Bundesliga

Xabi Alonso: "Schade, aber am Ende ist es auch gerecht"

Leverkusens spanischer Weltmeister von 2010 zum deutschen Aus in Katar

Xabi Alonso: "Schade, aber am Ende ist es auch gerecht"

IMAGO/UPI Photo

Das deutsche Aus bei der WM in Katar war natürlich auch am Freitag in Leverkusen beim ersten Training nach dem Urlaub ein Thema. Erst recht, da Bayer mit Xabi Alonso nicht nur einen Weltmeister von 2010 als Trainer hat, sondern auch einen aus Spanien, dem Land, dessen 1:2-Niederlage gegen Japan, den deutschen K.-o. trotz des 4:2-Sieges gegen Costa Rica besiegelte.

"Alle geben mir die Schuld, aber es war nicht mein Fehler", erklärte der 40-Jährige am Freitag mit einem Lächeln und fuhr ernsthaft fort: "„Es tut mir wirklich leid. Ich hatte gehofft, dass Deutschland weiterkommt. So eine Mannschaft will man weiter im Turnier sehen. Aber so ist Fußball und am Ende ist es auch gerecht."

Die Deutschen sind selbst für ihre Situation verantwortlich und sollten die Schuld nicht bei anderen suchen.

Xabi Alonso

In der Tat hatte die DFB-Elf sich die Blamage selbst eingebrockt. Die Schwächen, die man beim 1:2 gegen Japan zeigte, aber auch beim 4:2 gegen Costa Rica, bei dem ein viel deutlicherer Sieg nicht unrealistisch gewesen wäre, sorgten für das Ausscheiden. So sieht es offenbar auch Xabi Alonso: "Die Deutschen sind selbst für ihre Situation verantwortlich und sollten die Schuld nicht bei anderen suchen. Sie sind reif genug. Das weiß nicht nur die Mannschaft, sondern alle in Deutschland."

"Ich habe genug mit Bayer 04 zu tun"

Ob er vom DFB-Team enttäuscht worden sei, wollte der Leverkusener Trainer wohl aus Höflichkeit nicht verraten. "Kein Kommentar. Ich habe genug mit Bayer 04 zu tun", sagte er mit einem Lachen und betonte nochmal: "Ich habe großen Respekt vor dem deutschen Fußball und auch Hansi Flick. Es ist einfach schade."

Deutschland ist ausgeschieden, Spanien weiter dabei und für Xabi Alonso der Titelfavorit? "Es ist schwer zu sagen, wer der Titelfavorit ist. Ich glaube noch immer, dass Spanien eine gute Mannschaft und gute Spieler hat", erklärte der Iberer, "aber jetzt geht die Weltmeisterschaft erst richtig los. Jetzt kannst du dir keine Konzentrationsschwächen mehr erlauben, jetzt geht es um Details."

Der Spanier setzt zumindest ein Fragezeichen dahinter, ob seine Landsleute bereits reif genug sind für den großen Wurf. "Wenn man Spanien gegen Japan gesehen hat, erschien es zur Halbzeit unmöglich, dass Spanien das Spiel verliert. Dann fallen zwei Tore und sie verlieren es doch. Wenn das in der K.-o.-Phase passiert, ist es vorbei. Jetzt geht es auch um die mentale Stärke, darum, keine Fehler zu machen", warnt Xabi Alonso.

"Ich glaube an sie, weil ich an sie glauben möchte"

Dabei kann der Jugend der spanischen Offensive eine entscheidende Rolle zufallen, allerdings im Negativen. "Das kann ein Problem werden. Für Spanien ist es eine große Herausforderung. Sie haben die Qualität, aber jetzt müssen sie sie auch auf diesem Level zeigen."

Als nüchterner Fußballexperte hat Xabi Alonso seine kleinen Zweifel an La Roja, als Fußballliebhaber und Spanier indes nicht. "Ich glaube an sie, auch, weil ich an sie glauben möchte. Ich mag die Spieler, ihre Art zu spielen und auch den Trainer sehr", sagt der frühere Mittelfeld-Stratege, "aber du spielst noch gegen Mannschaften wie Frankreich, Brasilien und Argentinien. Ich werde es genießen, diese Spiele zu sehen, fast wie ein Fan." Bleibt abwarten, wie oft Xabi Alonso als solcher noch jubeln darf.

Stephan von Nocks