Bundesliga

"Keine Struktur": FCA-Trainer Weinzierl benennt die Defizite

FCA-Manager Reuter "extrem enttäuscht" über verspielten Sieg

"Zu passiv, keine Struktur": Weinzierl benennt die Defizite

Der Druck wächst: Augsburgs Manager Stefan Reuter und Trainer Markus Weinzierl.

Der Druck wächst: Augsburgs Manager Stefan Reuter und Trainer Markus Weinzierl. imago images/Sven Simon

45 Minuten lang war der FCA am Sonntagabend auf einem guten Weg zum ersehnten Befreiungsschlag. Die Augsburger begannen zweikampfstark, konsequent und attackierten den Gegner früh. Besonders Daniel Caligiuri fiel auf der rechten Seite als Antreiber auf und sorgte zudem mit Standards für Gefahr. Einen dieser scharf getreten Bälle verwertete Reece Oxford zur frühen Führung, die der FCA bis zur Pause noch hätte ausbauen können.

Mit der Halbzeit kam der Bruch beim FCA

Alles lief also nach Plan, doch mit der Halbzeit kam ein Bruch ins Augsburger Spiel. "Wir waren zu passiv, hatten keine eigene Spielstruktur, haben zu viele lange Bälle geschlagen", benannte Trainer Markus Weinzierl die Defizite in der zweiten Hälfte. Sie führten dazu, dass sein Team einen möglichen Dreier gegen lange Zeit erschreckend harmlose Bielefelder noch aus der Hand gab.

Während der Gegner mit mehr Engagement und Wucht auftrat, verfiel der FCA in den Verwaltungsmodus. "Wir haben es nicht geschafft eine wirkliche Linie in unser Spiel zu bringen", bemängelte auch Manager Stefan Reuter. Dass die Arminia mit der ersten Chance ausglich und zwei Augsburger Tore wegen knapper Abseitsstellungen aberkannt wurden, kam noch hinzu.

Das sind die Heimspiele, die man gewinnen sollte. Wenn das nicht klappt, kommt automatisch der Druck.

Markus Weinzierl

Reuter zeigte sich "extrem enttäuscht, dass wir nur einen Punkt geholt haben". Auch aus Sicht von Weinzierl sind das "zwei Punkte zu wenig" Die Bedeutung der Partie gegen Bielefeld hatte der FCA-Coach im Vorfeld hervorgehoben: "Das sind die Heimspiele, die man gewinnen sollte. Wenn das nicht klappt, kommt automatisch der Druck." Genau das ist nun eingetreten.

Mit sechs Zählern aus acht Partien steht Augsburg auf Platz 16. Vor der Mitgliederversammlung an diesem Dienstag und dem Auswärtsspiel in Mainz am Freitag (20.30 Uhr) wird die Lage immer ungemütlicher. "Wir wollen auf alle Fälle mehr Punkte als Spiele haben. In der Situation sind wir nicht, von daher müssen wir zulegen", macht Reuter deutlich.

Die erste Chance auf einen Befreiungsschlag ließ der FCA leichtfertig liegen. Die wegweisenden Wochen gehen nun mit den Spielen gegen Mainz, Bochum (Pokal) und Stuttgart weiter. Dann müssen die Augsburger an die ersten 45 Minuten vom Bielefeld-Spiel anknüpfen - und dieses Level über die komplette Spieldauer halten. "Eine Halbzeit reicht eben nicht", stellte Weinzierl nüchtern fest. Er und sein Team bekamen das am Sonntag auf bittere Weise zu spüren.

David Bernreuther

Bilder zur Partie FC Augsburg - Arminia Bielefeld