2. Bundesliga

"Wut im Bauch" hilft mit: Reis erklärt sein Joker-Glück

Bochums Coach wechselt gegen Aue den Sieg ein

"Wut im Bauch" hilft mit: Reis erklärt sein Joker-Glück

Versöhnt nach dem 2:0: Thomas Reis (li.) und Silvere Ganvoula.

Versöhnt nach dem 2:0: Thomas Reis (li.) und Silvere Ganvoula. imago images

Die öffentliche Resonanz der letzten Woche hatte offenbar Eindruck hinterlassen bei Thomas Reis. "Letzte Woche haben wir viel Schelte bekommen, dass wir es in Überzahl ganz schlecht gespielt haben", sagte Bochums Trainer bei "Sky" mit Blick auf das 1:2 in Braunschweig. Da hatte der Gegner in der 60. Minute einen Platzverweis kassiert, Bochum kassierte anschließend noch den entscheidenden Treffer zur Niederlage.

Eine Woche später spielte der VfL nicht nur eine halbe Stunde, sondern über eine ganze Stunde lang in Überzahl, nachdem Aues Linksverteidiger Calogero Rizzutu früh wegen Nachtretens vom Platz geflogen war - und wieder tat sich Bochum zunächst relativ schwer. "In der ersten Hälfte haben mir ein paar Dinge im Positionsspiel nicht gefallen", kritisierte Reis nach dem Spiel. "Aber das haben wir in der zweiten Hälfte korrigiert." Der große Unterschied zur vergangenen Woche: "Wir haben gut verteidigt. Das ist immer wichtig und das haben wir diese Woche besser gemacht."

Folgt jetzt die Rotation rückwärts?

In der Tat ließ Bochum im gesamten Spiel keine nennenswerte Tormöglichkeit der Gäste zu und entfachte nach dem Seitenwechsel auch mehr Druck auf das gegnerische Tor. Dennoch brauchte es drei Spieler, die eigentlich zu den Verlierern der vergangenen Woche gezählt hatten, um das Ruder gänzlich herumzureißen. Sowohl Robert Zulj als auch Danny Blum und Silvere Ganvoula hatte Reis aus seiner Startformation genommen, alle drei Offensivspieler mussten beim Anpfiff mit der Bank Vorlieb nehmen. Mitte des zweiten Durchgang kam das Trio aber ins Spiel - und entschied es: Zulj und Ganvoula erzielten die beiden siegbringenden Tore, Blum bereitete Ganvoulas Treffer vor.

Sie hatten vielleicht ein bisschen Wut im Bauch.

Thomas Reis über seine Joker

"Es war natürlich gut, dass du diese Qualität auf der Bank hast und die Jungs, die dann reinkommen, nicht beleidigt sind", meinte Reis. "Sie hatten vielleicht ein bisschen Wut im Bauch, das gehört auch dazu." Vor dem Spiel hatte der VfL-Coach noch erklärt, die Wechsel unter anderem deshalb vorgenommen zu haben, weil ihm nach der enttäuschenden Leistung in Braunschweig die Reaktion einiger Spieler im Training gefehlt hatte. Reis war zu Beginn der Woche nach eigener Auskunft "schon mal laut" geworden. Nach dem Treffer zum 2:0 lagen sich Reis und Ganvoula schon wieder in den Armen.

"Sie haben das Spiel mitentschieden", sagte Reis über seine Joker, wollte ihren Anteil aber auch nicht zu hoch hängen. "Die anderen haben davor 60 Minuten Gas gegeben, um Aue müde zu spielen." Folgt dennoch kommende Woche in Würzburg die Rotation rückwärts?

mib

Klub für Klub: Die Sommer-Transfers der Zweitligisten