Bundesliga

Leverkusen: Victor Boniface ein "großes Problem für den Gegner"

Hradecky lobt Neuzugang für "Schuss wie ein Pferd"

Xabi Alonso über Boniface: "Ein großes Problem für den Gegner"

Ordentliches Debüt im Test: Victor Boniface.

Ordentliches Debüt im Test: Victor Boniface. IMAGO/Pressinphoto

Er hat die Statur eines typischen Brechers. 1,89 Meter groß, 85 Kilogramm schwer - Victor Boniface stellt eine richtige Kante dar und bewies dennoch bei seinem Debüt für Bayer 04, dass er mehr als einen reinen Stoßstürmer darstellt. So fügte sich der schnelle 22-Jährige bei der 0:1-Niederlage bei Real Sociedad San Sebastian gut ins Kombinationsspiel ein, hielt den Ball, war oft auch außerhalb des Strafraums aktiv.

"Wir haben den Einfluss von Victor gesehen", urteilte Xabi Alonso nach dem 74-Minuten-Auftritt des Nigerianers, von dem sich der Leverkusener Trainer einiges erwartet. "Es wird gut für uns sein, dass wir ihn haben. Victor kann es mit Innenverteidigern aufnehmen. Er ist ein großes Problem für die Gegner. Physisch, technisch, er macht die tiefen Läufe. Wir haben gute Dinge von ihm gesehen", lobte der 41-Jährige und hob zudem Bonifaces Mannschaftsdienlichkeit hervor, "er hat eine gute Mentalität. Er will nicht für sich, sondern fürs Team spielen."

Noch nicht optimal lief es für den Neuen bei der finalen Aktion. Nach der Pause war im Strafraum sein erster Kontakt nach einem Zuspiel von Granit Xhaka nicht gut, so dass die gute Chance vertan war. Schon vor der Pause verarbeitete er einen überragenden Pass von Innenverteidiger Edmond Tapsoba nicht optimal und hämmerte die Kugel aus gut 20 Metern weit über das Tor.

Auch wenn dieser Versuch misslang, freut sich auch Kapitän Lukas Hradecky auf Bonifaces Wucht. "Victor holt jeden Ball da vorne und hat einen Schuss wie ein Pferd", lobt der Finne. Und der Torhüter kann die Power von Bonifaces aus der Trainingserfahrung bestens einschätzen.

Der für 16 Millionen Euro Ablöse von Union Saint-Gilloise gekommene Angreifer zeigte sich nach seinem Debüt selbstkritisch. "Es stimmt: Ich versuche, mit viel Wucht zu schießen. Hoffentlich treffe ich den Ball nächstes Mal besser", sagte Boniface und betonte seine Rolle als Teamplayer, "ich fühle mich echt wohl, aber wir haben verloren. Wir müssen uns jetzt auf den nächsten Test fokussieren, um uns bis zum Saisonstart noch zu steigern."

Mit seiner Integration ins Team ist der Rechtsfuß zufrieden, der erst seit acht Tagen bei der Mannschaft ist. "Wir haben jetzt eine Woche zusammen trainiert, aber so wie wir kommuniziert haben auf dem Platz, kommt es mir vor, als wäre ich schon sehr lange hier", erzählt er zurückhaltend. Es hat fast den Anschein, dass der Rummel um seine Person ihm unangenehm ist. So sagt er: "Es geht nicht um mich, sondern um das Team. Wenn wir gewinnen, bin ich glücklich." Boniface möchte offensichtlich lieber Tore und Taten für sich sprechen lassen.

Stephan von Nocks

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