Bundesliga

Bochums Wundertüte Polter: Mal treffsicher, mal Hemmschuh

Ansprechender Kurzeinsatz von Rückkehrer Ganvoula

Wundertüte Polter: Mal treffsicher, mal Hemmschuh

Oft unzureichend eingebunden, im richtigen Moment aber zur Stelle: Sebastian Polter.

Oft unzureichend eingebunden, im richtigen Moment aber zur Stelle: Sebastian Polter. imago images/Revierfoto

Wenn er fit ist, dann ist Polter im Bochumer Angriffszentrum gesetzt, auch wenn er selten so richtig groß auftrumpft. Drei Treffer in zwölf Einsätzen gelangen dem wuchtigen Stürmer, das ist nicht grottenschlecht, aber eben auch ausbaufähig.

Dabei ist es nicht ganz einfach, die Leistung des athletischen Angreifers einzuordnen, der für sein Spiel gegen Freiburg vom kicker eine 3,5 erhielt. Ein bisschen Wundertüte halt, mal treffsicher, mal Hemmschuh.

Polters unzureichende Einbindung

Spielbericht

Nicht zum ersten Mal war Polter nur unzureichend ins Bochumer Angriffsspiel eingebunden, lässt viel zu häufig Bälle durch, oft verspringt ihm auch die Kugel. Nur selten gelingt es ihm, den Ball zu nachrückenden Nebenleuten prallen zu lassen.

Großen Aufwand betreibt der frühere Stürmer von Union Berlin, der in der vorigen Saison in 32 Einsätzen für Fortuna Sittard neun Tore erzielt hatte. Das schon. Als erster Anläufer stürzt er sich ins Getümmel, macht viele Meter, bringt seinen Körper ein.

Wird der Ball allerdings aus den eigenen Reihen in die Spitze gespielt, dann macht er trotz seiner Athletik den Ball zu selten fest, verliert die Zweikämpfe, ist eher ein Hemmschuh im Bochumer Spiel.

Im richtigen Moment ist der Stürmer zur Stelle

Nachvollziehbar, dass sich auf den Tribünen an der Castroper Straße schon ein wenig Unruhe breitmachte. Überaus wichtig war Polters Beitrag beim Heimsieg gegen den SC Freiburg allerdings dennoch. Mal wieder. Denn Polter ist keiner, der aufsteckt, wenn es bei ihm nicht so richtig läuft.

Im richtigen Moment war er dann auch tatsächlich zur Stelle: Nach feiner Vorarbeit von Gerrit Holtmann löste er sich und brachte den Ball quasi im Rutschen an Freiburgs Keeper Mark Flekken vorbei zum 1:1 im Netz unter.

Zwischendurch hatte Trainer Thomas Reis auch mal eine andere Variante im Sturmzentrum erprobt und mit dem quirligen Takuma Asano einen ganz anderen Spielertyp als zentralen Stürmer nominiert. Mit relativ überschaubarem Erfolg allerdings, der Japaner ist sicherlich besser auf dem Flügel oder in etwas zurückgezogener Position untergebracht. Polter dagegen ist auch wegen seiner Größe von 1,91 Metern wichtig für das Bochumer Team, gerade bei hohen Bällen.

Reis muss Spieler "vor den Kopf stoßen"

Nun könnte dem Stürmer allerdings neue Konkurrenz erwachsen, auf Augenhöhe sozusagen. Denn Silvere Ganvoula, ebenfalls 1,91 Meter lang, zuvor von Reis auch mal wegen mangelnden Trainingsfleißes außen vor gelassen, nutzte seinen Kurzauftritt gegen Freiburg zu bester Eigenwerbung. Er stürzte sich mutig ins Getümmel, brachte seinen Körper ein und half mit, den Vorsprung gegen Freiburg über die Zeit zu bringen. "Das", befand Reis, "hat er richtig gut gemacht."

Auch in anderen Bereichen besitzt der Bochumer Trainer nun wieder Alternativen vor dem Auswärtsspiel beim FC Augsburg am kommenden Samstag. Das spricht unter anderem für die durchaus vorhandene Tiefe im Kader. "Es sieht danach aus", so Reis, "dass ich demnächst einige Spieler vor den Kopf stoßen muss." Das klang nicht so, als sei der Bochumer Trainer mit dieser Aussicht unzufrieden.

Oliver Bitter

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