Bundesliga

Definition: Expected Goals/xGoals - was ist das überhaupt?

Fragen und Antworten zu den Expected Goals

xGoals - was ist das überhaupt?

Wie wahrscheinlich ist es, dass Robert Lewandowski mit diesem Torschuss trifft? Darüber gibt der xG-Wert Auskunft.

Wie wahrscheinlich ist es, dass Robert Lewandowski mit diesem Torschuss trifft? Darüber gibt der xG-Wert Auskunft. imago images

xG - was ist das?

xG steht für Expected Goals, also für erwartete Tore. Manchmal ist auch von xGoals die Rede. Unter beidem versteht man eine Zahl, die kennzeichnet, wie stark man erwarten kann, dass ein Torabschluss im Tor landet. Einige Sportdatenanbieter liefern diese Zahlen - nicht nur im Fußball.

Was sagt die Zahl aus?

Die Zahl liegt bei einem Torschuss zwischen 0 und 1 - und die Werte lassen für eine ganze Partie addieren. Je höher, desto besser. Elfmeter haben beispielsweise einen Wert von 0,76 bis 0,78 (je nach Anbieter). Das bedeutet, man kann davon ausgehen, dass drei von vier Elfmetern verwandelt werden.

Woher kann man das wissen?

Es handelt sich um eine mathematische Näherung. Die Anbieter von Expected Goals haben mehrere Tausend Videoclips von Abschlusssituationen elektronisch analysiert.

Was wurde da analysiert?

Von besonderer Bedeutung sind dabei:
- Ort des Torschusses
- Winkel zum Tor
- Bedrängnis beim Abschluss
- Störende Spieler zwischen Abschließendem und Tor

Weitere Faktoren sind je nach Anbieter u.a.:
- Laufgeschwindigkeit
- Qualität des Zuspiels bzw. des erlangten Ballbesitzes
- Höhe des Balls
- Aufbauspiel
- stärkerer/schwächerer Fuß

Woher kommen Unterschiede zwischen den Werten der verschiedenen Anbieter?

Die Algorithmen, die den Wert berechnen, sind von Anbieter zu Anbieter anders und geheim. So gab es bis vor kurzem z.B. große Unterschiede bei Treffern, bei denen der Keeper in Wirklichkeit nicht im Kasten stand. Die Berechnung von mindestens einem Anbieter ging allerdings systematisch davon aus. Das führte zu einer viel zu niedrigen Torerwartung, weil das Tor ja in der Realität leer war. Zur generellen Optimierung werden die Algorithmen stetig weiterentwickelt. Es gibt einen Wettbewerb um den besten xG-Wert in Bezug auf die Nachvollziehbarkeit.

Was ist xGa?

xGa steht für Expected Goals Against, also die erwarteten Gegentore. Man bezieht hier den xG-Wert auf das gegnerische Team.

Was bedeutet xP?

xP steht für Expected Points, die erwarteten Punkte. Die kann man natürlich aus der Gegenüberstellung der erwarteten Tore und der erwarteten Gegentore errechnen. Schlussendlich ist ein Vergleich möglich zwischen den wirklich erreichten Werten und den erwarteten. So kann man erkennen, welche Teams im Abschluss besonders gut oder schlecht waren.

Wird das Wetter auch in die Berechnungen einbezogen?

Nein, es ist statistisch zu vernachlässigen.

Was gibt es sonst noch?

PSxG steht für Post Shot Expected Goals, also die Torerwartung, nachdem der Schuss abgegeben wurde. Stellen wir uns eine günstige Abschlussposition vor, der xG-Wert ist also hoch. Doch der Spieler trifft den Ball nicht richtig und er kullert nur aufs Tor zu. Der PSxG-Wert ist dann niedrig. Schüsse, die das Tor verfehlen, tauchen gar nicht auf. Mit dem PSxG-Wert kann man vor allem die Qualität von Paraden und Torhütern beurteilen.

Volker Schwerdtfeger