2. Bundesliga

Ziele in Gefahr - der HSV auf der Suche nach Balance

Die Stabilität gegen Kiel ging zu Lasten der offensiven Power

Ziele in Gefahr - der HSV auf der Suche nach Balance

Verfolgte die Nullnummer seines HSV auf der Tribüne: Tim Walter (2. v. re.).

Verfolgte die Nullnummer seines HSV auf der Tribüne: Tim Walter (2. v. re.). IMAGO/Eibner

Beim 2:4 in Karlsruhe war seine Formation in der Defensivbewegung völlig außer Kontrolle geraten, am Samstag gegen die Störche wirkte der HSV sehr stabil, nach einem fulminanten Start in die Partie aber fehlten über eine Stunde lang Durchschlagskraft und Kreativität in der Offensive. Walter spricht in seiner Analyse zu Recht von "guten Chancen." Er sagt aber auch: "Wir sind momentan nicht zwingend genug und gegen Holstein dann auch mit zunehmender Spieldauer etwas fahrig geworden, hatten leichte Ballverluste. Durch unsere Fahrigkeit hatten wir dann vielleicht auch nicht mehr verdient."

Starke Statistikwerte - aber ohne Hochkaräter

Exemplarisch für Walters Ausführungen sind diese Zahlen: Die Hamburger verbuchten im Nord-Duell 17:3 Ecken, doch nicht eine erzeugte echte Gefahr. Dazu waren 22:5 Torschüsse notiert, echte Großchancen aber waren nach der schwungvollen und ansehnlichen Anfangsphase Mangelware. "In den ersten 15 Minuten", findet Robert Glatzel, "haben wir es überragend gemacht, wir hatten Chancen, haben diese gut herausgespielt. Da war eigentlich alles, wie wir es haben wollen." Für die Phase danach freilich traf dies nicht mehr zu. Auch der Torjäger räumt ein: "Da hat uns etwas die Ruhe gefehlt."

Was dem HSV nun generell fehlt, sind Punkte. Heidenheim ist im Kampf um den angestrebten Direktaufstieg vorbeigezogen und wirkt im neuen Jahr deutlich stabiler als der HSV, der zwar in 2023 ebenfalls erst eine Partie verloren hat, aber schon mindestens in Heidenheim (3:3) und Darmstadt (1:1) anfällig für Rückschläge war. Bislang hatte sich die Walter-Elf in den Aufstiegsrängen gehalten, weil sie verlässlich ihre Pflichtaufgaben erledigt hat.

Heidenheim macht es richtig stark und es wirkt nicht so als ob derzeit einer von den Top-Teams abfällt. Aber wir müssen unsere Hausaufgaben machen.

Robert Glatzel

Unstrittig ist: Stabile, aber offensiv biedere Kieler wären auch eine solche gewesen. Glatzel folgt dem Credo seines Trainers, der mantra-artig predigt, sich nur auf das eigene Tun zu konzentrieren. "Heidenheim macht es richtig stark und es wirkt nicht so als ob derzeit einer von den Top-Teams abfällt. Aber wir müssen unsere Hausaufgaben machen."  Für die Bewältigung jedoch muss zwingend schnell die richtige und verloren gegangene Balance aus defensiver Stabilität und offensiver Power hergestellt werden. Sonst droht das fünfte Scheitern im Aufstiegskampf.    

Sebastian Wolff

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