2. Bundesliga

Würzburgs Coup gegen den HSV - Auf einmal vier Teams bei 42 Punkten

22. Spieltag: Nürnberg siegt ganz spät und befreit sich

Würzburgs Coup gegen den HSV - Auf einmal vier Teams bei 42 Punkten

Der erste Streich: Würzburgs Hasek jubelt über die Führung gegen den HSV.

Der erste Streich: Würzburgs Hasek jubelt über die Führung gegen den HSV. imago images

Verfolgerduell geht mit Glück an Fürth

Zum Abschluss des 22. Zweitliga-Spieltags kam es am Montagabend zum Spitzenspiel zwischen Fürth und Kiel, bei dem die KSV Holstein die Mittelfranken direkt in Minute 4 überraschte: Reese fand Mees - 1:0. In der Folge schlich sich bei den Störchen aber immer mehr der Chancenwucher ein, beste Möglichkeiten wurden teils fahrlässig ausgelassen. Die Konsequenz folgte auf dem Fuß: Erst glich Nielsen mit einem mustergültigen Kopfball aus (27.), ehe Mühling mit einem unglücklichen Eigentor nach dem Seitenwechsel den Spielverlauf komplett auf den Kopf stellte und den Fürthern den nach diesem Spielverlauf überraschenden Dreier einbrachte (83.). Damit zeichnet sich an der Tabellenspitze ein hochspannendes Bild: Fortan stehen der HSV, die SpVgg, Bochum und Kiel allesamt jeweils bei exakt 42 Punkten.

2. Bundesliga - 22. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Hamburger SV Hamburger SV
42
2
SpVgg Greuther Fürth SpVgg Greuther Fürth
42
3
VfL Bochum VfL Bochum
42
2. Bundesliga - Torjäger 2020/21
Hamburger SV Terodde Simon
19
1. FC Heidenheim Kühlwetter Christian
13
VfL Bochum Zoller Simon
11
2. Bundesliga - Scorer 2020/21
Hamburger SV Terodde Simon
23
VfL Bochum Zoller Simon
19
VfL Bochum Zulj Robert
19
2. Bundesliga - Topspieler (Tor) 2020/21
Erzgebirge Aue Männel Martin
2,64
Holstein Kiel Gelios Ioannis
2,68
Karlsruher SC Gersbeck Marius
2,75

Die Kickers schlagen dem HSV ein Schnippchen

Schlusslicht gegen Tabellenführer: Die Rollen am Sonntag waren klar verteilt beim Duell zwischen Würzburg und dem Hamburger SV. Doch nach Kittels Pfosten-Freistoß (10.) war davon nichts mehr zu spüren. Ulreich, der sich bereits vorher einen kleinen Lapsus geleistet hatte, ließ einen haltbaren Schuss von Hasek passieren (19.), in der 30. Minute legten die Mainfranken dank Douglas nach - wieder sah die HSV-Abwehr nicht gut aus. Würden die Hamburger nach der Pause erwachen? Von wegen. Leibold verlor das Leder tief in der eigenen Hälfte und ermöglichte so Sontheimer das 3:0 für die Trares-Elf. Zwar verkürzte der zur Pause eingewechselte Dudziak in der 72. Minute, Wood brachte in der 89. Minute endgültig die Hoffnung auf einen späten Zähler zurück. Doch beinahe im Gegenzug kassierte Onana die Ampelkarte, die Mainfranken brachten danach den Überraschungscoup über die Zeit.

Zehn 95er siegen 3:2 gegen 96

Das seit fünf Spielen sieglose Fortuna Düsseldorf empfing Hannover. Die Partie verlief zunächst ausgeglichen, doch in der 28. Minute foulte Schindler im Strafraum Klaus, Hennings versenkte den Elfmeter sicher. Zwar brachte Muslija nach einer missglückten Aktion von Keeper Kastenmeier die 96er wieder zurück (37.), dazu sah auch noch Hartherz kurz vor der Pause die Ampelkarte. Dennoch war es die Fortuna, die dank des völlig freistehenden Ex-Hannoveraners Klaus die erneute Führung erzielte (52.) und nach einem Konter in Person von Joker Appelkamp sogar auf 3:1 stellte (76.). Der ebenfalls eingewechselte Gudra war allerdings drei Minuten später für die Niedersachsen zur Stelle, es wurde nochmal spannend. Der Ausgleich blieb Hannover allerdings verwehrt, sodass Düsseldorf in diesem Verfolgerduell nun wieder nach oben schielen darf.

Chaos im Strafraum: FCN siegt spät im Wildpark

Der 1. FC Nürnberg war im Wildpark zu Gast und hatte in Karlsruhe die erste gute Gelegenheit. In der 21. Minute parierte Gersbeck Nürnbergers Heber, Kobald erledigte kurz vor der Linie den Rest. Doch generell waren Torchancen Mangelware, auch im zweiten Durchgang. Borowski verfehlte in der 62. Minute knapp das Karlsruher Gehäuse, es lief auf ein torloses Remis hinaus. In der 90. Minute profitierte jedoch Möller Daehli von einer chaotischen Situation im Strafraum der Badener und schob das Leder ins leere Tor. Für den zuvor acht Spiele ungeschlagenen KSC ein kleiner Rückschlag, Nürnberg darf unterdessen im Keller ein wenig durchschnaufen.

Burgstaller setzt seine Torserie fort

Guido Burgstaller jubelt lautstark.

Hat einen Lauf: St. Paulis Torjäger Guido Burgstaller. picture alliance

Der FC St. Pauli ist weiter auf dem Vormarsch. Mit dem 3:2-Erfolg gegen den SV Darmstadt 98 am Samstag zogen die Kiezkicker in der Tabelle an ihrem Gegner vorbei. Beim vierten Sieg in Serie traf der formstarke Burgstaller doppelt (26./82.) - es waren die Treffer sieben und acht in den vergangenen sieben Spielen für den Torjäger. Zur zwischenzeitlichen 2:0-Führung hatte noch Marmoush genetzt (62.), ehe Skarke (64.) und Dursun (66.) innerhalb von nur vier Minuten ausgleichen konnten. Darmstadt scheiterte insgesamt dreimal am Aluminium - einmal davon in der Nachspielzeit, als St. Paulis Sieg nochmals richtig in Gefahr geraten war. Der Querbalken und eine Rettungstat von Ohlsson verhinderten allerdings den erneuten Darmstädter Ausgleich. Somit ist St. Pauli bereit für das Derby gegen den HSV am Montag in einer Woche.

Trainerwechsel verpuffen

Der SV Sandhausen und der VfL Osnabrück haben auch mit frischem Personal an der Seitenlinie Niederlagen kassiert. Die Kurpfälzer unterlagen zum Einstand der Interimstrainer Gerhard Kleppinger sowie Ex-Profi Stefan Kulovits dem SC Paderborn mit 1:2 - dabei hatten sie das Spiel zunächst in ihre Richtung gelenkt. Halimi brachte den SVS nicht unverdient in Führung (15.), doch der SCP drehte die Partie durch Tore von Srbeny (36.) und Antwi-Adjei (74.). Sandhausen rutschte damit auf einen direkten Abstiegsplatz ab.

So lange laufen die Verträge der Zweitliga-Trainer

Osnabrück, das sich von Marco Grote getrennt hatte, kassierte unterdessen unter Interimscoach Florian Fulland beim 1:2 gegen den 1. FC Heidenheim die achte Pleite nacheinander und ist nur noch zwei Zähler vom Relegationsplatz entfernt. Kleindienst (42.) und Hüsing (50.) trafen für Heidenheim, Osnabrücks Anschlusstreffer durch Santos (88.) kam zu spät.

Bussmann versüßt Männels Rekordspiel

Dass Aue ein ganz heißes Pflaster ist, hat nun auch der VfL Bochum erfahren. Am Freitagabend tat sich der Aufstiegsaspirant im Erzgebirge von Beginn an schwer und lag zur Pause nach Bussmanns Premierentor in Liga zwei (29.) bereits in Rückstand. Der Revierklub erhöhte nach Wiederanpfiff zwar den Druck, fuhr letztlich aber mit leeren Händen heim, auch weil Ganvoula Alu-Pech hatte (73.) und Pantovic nach Männel-Patzer am auf der Linie stehenden Gnjatic scheiterte (82.). Die Sachsen, bei denen Torhüter Männel dank seines 419. Pflichtspiels zum Rekordspieler avancierte, beendeten mit dem 1:0 ihren jüngsten Negativlauf von zuvor drei sieglosen Spielen in Serie.

Löwen melden sich im Keller zurück

Fingerzeig: Nick Proschwitz (2.v.l.) beim Torjubel.

Fingerzeig: Nick Proschwitz (2.v.l.) beim Torjubel. imago images

Parallel meldete sich Braunschweig im Keller mit drei Punkten gegen Regensburg zurück. Der Jahn hatte dabei in Hälfte eins Vorteile, schlug daraus aber kein Kapital und kassierte nach Wiederanpfiff nach ruhenden Bällen durch Nikolaou (58.) und Proschwitz (65.) den K.o. - die Löwen verschafften sich damit selbst und ihrem Trainer Daniel Meyer wieder etwas Luft.

kon