Bundesliga

Zorc entzückt: "Jeder arbeitet für den anderen"

Hitz fehlt im DFB-Pokal-Finale - Haaland im Wettlauf mit der Zeit

Zorc voll des Lobes: "Jeder arbeitet für den anderen"

Der BVB ließ sich vom zwischenzeitlichen Ausgleich nicht aus dem Konzept bringen und feierte am Ende einen emotionalen 3:2-Erfolg gegen RB Leipzig.

Der BVB ließ sich vom zwischenzeitlichen Ausgleich nicht aus dem Konzept bringen und feierte am Ende einen emotionalen 3:2-Erfolg gegen RB Leipzig. imago images

Auch wenn auch am Samstag nur wenige Zuschauer im Signal Iduna Park waren und hoch oben auf der VIP-Tribüne saßen, die Atmosphäre im Bundesliga-Spiel zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig war auch so extrem prickelnd. Der verletzte BVB-Stürmer Erling Haaland fieberte - wie zuvor schon im Pokalhalbfinale gegen Kiel (5:0) - von oben mit, ebenso seine Teamkollegen Jude Bellingham und Dan-Axel Zagadou. Weiter unten heizten Vertreter beider Klubs die Stimmung durch Zwischenrufe an - und dann war da ja auch noch der Spielverlauf, der aus Dortmunder Sicht durchaus nervenschonender hätte verlaufen können.

Erst komfortabel, dann dramatisch: Zorc lobt den Teamgeist

2:0 führte der BVB bereits - und das zu diesem Zeitpunkt verdient -, ehe RB Leipzig die Initiative übernahm und noch zu zwei Toren kam. Vieles deutete daraufhin, dass der jüngste Siegeszug der Borussia gestoppt werden würde, ausgerechnet gegen den Gegner im Pokalfinale am kommenden Donnerstag. Dann jedoch erkämpfte sich der eingewechselte Julian Brandt in einem Zweikampf den Ball, von dessen Intensität er selbst überrascht gewesen sein durfte, und schickte nach einem Doppelpass mit Emre Can Jadon Sancho per Außenristpass auf die Reise. Es folgte ein Angriff nahe der Perfektion - und das späte, aber umso heftiger umjubelte 3:2-Siegtor durch eben jenen Sancho.

"Das Spiel hatte eine großartige Dramaturgie", sagte Sportdirektor Michael Zorc am Tag danach im Gespräch mit dem kicker und lobte den Teamgeist, der nicht nur beim kollektiven Torjubel zu Tage trat, sondern eben auch in den vielen kleinen Duellen, die sich die Dortmunder mit den Leipzigern liefern mussten: "Wir haben eine gute Atmosphäre, in der jeder für den anderen arbeitet und sich jeder für den anderen freut." Und das ist im Fußball auch mit Geld bekanntlich nicht zu kaufen.

BVB nimmt zur richtigen Zeit an Fahrt auf

Auch Dortmund musste sich diesen Spirit erarbeiten. Er kam nicht über Nacht, sondern erforderte von Trainer Edin Terzic, der Führungsriege, dem Stab und nicht zuletzt der Mannschaft viel Kraft und Energie. Rückschläge wie beim 1:2 gegen Frankfurt vor einigen Wochen eingeschlossen. In der finalen Saisonphase allerdings scheinen die Rädchen ineinanderzugreifen. Wenn auch nicht immer über 90 Minuten, wie die zu passive Phase in der zweiten Hälfte gegen RB zeigte. Doch inzwischen ist zu spüren, dass jeder einzelne weiß, dass es um viel geht. Aus Spielersicht vor allem um Prestige und die Möglichkeit, sich auch in der kommenden Saison in der Champions League mit den Besten zu messen. Und natürlich um den DFB-Pokal am Donnerstag.

"Alle fiebern dem Endspiel entgegen", sagt Zorc, "für einige von uns ist es das erste Finale, für Lukasz Piszczek etwa das letzte." Es findet sich in Dortmund wohl niemand, der dem polnischen Routinier, der im Sommer seine Karriere beenden wird, einen finalen Erfolg nicht wünschen würde.

Haaland im Wettlauf mit der Zeit - Hitz erleidet Kapselriss

Während Piszczek am Donnerstag mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Startelf stehen wird, gibt es hinter Erling Haaland noch ein Fragezeichen. Ob der Stürmer wieder mitwirken kann, hängt von der Entwicklung in seiner Muskulatur ab. Nach dem Pferdekuss gegen Wolfsburg vor zwei Wochen hatte sich Flüssigkeit angesammelt, die nur langsam wieder verschwand. Inzwischen aber gehe die Entwicklung in die richtige Richtung, sagte Terzic. Doch es wird ein Wettlauf mit der Zeit.

Der Einsatz von Keeper Marwin Hitz, der am Samstag zur Pause aufgrund von Knieproblemen ausgewechselt werden musste, ist dagegen definitiv nicht möglich. Eine Untersuchung am Sonntag ergab beim Schweizer einen Kapselriss im rechten Knie. Für ihn wird wieder Roman Bürki ins Tor rücken, der im Laufe der Saison von Hitz als Stammtorhüter der Borussia abgelöst worden war.

Matthias Dersch

Bilder zur Partie Borussia Dortmund - RB Leipzig