Bundesliga

BVB: Zorc fühlte Aufschwung schon im Sommer

Favre freut sich auf das 500. Tor

Zorc fühlte Aufschwung schon im Sommer

Freut sich über die Gier der Dortmunder: Sportdirektor Michael Zorc.

Freut sich über die Gier der Dortmunder: Sportdirektor Michael Zorc. imago images

Schon vier Heimniederlagen kassierte Borussia Dortmund im Kalenderjahr 2020. Dass am Samstag (Anstoß 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) eine fünfte hinzukommt, gilt als wenig wahrscheinlich: Seit sieben Spielen ist der BVB gegen den Tabellenvorletzten ungeschlagen (vier Siege, drei Remis), Köln wartet sogar seit April 1991 (20 Spiele) auf einen Sieg in Dortmund.

Auf die Statistik, die auch mal in die falsche Richtung weisen kann, mag man sich bei der Borussia aber nicht verlassen. In Dortmund speist man die Zuversicht lieber aus dem erfreulichen Verlauf der vergangenen Wochen (sechs Siege in sieben Spielen) - und aus dem insgesamt guten Abschneiden in dieser Saison. Michael Zorc sah dafür, wie er jetzt verraten hat, bereits in der Vorbereitung entsprechende Anzeichen.

"Ich hatte schon im Sommer das Gefühl, dass wir jetzt über eine bessere Balance zwischen Offensive und Defensive, zwischen Künstlern und denen, die die Hausaufgaben erledigen, verfügen", erklärte Dortmunds Sportdirektor am Donnerstag. Der BVB habe sich "als Mannschaft weiterentwickelt". Das macht Zorc zum Beispiel an der Selbstverständlichkeit fest, mit der das Team zwischen verschiedenen Systemen wechselt (4-2-3-1, 3-5-2, 3-4-3, 4-3-3).

Was dem BVB in den letzten Jahren immer gefehlt hat

Aber noch mehr als diese taktische Flexibilität fasziniert ihn etwas anderes - dass sich die Mentalitätsdiskussion, die in den vergangenen Jahren nach jeder Niederlage Fahrt aufnahm, um 180 Grad gedreht hat. "Die Gier ist da, eine positive Gier. Und der Fokus ist da", freut sich Zorc. Borussia Dortmund lebt in der Saison 2020/21 davon, dass die Mannschaft nach guten Spielen nicht mehr in Selbstgefälligkeit versinkt (und Punkte verschenkt), sondern nachsetzt und alles versucht, alle drei Tage Topleistungen abzurufen. "Wenn wir das beibehalten, sind wir auf dem richtigen Weg", meint Zorc. "Das hat uns in den letzten Jahren immer gefehlt."

Der Unterschied zu den ganz großen Teams habe zuletzt weniger in der individuellen Qualität bestanden, "sondern in dem, was man immer wieder abruft", sagt er. Mentalitätsspieler wie Mats Hummels, Emre Can und - jetzt schon auch - Erling Haaland pushen die Kollegen dabei. Zur Freude Favres, der als Trainer von Hertha BSC, Mönchengladbach und Dortmund in zehn Duellen mit Köln eine fast makellose Bilanz aufweist (acht Siege, ein Unentschieden, nur eine Niederlage).

Favres Teams erzielten in der Bundesliga insgesamt 499 Tore. Da bahnt sich am Samstag für ihn ein schöner neuer Wert an.

Thomas Hennecke

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