nach Abschluss der Sonntagspiele, hatte die Elf von Tim Walter durch das vorangegangene 1:1 beim Abstiegskandidaten seine Tabellenposition plötzlich sogar verbessert und erstmals Platz 2 eingenommen. Augenwischerei, versichern die Protagonisten, wird deshalb nicht betrieben. "Wir müssen mehr andribbeln, mutig sein und aggressiv im Gegenpressing" umreißt der Coach die eigentlichen Merkmale des HSV-Spiels und räumt ein: "Das haben wir in der ersten Halbzeit fast nicht gemacht."

Und damit ein Abziehbild produziert von vielen Auftritten des einstigen Bundesliga-Dinos bei Zweitliga-Abstiegskandidaten in den zurückliegenden drei Jahren. An Orten wie Sandhausen, Würzburg oder Osnabrück haben die Hanseaten mit schwerfälligen Vorträgen wie im ersten Durchgang regelmäßig ihr Bundesliga-Ticket verspielt. Der 45-minütigen Parallele zur Vergangenheit folgte am Samstag jedoch ein ganz entscheidender Unterschied.

Und den streicht Walter deutlich heraus: "Entscheidend für mich ist, dass wir nach so einer ersten Halbzeit so zurückkommen können." Das ist tatsächlich neu in Hamburg und löst auch beim Sportdirektor Zuversicht aus. "Die erste Halbzeit war beschissen", drückt es Michael Mutzel drastisch aus, "aber die Mannschaft ist nicht weggebrochen. Es gibt uns ein gutes Gefühl, dass die Jungs inzwischen die richtigen Hebel finden." Ein deutlich besseres noch als der vorübergehende Sprung auf den direkten Aufstiegsplatz.

Nord-Derby soll gewonnen werden

Dieser soll im nun anstehenden Nord-Derby gegen Spitzenreiter Werder zementiert werden. Mutzel lässt keinen Zweifel daran aufkommen, "dass wir dieses Spiel gewinnen wollen." Er wirkt aber auch jetzt schon darauf ein, dass der Aufstiegskampf nicht an einem Festtag entschieden wird, sondern im Alltag. Der führt den HSV nach dem Trip in den Hardtwald unter anderem auch noch nach Regensburg, Ingolstadt oder Rostock.

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Pflaster also mit Stolperstein-Potenzial, wenn der Favorit das Gesicht der ersten Halbzeit vom Samstag auflegt. Gleichzeitig aber auch Aufgaben, die Chancen bieten, weil die fünf größten Aufstiegskonkurrenten noch jeweils in vier direkte Duelle müssen, während Hamburg nach dem Gipfel gegen Bremen bereits gegen alle Teams aus den Top 6 der Tabelle gespielt hat. Mutzel weiß: "Sandhausen war nicht das letzte Spiel dieser Art in dieser Saison." Und Hamburgs Profis wissen spätestens jetzt, wie sie in diesen Partien nicht bestehen werden. Sie zeigten aber eben auch, wie sie bestehen können. 

Sebastian Wolff

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