2. Bundesliga

Hamburger SV: Zehn Gegentore ohne Schonlau

Sperre des Kapitäns trifft den HSV - und jetzt geht es zur Torfabrik

Zehn Gegentore ohne Schonlau

Auf Sebastian Schonlau muss HSV-Coach Tim Walter auch in Paderborn verzichten.

Auf Sebastian Schonlau muss HSV-Coach Tim Walter auch in Paderborn verzichten. IMAGO/Jan Huebner

Der 28-Jährige hatte beim 0:3 im Derby auf St. Pauli nach 28 Minuten die Rote Karte wegen einer Notbremse gesehen. Beim Stand von 0:0. Seit der Kapitän von Bord ist, gab es zehn Gegentore in "zweieinhalb" Spielen: Drei in der Restspielzeit am Millerntor, vier in Leipzig, wo Schonlau-Ersatz Jonas David Spielpraxis erhielt, und zuletzt drei gegen Aufsteiger Magdeburg. Zum Vergleich: Zuvor hatten die Hanseaten in elf Ligaspielen nur sieben Gegentreffer zugelassen.

Ist die Viererkette zu grün für die Hamburger Ansprüche?

"Natürlich fehlt uns Bascho", sagt Walter. Vor allem als Anführer. Der für ihn ins Team gerutschte David ist erst 22, verteidigt nun an der Seite von Mario Vuskovic (20). Da auch Rechtsverteidiger Moritz Heyer (Bänderriss) verletzt ist, wird das junge Innenverteidigerpaar rechts von William Mikelbrencis (18) und links von Miro Muheim (24) flankiert - ist diese Viererkette zu grün für die Hamburger Ansprüche? "Wir jammern nicht", sagt Walter.

Schonlau muss auch gegen den Ex-Klub zuschauen

Der Coach sieht vor allem grundsätzliche Probleme im defensiven Denken. "Wir müssen zu den Basics zurück. Es hat einfach damit zu tun, dass man mit dem Fokus nicht auf der Höhe ist." Er muss ihn nach dem freien Dienstag in den kommenden Trainingstagen schärfen, denn Sonntag geht es zur besten Offensive nach Ostwestfalen - und das letztmalig ohne den Ex-Paderborner Schonlau, der ausgerechnet bei seinem alten Klub und der Torfabrik der Liga (schon 32 Tore) noch zuschauen muss, ehe seine Sperre abgelaufen ist.

Hoffnung auf ein wenig Entspannung in der ausgedünnten Defensive macht Tim Leibold. Der Linksverteidiger trainierte am Montag nach ausgeheiltem Muskelfaserriss individuell mit Robert Glatzel. Der Ex-Kapitän ist immerhin 28 - und könnte Hamburgs "Kinderriegel" bei optimalem Verlauf der Trainingswoche auf einer der beiden Außenverteidigerpositionen etwas Routine hinzufügen. Das Problem: Seit seinem Kreuzbandriss vor rund einem Jahr ist Leibold noch längst nicht wieder im Rhythmus.

Sebastian Wolff

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