Bundesliga

Xhaka nach Premierentreffer: "Am Ende fragt dich niemand, wie du gespielt hast"

Schweizer feiert erstes Bayer-Tor mit kuriosem Jubel

Xhaka nach Premierentreffer: "Am Ende fragt dich niemand, wie du gespielt hast"

Granit Xhaka (Mitte) feierte sein erstes Bayer-Tor auf ungewöhnliche Weise - sehr zur Freude seiner Kollegen.

Granit Xhaka (Mitte) feierte sein erstes Bayer-Tor auf ungewöhnliche Weise - sehr zur Freude seiner Kollegen. Bayer 04 Leverkusen via Getty Images

Mit den Fußballfesten, die Bayer 04 Leverkusen in der laufenden Spielzeit immer wieder in der BayArena zelebriert hatte, hatte die Partie am Freitagabend gegen Mainz nur wenig zu tun. Die Rheinhessen "haben uns das Leben schwer gemacht", brachte Granit Xhaka bei DAZN auf den Punkt, dass dem Spitzenreiter beim 2:1-Arbeitssieg gegen den Tabellen-17. nicht so viel gelungen war, wie man es vielleicht im Voraus hätte erwarten können. 

Was Xhaka "am Ende egal ist"

Eine möglicherweise zu komplizierte, teilweise zu verspielte Herangehensweise hatte er dabei allerdings nicht gesehen: "Es gibt Mannschaften wie Mainz, die herkommen und brutal defensiv stehen. Dann ist es nicht immer einfach, Lücken zu finden. Das versuchen wir immer wieder." Für den routinierten Schweizer fehlte es in der ersten, besseren Leverkusener Halbzeit schlichtweg an Fortune in der letzten Aktion, "aber am Ende ist mir und der Mannschaft das egal", so Xhaka, der weiß: "Drei Punkte sind drei Punkte. Am Ende der Saison fragt dich niemand, wie du gespielt hast. Es kommt drauf an, wie man die Spiele gewinnt."

Auf den erfolgreichen Ausgang der Partie hatte der ehemalige Gladbacher selbst entscheidend hingewirkt und die Werkself bereits in der 3. Minute in Führung gebracht. "Ich wollte aufs Tor schießen", beteuerte er anschließend, gab jedoch zu, auch von Robin Zentners unglücklichem Stellungsspiel profitiert zu haben: "Klar macht der Torwart einen Schritt nach vorne, spekuliert vielleicht auf die Flanke." Gepaart mit dem Umstand, dass "ich den Ball perfekt treffe", habe das ein lang erhofftes Erfolgserlebnis ermöglicht: "Nur das Tor hat mir bisher gefehlt."

Nachvollziehbar also, dass Xhaka sich für die anschließenden Feierlichkeiten etwas Besonderes ausgedacht hatte. Mit schmerzverzerrtem Gesicht griff er sich an den linken Oberschenkel und deutete eine Verletzung an, ehe er im Gleichschritt mit Jeremie Frimpong auf der Stelle marschierte und die bereits aufgesprungenen Physios erleichterte.

Nach fast acht, neun Monaten müssten die mich auch langsam kennen.

Granit Xhaka über die Reaktion der Bayer-Physios auf seinen Torjubel

"Die haben auf der Bank schon spekuliert. Nach fast acht, neun Monaten müssten die mich auch langsam kennen", kommentierte der Führungsspieler der Schweizer Nati die Szene grinsend und verriet, den Jubel, der auf Real Sociedads Takefusa Kubo zurückgeht und seither in die Fußballsimulation EA SPORTS FC 24 einzog, auch regelmäßig im Training zu zeigen: "Dann hab ich natürlich mit den Jungs besprochen, dass wir diesen Jubel machen, wenn ich mein erstes Tor schieße."

Mit Londoner Erfahrungswerten zur Schale?

Jubeln will Bayer Leverkusen möglichst auch nach Saisonende - und zwar mit der Meisterschale. Bei weiterhin mindestens acht Punkten Vorsprung auf den Verfolger aus München nur nachvollziehbar. Und dennoch warnt Xhaka, der in England in der vergangenen Spielzeit ein ähnliches Polster noch einbüßte, vor der Situation: "Ich konnte es leider letztes Jahr bei Arsenal erleben. Wir waren lange vor ManCity und haben zum Schluss die Meisterschaft verloren."

Ein Szenario, das bei der Werkself vermieden werden soll. Und eine Erfahrung, die in einer besonderen Führungsrolle des Taktgebers mündet, der Xhaka sich stellt und weiterhin optimistisch entgegenblickt: "Die Mannschaft ist brutal reif geworden. Auch durch die erfahrenen Spieler, die geholt wurden. Wie Jonas Hofmann oder ich selbst. Wir werden das in der Kabine gut hinkriegen."

mja

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