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Zu laut gepfiffen: Kreisliga-Schiedsrichter vor Gericht

Spieler erleidet Tinnitus

Zu laut gepfiffen: Kreisliga-Schiedsrichter vor Gericht

Ein Pfiff mit Konsequenzen: Weil ein Schiedsrichter in das Ohr eines Spielers gepfiffen haben soll, muss er sich nun vor Gericht verantworten.

Ein Pfiff mit Konsequenzen: Weil ein Schiedsrichter in das Ohr eines Spielers gepfiffen haben soll, muss er sich nun vor Gericht verantworten. imago images/Agentur 54 Grad

Eine Partie, die vielen bis auf Weiteres in Erinnerung bleiben wird: Am 21.Oktober 2018 standen sich die SpVgg Sonnenberg II und die DJK 1. SC Klarenthal II in der Kreisliga B Wiesbaden gegenüber. Beim 6:4 fielen nicht nur zehn Treffer, an jenem Nachmittag hatte der damalige Schiedsrichter Pierre H. mit acht gelben, sowie einer roter Karte alle Hände voll zu tun. Wie diverse Medien, unter anderem der Wiesbadener Kurier, berichten, soll eine bestimmte Szene dazu geführt haben, dass die Partie nun -  fast vier Jahre später - zum wiederholten Male ein Fall für das örtliche Gericht wird.

Ein Pfiff mit Konsequenzen

Was war passiert? Als es nach rund 60 Minuten beim Stand von 4:2 zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen mehreren Spielern kam, hätte der Unparteiische zu seiner Trillerpfeife gegriffen, um die Situation mittels lauter Pfiffe zu entschärfen und damit eine Rudelbildung zu verhindern. Bei den schrillen und extrem lauten Tönen soll ein Spieler des SC Klarenthal II, der sich in unmittelbarer Nähe des Schiedsrichters befand, bleibende Schäden im linken Ohr davon getragen haben - Probleme, die den Spieler offenbar bis heute beschäftigen. Der schrille Schlichtungsversuch von Pierre H. zog schließlich eine Anzeige wegen Körperverletzung nach sich, die im strafrechtlichen Prozess im Jahr 2019 zunächst mit einer Geldstrafe von 4500 Euro geahndet worden sein soll. Daraufhin hätte der Angeklagte allerdings Einspruch erhoben und wurde letztlich zu 80 Sozialstunden verurteilt. 

Damit ist die Sache aber noch nicht gegessen. Im April darf Pierre H. noch einmal vor Gericht erscheinen, diesmal zum zivilrechtlichen Verfahren. Wie schon im strafrechtlichen Prozess fordert der Kläger Schmerzensgeld (diesmal 5000 Euro), als Entschädigung für den Tinnitus in seinem linken Ohr.

luk

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