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Zu milde, zu unkreativ - das wird sich rächen, EA

Kommentar zur No-Loss-Glitch-Bestrafung

Zu milde, zu unkreativ - das wird sich rächen, EA

in No-Loss-Glitch und die Folgen verärgern zahlreiche FIFA-Spieler.

in No-Loss-Glitch und die Folgen verärgern zahlreiche FIFA-Spieler. EA SPORTS

Für gute Belohnungen in FUT machen FIFA-Spieler viel. Wie viel zeigte das vergangene Wochenende, als zahlreiche Konsolenkicker lieber zum No-Loss-Glitch griffen, als ihre Partien ordnungsgemäß zu absolvieren.

EA SPORTS reagierte am 20. Oktober und suspendierte über 30.000 Spieler, die den Fehler in FIFA 22 mehrfach ausgenutzt hatten, für sieben Tage. Nicht schlecht EA - aber auch nicht gut. Denn diese Strafe reicht bei Weitem nicht aus.

Verordnetet Zwangsurlaub

Der Entwickler betonte in einem Tweet zwar, dass den gesperrten Spielern durch den Bannzeitraum auch die anstehende Weekend League verwehrt bleibt, das muss allerdings ein schlechter Scherz sein: Eine Woche ohne FIFA und Wochenendstress - manch ein Spieler würde das eher als Urlaub oder Auszeit bezeichnen denn als Strafe.

Sieben Tage sind keine lange Zeit. Dem ein oder anderen Glitch-Abuser wird der Bann vielleicht gar nicht auffallen, wenn die Woche schon anderweitig verplant ist. Ein 1000-Tage-Bann wäre übertrieben - den hatten nach einem Anzeigefehler von EA viele Spieler befürchtet - aber ein Monat wäre eher angemessen.

Es gilt zu bedenken, dass sich die abgestraften Personen nicht nur unsportlich gegenüber dem Rest der Community verhalten und einen unfairen finanziellen Vorteil in Form der Weekend-League-Belohnungen ergattert haben. Durch die vielen Topplatzierungen überschwemmten zahlreiche Team-of-the-Week-Karten den Transfermarkt und drückten die Preise - zum Nachteil aller, die diese fair erlangt hatten.

Mehr Meinung gefällig?

EAs Motive für die milde Strafe scheinen auf der Hand zu liegen: Je länger der Bann ausfällt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Spieler von FIFA abwenden. Zwar wäre in Frage zu stellen, wie viel eine Community voller Glitch-Abuser wert ist, allerdings lässt sich auch der potenzielle wirtschaftlichen Nachteil von EA nachvollziehen. Wenn es doch nur eine Möglichkeit gäbe, ebenjene Spieler zu bestrafen, ohne sie zu vertreiben.

Zu kurz gedacht

An der Stelle zeigt sich, wie unkreativ EAs Lösung ist. Eine Strafe muss sich nicht auf die Zeit des Banns beschränken, ein Entwickler verfügt zusätzlich über andere Möglichkeiten. Wie wäre es beispielsweise mit einer Transfermarkt-Sperre für einen oder mehrere Monate. Dadurch würde EA SPORTS gleichzeitig verhindern, dass all die erschummelten Karten allzu schnell in den Umlauf geraten.

Man könnte auch den Coin-Multiplikator drastisch senken, die Teilnahme an den Wettbewerbs-Modi einschränken oder andere Belohnungen einkassieren. Diese Varianten würden die Glitch-Abuser nicht vom FIFA-Spielen abhalten, sie wahrscheinlich aber deutlich mehr ärgern als nur ein Sieben-Tage-Bann.

Außerdem wäre es dem Entwickler möglich, Strafen zu staffeln. Je häufiger ein Glitch genutzt wurde, desto höher könnten Sanktionen ausfallen. Was genau angemessen ist, darüber wäre zu diskutieren. Klar ist allerdings: EA SPORTS hätte mehr machen müssen - insbesondere mit Blick in die Zukunft.

Eine risikoreiche Entscheidung

Der Entwickler sendet mit dem milden Strafmaß ein Signal aus: Glitches auszunutzen ist nicht cool, aber auch nicht allzu schlimm. Entsprechend könnten es beim nächsten entdeckten Spielfehler mehr als 30.000 Personen geben, die versuchen diesen auszunutzen. Zu verlockend sind die Belohnungen in der Weekend League. Wundern darf sich EA SPORTS dann kaum, denn mit ihrer Entscheidung haben die Verantwortlichen gezeigt, dass sie den No-Loss-Glitch eher als Kavaliersdelikt ansehen.

Christian Mittweg

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