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Zukunft von PES: Konami setzt alle Chips auf Next-Gen-Konsolen

Produktmanager Lennart Bobzien erklärt die Ausrichtung

Zukunft von PES: Konami setzt alle Chips auf Next-Gen-Konsolen

Mit dem Next-Gen-Debüt will Konami PES auf ein komplett neues Level heben.

Mit dem Next-Gen-Debüt will Konami PES auf ein komplett neues Level heben. Konami

Als Konami im Juli ankündigte, dass in diesem Jahr anstatt eines neuen Teils nur eine aktualisierte Version von eFootball PES 2020 ohne Gameplay- oder anderweitige Neuheiten erscheinen wird, hatten viele Fans diese Entscheidung der Corona-Krise zugeschrieben. Laut Produktmanager Bobzien war der Virus zwar eine Herausforderung für das Unternehmen, aber nicht prägend für die Saison-Update-Strategie. Dahinter steckt etwas anderes: "Als wir damit begonnen haben, uns auf unser Next-Gen-Debüt vorzubereiten, wurde uns schnell klar, dass die Erfüllung unserer Ambitionen weit mehr Entwicklungszeit benötigen würde. Daher wollten wir sicherstellen, dass unser Team die Ressourcen zur Verfügung hat, um sich voll und ganz darauf zu fokussieren."

Konami richtet seinen Blick folglich in die weiter entfernte Zukunft - auf eFootball PES 2022 und darüber hinaus. Für Bobzien ist das die richtige Entscheidung: "Die Einzigartigkeit der Marke PES besteht aus ihrem Realismus, dem Gameplay und ihrer Authentizität. Mit der nächsten Konsolen-Generation wollen wir sicherstellen, dass wir diese Punkte für unsere Fans liefern können, wie sie es von uns erwarten - wir wollen kein halbgebackenes Next-Gen-Debüt." Mit eFootball PES 2022 stellt das Entwicklerstudio auch auf die Unreal Engine um, ein entsprechend großer Sprung nach vorne ist zu erwarten.

Überbrückung mit PES 2021

Bis es so weit ist, muss Konami die Fans jedoch durch eFootball PES 2021 begeistern. Der Verkaufspreis ist mit knapp 30 Euro deutlich günstiger als für eFootball PES 2020 - und fällt für Spieler des Vorgängerteils noch um 20 Prozent geringer aus -, dennoch wird Konami damit wohl kaum Eindruck im Konkurrenzkampf mit EA SPORTS machen. Das kalifornische Unternehmen bringt mit FIFA 21 wie üblich einen neuen Teil inklusive zahlreicher neuer Features heraus. "Wir haben Vertrauen in die Tatsache, dass PES 2021 den Fans mehr als genug Aufregung bieten wird, um sie zu unterhalten, bis unser Next-Gen-Titel veröffentlichungsfertig ist", meint Bobzien. Dabei setzt Konami wieder einmal auf das Gameplay.

Lizenzen nicht oberste Priorität

Das realitätsnahe Gameplay gilt seit Jahren als größte Stärke von PES, während die Reihe vor allem in puncto Lizenzen weit hinter FIFA zurückbleibt. Viele Fans fragen sich, wie wohl die Verteilung der Spielerschaft aussehen würde, dürfte auch Konami nahezu alle Vereine einbauen. Tauschen möchte Bobzien allerdings nicht: "Das außergewöhnliche Gameplay von PES wurde über Jahre der Verfeinerung hinweg aufgebaut. Wenn jemand also den Fußball liebt, dann liebt er PES. Wir sind uns dessen bewusst, dass es unter unseren Fans eine hohe Nachfrage nach mehr Lizenzen gibt, und haben deshalb mehrere auf Lizenzen spezialisierte Teams in aller Welt, die neue Möglichkeiten erkunden. Aber das wird niemals zulasten des Gameplays geschehen."

Umso wichtiger ist es Bobzien und Konami, dass das Gameplay zum Next-Gen-Debüt den Erwartungen der Spieler standhält. Dieser eigene Anspruch überwiegt die Sorge, mit dem eFootball PES 2021 Saison-Update im Konkurrenzkampf mit FIFA weiter zurückzufallen. Dann wird sich auch zeigen, ob Konami langfristig an einem neuen Modell mit großen Veröffentlichungen im Zweijahrestakt festhält oder wieder zum jährlichen Rhythmus zurückkehrt. Ein wegweisender Release wird es nach der Saison-Update-Entscheidung zwangsläufig.

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Christian Mittweg