Bundesliga

Michael Zorc kontert Hoeneß-Kritik: "Ziemlich arrogante Aussagen"

Reaktion des BVB-Sportdirektors lässt nicht lange auf sich warten

Zorc kontert Hoeneß-Kritik: "Ziemlich arrogante Aussagen"

BVB-Sportdirektor Michael Zorc

Er wollte die Kritik von Uli Hoeneß nicht auf sich sitzen lassen: BVB-Sportdirektor Michael Zorc. imago images

Es musste Uli Hoeneß klar sein, dass seine in der "FAZ" geäußerte Kritik an der Dortmunder Transferpolitik nicht ohne Widerhall verklingen würde. Vielleicht hatte der Ehrenpräsident des FC Bayern das sogar einkalkuliert. Die Reaktion aus Dortmund jedenfalls ließ am Montag nicht lange auf sich warten - und sie fiel deutlich aus. "Ich finde die Aussagen ziemlich arrogant, aber einiges ist auch sachlich de facto falsch", teilte BVB-Sportdirektor Michael Zorc auf kicker-Anfrage mit und setzte noch einen drauf: "Wenn man jedes Jahr 250 Millionen Euro mehr in der Tasche hat, lässt es sich mit vollen Hosen gut stinken."

Hoeneß hatte zuvor kritisiert, dass ein junger Spieler beim BVB das Gefühl entwickeln müsse, ein "Verkaufsobjekt" zu sein. "Wenn Dortmund einen hochtalentierten Spieler kauft und er gut spielt, kann man wenige Monate später entweder aus dem Klub selbst oder von außerhalb hören, dass er irgendwann ein Verkaufsobjekt darstellen wird. Wie soll ein Spieler die DNA des Vereins hundertprozentig aufsaugen, wenn er das Gefühl hat, ein Verkaufsobjekt zu sein", sagte der frühere Präsident und Spieler des Dortmunder Rivalen. Dies könne den Schwarz-Gelben einige Prozent in wichtigen Spielen kosten.

Hoeneß bringt offenbar etwas durcheinander

Hoeneß erwähnte außerdem, auch der FC Bayern sei an Jadon Sancho, der damals noch in der Jugendakademie von Manchester City spielte, interessiert gewesen. Im "letzten Moment" habe dieser sich jedoch für den BVB entschieden. Offenbar bringt Hoeneß in dieser Personalie allerdings etwas durcheinander. Denn der Ablauf stellte sich damals anders dar: Während Dortmund sich bereits lange um Sancho bemüht und ihn bereits von einem Wechsel überzeugt hatte, traten die Bayern erst kurz vor dem Abschluss des Deals auf den Plan und wollten dazwischenfunken. Zu spät. Sancho ging 2017 zum BVB.

Ähnliches wiederholte sich in diesem Sommer bei Jude Bellingham. Auch nach dem jüngst verpflichteten Mittelfeld-Talent hatten die Dortmunder frühzeitig ihre Fühler ausgestreckt, ihn intensiv bei Birmingham City gescoutet, mit ihm und seinem Umfeld gesprochen und ihm die sportlichen Pläne des BVB erklärt. Nach kicker-Informationen traten erst dann die Bayern an den 17-Jährigen heran und boten ihm mehr. Erneut fiel die Wahl des Spielers allerdings am Ende auf den BVB.

Matthias Dersch

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