EM

Ziele beim SC und der U 21: Keitel hat sein Gewicht reduziert

Mittelfeldspieler visiert einen Stammplatz und die EM an

Ziele beim SC und der U 21: Darum hat Keitel sein Gewicht reduziert

"Abtrainiert" für mehr Einsatzzeit: Yannik Keitel.

"Abtrainiert" für mehr Einsatzzeit: Yannik Keitel. Getty Images

Aus Sheffield berichtet Carsten Schröter-Lorenz

Trotz nur 170 Pflichtspielminuten bei sechs von zehn möglichen Einsätzen fällt Yannik Keitels Zwischenfazit "ziemlich positiv" aus. In erster Linie, weil er sein "oberstes Ziel" erreicht hat: Gesund bleiben. Hinter dem Freiburger Eigengewächs, das seit 2011 das SC-Trikot trägt, liegt eine schwierige Spielzeit. Zu Beginn zählte Keitel zum Stamm von Christian Streich, wurde aber bald von Maximilian Eggestein aus der Startelf verdrängt, musste um die Jahreswende wegen einer Muskelblessur pausieren und fiel ab Mitte Februar über Monate wegen eines operierten Bruchs im Bereich des Grundgelenks des großen Zehs aus.

Ich kam lange nicht schmerzfrei in den Fußballschuh.

Yannik Keitel

"Das war eine blöde Stelle, ich kam lange nicht schmerzfrei in den Fußballschuh", sagt Keitel im Gespräch mit dem kicker. Immerhin war er zum Vorbereitungsstart wieder dienstfähig und weil sich Eggestein, der neben SC-Urgestein Nicolas Höfler auf der Doppelsechs gesetzt ist, in Stuttgart das Handgelenk brach, bekam Keitel gegen Bochum und in Leverkusen schon zwei Startelfchancen. Nach der ersten Hälfte bei der Werkself musste er jedoch schon wieder für Eggestein weichen.

Erster Herausforderer hinter eingespieltem Duo

"In Leverkusen lief es in der ersten Halbzeit nicht so gut, wir lagen 0:1 zurück", erzählt Keitel, der nach der in einen 3:2-Sieg gedrehten Partie mit Streich gesprochen hat: "Der Trainer meinte, dass alles okay war und ich nicht schlecht gespielt habe, er aber mit der Erfahrung von Maxi einen neuen Impuls setzen wollte." Seitdem ist Keitel wieder erster Herausforderer im zentralen Mittelfeld, die beiden U-20-Nationalspieler Robert Wagner und Merlin Röhl sitzen ihm im Nacken.

"Spannend" findet er diesen Konkurrenzkampf: "Chicco und Maxi sind ganz gut eingespielt, haben letztes Jahr vor allem hintenraus eine super Saison gespielt. Aber ich rechne mir trotzdem Chancen aus, bin mutig und denke, dass ich immer weiter zu Spielzeit kommen kann und hier hoffentlich irgendwann Stammspieler werde." Dieses Ziel verfolgt Keitel auch bei der U 21. Zu Beginn des aktuellen Zyklus war er das bereits, er muss sich nach langer Pause aber auch bei Antonio Di Salvo erst wieder empfehlen. Beim 0:1 gegen Frankreich kam Keitel als Joker und hofft nun auf mehr Einsatzzeit im nächsten Testspiel-Kracher an diesem Dienstagabend in England (20.45 Uhr LIVE! bei kicker).

"Dafür spielt man Fußball, um sich mit den Besten messen zu können. Ich freue mich riesig", sagt Keitel vor dem Duell in der Bramall Lane in Sheffield. Wie kann man die stark besetzten jungen "Three Lions" am besten knacken? Keitel: "Wir müssen defensiv gut stehen, aggressiv in den Zweikämpfen sein und mit dem Ball mutig sein. Nach Eroberungen gilt es, ihn länger in unseren Reihen zu halten und klarer nach vorne zu spielen. Bei schnellen Ballverlusten wird es eklig."

Die Oberschenkel des Vaters

Das dürfte auch gegen andere starke Gegner der Fall sein, wie sie die DFB-Junioren erwarten, wenn es ab 26. Juni 2023 in Rumänien oder Georgien ernst wird. "Oberstes Ziel ist es, bei der EM dabei zu sein. Dann will man natürlich auch spielen", hat Keitel die Endrunde, vor der nur noch im November und März Testspiele anstehen, bereits im Fokus.

Um seine Ziele im Verein und bei der U 21 zu erreichen, reduzierte der muskulöse Keitel (1,86 Meter, 85 Kilo), der seine besonders kräftigen Oberschenkel nach eigener Aussage von seinem Vater geerbt hat, bewusst sein Gewicht, vor allem die Muskelmasse. "Dadurch fühle ich mich spritziger und an sich auch stabiler. Momentan fühlt es sich nach einer guten Balance an." Die sollte nun idealerweise zu regelmäßig überzeugenden Auftritten auf dem Rasen führen.

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