Bundesliga

Zagadou fehlt länger - Dortmunds Abwehr bleibt dünn besetzt

Keine Vollbelastung bei Hummels

Zagadou fehlt länger - Personaldecke in Dortmunds Abwehrzentrale bleibt dünn

Muss sich weiter gedulden: Dortmunds Abwehrspieler Dan-Axel Zagadou.

Muss sich weiter gedulden: Dortmunds Abwehrspieler Dan-Axel Zagadou. picture alliance/dpa

Viel Zeit zur Vorbereitung bleibt Borussia Dortmund nicht mehr. Am 7. August startet der BVB mit dem Pokalspiel beim Drittligisten Wehen-Wiesbaden in die neue Saison, doch noch immer fehlen zahlreiche Profis im Training. Entweder weil sie noch im EM-Urlaub weilen oder weil sie verletzt sind.

Besonders in der Innenverteidigung ist die Situation für den neuen BVB-Trainer Marco Rose alles andere als angenehm. Im vorletzten Test der Vorbereitung gegen Athletic Bilbao (0:2) verteidigten am Samstag in Lennard Maloney und Antonios Papadopoulos zwei Akteure aus der klubeigenen U 23 zentral, weil Rose schlicht keine Profis zur Verfügung standen. Denn auch Nachwuchstalent Nnamdi Collins fehlt seit dem Test gegen den VfL Bochum (1:3) vor neun Tagen verletzt.

Can kann sofort herangeführt werden - Fragezeichen bei Hummels

Etwas Besserung immerhin ist in Sicht: Am Dienstag werden die deutschen Nationalspieler Mats Hummels und Emre Can im Trainingslager in Bad Ragaz erwartet, am Donnerstag reist dann unter anderem der Schweizer Innenverteidiger Manuel Akanji nach. Doch während Akanji und Can - der eigentlich Mittelfeldspieler ist, aber innen aushelfen könnte - nach den obligatorischen Leistungs- und Coronatests sofort an den Rest des Teams herangeführt werden können, ist bei Hummels noch offen, wann er ins volle Training einsteigen kann. Der Abwehrchef laborierte zuletzt an hartnäckigen Patellasehnen-Problemen, die er zunächst überwinden muss, bevor wieder an eine Vollbelastung zu denken ist.

Noch deutlich länger als Hummels werden Rose Dan-Axel Zagadou und Neuzugang Soumaila Coulibaly fehlen. Beide sind zwar in Bad Ragaz dabei, stehen nach ihren schweren Knieverletzungen aber noch lange nicht vor dem Comeback. "Mir geht es gut. Aber ich rechne damit, dass ich noch etwas Zeit vor mir habe und noch ungefähr zwei bis drei Monate brauchen werde", sagte Zagadou am Montag in einer Medienrunde.

Mir geht es gut. Aber ich rechne damit, dass ich noch etwas Zeit vor mir habe und noch ungefähr zwei bis drei Monate brauchen werde.

Dan-Axel Zagadou

Gemeinsam mit dem erst 17-jährigen Coulibaly, der in diesem Sommer wie einst Zagadou von Paris Saint-Germain zum BVB wechselte, absolvierte "Daxo" in der Schweiz Laufeinheiten auf dem Rasen. Mehr aber noch nicht. Geduld ist gefragt. Bei Zagadou, der im März am Knie operiert wurde. Aber auch bei Rose, der damit rechnen muss, in der für die Stabilität einer Mannschaft so wichtigen Abwehrzentrale noch eine Weile lang improvisieren zu müssen.

Zagadou gibt sich geduldig: "Werde mir die Zeit nehmen"

"Ich habe ja leider Erfahrungen mit Verletzungen, deshalb ist diese Phase jetzt weniger schwer für mich", sagte Zagadou am Montag über seine lange Zwangspause und kündigte an, nichts überstürzen zu wollen. "Ich werde mir die Zeit nehmen, die ich brauche, um fit zu werden."

Wenn der Verein sich das auch vorstellen kann, dann bleibe ich gern hier.

Dan-Axel Zagadou

Ruhe verspürt er auch mit Blick auf seinen Vertrag, der am Ende der Saison ausläuft: "Der Fokus liegt derzeit auf der Reha", sagte der Franzose, "nicht auf dem Vertrag." Eine Verlängerung könne er sich jedoch prinzipiell gut vorstellen: "Na klar", sagte er auf eine entsprechende Nachfrage. "Wenn der Verein sich das auch vorstellen kann, dann bleibe ich gern hier."

Matthias Dersch