Bundesliga

Trotz VfB-Intermezzo: Zorniger steht gern für risikobehafteten Fußball

Früherer VfB-Coach steht gerne für risikobehafteten Fußball

Zorniger: "Das tut ab und zu so weh, dass du dir das nicht antun musst"

Wird gerne mit einem risikobehafteten Fußball verbunden: Alexander Zorniger.

Wird gerne mit einem risikobehafteten Fußball verbunden: Alexander Zorniger. imago images

"Ich glaube schon, dass alle Trainer ein breites Ego haben. Wenn du es hoch schaffst auf dieses Level, dann brauchst du das. Du musst überzeugt sein, von dem was du machst, von dem, was du sagst, von dem, wie du wirkst", befindet Zorniger im "kicker meets DAZN"-Podcast. Überzeugt war der 52-Jährige in seiner Trainerkarriere vor allem von einem risikofreudigen Spielstil. Während seines halbjährigen Intermezzos beim VfB Stuttgart trug dieser 2015 nicht allzu viele Früchte. Bei Zornigers erstem, inzwischen ebenfalls beendetem, Auslandsengagement bei Bröndby IF danach schon eher.

Er habe immer "ein sehr klares Bild von dem Fußball, den meine Mannschaft irgendwann mal spielen sollte", meint Zorniger und blickt zurück: "Das hat in Bröndby sehr schnell funktioniert. Im Gegensatz zu Stuttgart war hier sicherlich der große Vorteil, dass ein paar Schlüsselerlebnisse für die Spieler, die sie brauchen, um in dieser Art und Weise Fußball zu spielen, funktioniert haben." Wie die Erfolge in der Europa-League-Qualifikation 2016/17, als Bröndby unter anderem Hertha BSC rauswarf.

"Es war nicht mein Plan, in Stuttgart nur ein halbes Jahr zu bleiben", gibt Zorniger im KMD-Podcast unumwunden zu, betont aber auch, dass er sein Auftreten gegenüber Medien oder Profis trotz des erfolglosen Gastspiels beim VfB nicht geändert habe: "Jeder muss für sich festlegen, ob er ein Trainer ist, der die Faust in der Hosentasche ballt und denkt, jetzt sage ich etwas ganz anderes als das, was ich eigentlich sagen wollte. Oder ob man jeden Morgen in den Spiegel schauen kann."

KMD #74 - Jonas Hofmann
22. Februar 202101:24:07 Stunden

KMD #74 - Jonas Hofmann

Wenn alle über Gladbach reden, sprechen wir eben mit Gladbach! In der neuen KMD-Folge ist Borussia-Nationalspieler Jonas Hofmann zu Gast und gibt Auskunft über die Stimmung im Team seit dem Bekanntwerden des Wechsels von Trainer Marco Rose zum BVB im Sommer. Dazu plaudern wir unter anderem noch über seine Lieblingsposition, Basketballautomaten und ein ganz spezielles Frühstück. Außerdem ist natürlich der Frankfurter Sieg gegen die Bayern ein genauso großes Thema wie der Status Quo in Dortmund nach dem Derbysieg, über den uns kicker-Reporter Matthias Dersch auf dem Laufenden hält. Dringender Hinweis noch für euch, liebe KMD-Ultras: HÖRT DIESE FOLGE AUF JEDEN FALL BIS ZUR ALLERLETZTEN SEKUNDE! Es lohnt sich, versprochen…

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Klar sei allerdings auch: "Du kannst dich natürlich gegen die Gesetzmäßigkeiten dieses komischen Berufs stellen und sagen, ich sage grundsätzlich immer die Wahrheit und falle immer auf die Schnauze. Das tut ab und zu so weh, dass du dir das nicht antun musst."

Von seinem Spielstil will Zorniger auch in Zukunft nicht abweichen. "Ich habe ein ganz ausgezeichnetes Verhältnis zu Risiko an sich in meinem Leben. Und deshalb gefällt es mir auch, wenn jemand, wenn er Zorniger hört, dann auch an risikobehafteten Fußball denkt", meint der Coach, der glaubt, dass die Geschwindigkeit des Spiels weiter steigen wird.

"Fußball ist ein Spiel, das in allererster Linie denen da oben gefallen sollte", betont Zorniger und meint die Zuschauer: "Das Publikum reagiert auf Zweikämpfe, auf Torchancen herausspielen, auf den Ball zurückerobern aus einer aussichtslosen Situation - und das musst du in deinen Spielplan reinkriegen", findet Zorniger - für "eine Spielweise, die einfach auch Spaß macht".

ski

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