Bundesliga

Zinnbauer muss gehen: Knäbel übernimmt beim HSV

Hamburg: Trainerwechsel acht Spieltage vor Schluss

Zinnbauer muss gehen: Knäbel übernimmt beim HSV

Stabswechsel: Joe Zinnbauer ist nicht mehr Trainer des HSV, Peter Knäbel übernimmt.

Stabswechsel: Joe Zinnbauer ist nicht mehr Trainer des HSV, Peter Knäbel übernimmt. imago

"Joe Zinnbauer hat sich seiner Arbeit vom ersten Tag an mit großer Leidenschaft und maximalem Engagement verschrieben. Er hat alles gegeben für den HSV. Dafür haben wir uns bei ihm bedankt. Nach den jüngsten Ergebnissen und in Anbetracht der sportlichen Gesamtsituation sahen wir uns jetzt aber gezwungen eine Veränderung vorzunehmen", sagte Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer nach einem persönlichen Gespräch mit Zinnbauer. Auch Assistent Patrick Rahmen muss gehen.

Nun soll Knäbel als Cheftrainer den ersten Abstieg des Bundesliga-Dinos verhindern. "Wir sind überzeugt, dass es in dieser Situation die beste Option für uns ist. Peter kennt die Mannschaft und die Umstände am besten und ist in der Lage, sofort zu handeln", so Beiersdorfer. Zinnbauer verabschiedete sich mit den Worten: "Ich wünsche der Mannschaft, Peter Knäbel und dem Verein alles Gute für den Saisonendspurt."

Bis zuletzt hatte der Vorstand gehofft, die Saison mit Zinnbauer beenden zu können, um im Sommer einen geregelten Neustart angehen zu können. Stattdessen sah sich der HSV jetzt gezwungen, zum Notfallplan zu greifen.

Durch das 0:1 im Kellerduell gegen Hertha BSC am Freitag rutschten die Hamburger auf den Relegationsplatz ab. Es war das 15. Saisonspiel ohne eigenes Tor - damit stellten die Hamburger einen neuen Vereinsrekord in der Bundesliga auf. Mit nur 16 Treffern hat der HSV sieben Saisontreffer weniger auf dem Konto als der SC Paderborn, die zweitschlechteste Mannschaft in diesem Ranking. Vor allem diese Schwäche wurde Zinnbauer nun zum Verhängnis: Eine Spielidee im Vorwärtsgang blieb bis zum Schluss kaum erkennbar.

Knäbel noch fast ohne Trainererfahrung

Knäbel hat eine passable Profi-Karriere hinter sich (u.a. Bochum, St. Pauli, Nürnberg), als Trainer jedoch noch kaum Erfahrung gesammelt, obwohl er seit 16 Jahren im Besitz der Fußballlehrer-Lizenz ist. Beim 1. FCN war er einst Jugend-, beim Schweizer Klub FC Winterthur später Spielertrainer. Anschließend wechselte der heute 48-Jährige ins Management. Seit Oktober ist beim HSV als Direktor Profifußball tätig - nun soll er zum "Retter" werden.

jpe

Zinnbauers Uhr ist abgelaufen