Int. Fußball

Zeidler muss in Sion gehen

Niederlage gegen Lausanne gab den Ausschlag

Zeidler muss in Sion gehen

Peter Zeidler musste trotz Rang drei und dem Erreichen des Cup-Finals beim FC Sion seinen Hut nehmen.

Peter Zeidler musste trotz Rang drei und dem Erreichen des Cup-Finals beim FC Sion seinen Hut nehmen. picture alliance

Wer als Trainer in Sion im Kanton Wallis unterschreibt, der weiß, dass er lieber gleich im Hotel wohnen bleibt. Zu unberechenbar ist der 60-jährige Boss Constantin, der auch hin und wieder selbst als Interimstrainer einspringt.

Zeidler zog trotzdem in ein Appartement, das ihm der Verein stellte. Zuletzt war der Schwabe Coach bei Red Bull Salzburg gewesen, und davor jahrelang Co-Trainer von Ralf Rangnick in Hoffenheim. Mit Constantin, der den Klub mit einer längeren Pause seit 25 Jahren dirigiert, kam er zunächst gut aus, noch besser aber mit der Mannschaft.

Vom letzten Platz ging es voran bis aktuell auf Platz drei, mehrere junge Spieler baute Zeidler ins Team ein, erreichte mit ihnen das Pokalfinale gegen den FC Basel. Die 0:1-Niederlage am Wochenende gegen Lausanne aber kostet ihn nun den Job. "Verglichen mit den euphorischen Leistungen im letzten Herbst hat sich das spielerische Niveau verschlechtert", schrieb der Verein als Begründung für die Freistellung. Zeidler selbst sagt einigermaßen enttäuscht: "Ich bin mir sicher: Mit etwas Geduld könnte man hier etwas richtig Gutes aufbauen und ganz oben angreifen. Aber dafür ist Kontinuität wichtig. Und zu einem Entwicklungsprozess gehört auch mal eine Niederlage."

Sebastien Fournier, einst Profi beim VfB Stuttgart, soll nun die Saison zu Ende bringen. Schon von Juni bis September 2012 war er Chefcoach in Sion, zuletzt dort Nachwuchstrainer. Einen besonders wichtigen Auftrag hat ihm Constantin sicher mit auf den Weg gegeben: Im Endspiel am 25. Mai gegen Gigant Basel muss er die fast unheimliche Serie halten. 13 Mal stand Sion im Cupfinale – 13 Mal holte Sion den Pokal. Bei einer Niederlage ist Fournier den Job wohl los. Dafür muss man kein Prophet sein.

Martin Gruener