2. Bundesliga

Würzburg zweitligatauglich? "Das haben Sie heute gesehen"

Hannover 96 folgt auf Großkreutz, Terodde und Pavard

Würzburg zweitligatauglich? "Das haben Sie heute gesehen"

Die Freude steht ihm ins Gesicht geschrieben: Sportvorstand Sebastian Schuppan (re.) mit dem neuen Kickers-Trainer Bernhard Trares.

Die Freude steht ihm ins Gesicht geschrieben: Sportvorstand Sebastian Schuppan (re.) mit dem neuen Kickers-Trainer Bernhard Trares. imago images

"Bernhard Trares ist der richtige Mann", sagte Sportvorstand Sebastian Schuppan am Sky-Mikrofon ohne zu zögern und mit Nachdruck. Alles andere wäre auch etwas verwunderlich gewesen. Endlich, muss man aus Würzburger Sicht sagen, war der Bann nämlich gebrochen - und die schwarze Serie beendet.

Wenn du so eine Niederlagenserie hast, geht auch irgendwann der Glaube verloren.

Bernhard Trares

Trares feierte bei seiner Premiere vor vertrauter Geisterkulisse auf Anhieb ein Erfolgserlebnis. Der erste Dreier in dieser Saison - und der erste Heimsieg im Unterhaus seit knapp vier Jahren. "Ich bin einfach froh, dass wir gewonnen haben. Wenn du so eine Niederlagenserie hast, geht auch irgendwann der Glaube verloren. Wir sind aber ruhig geblieben und haben letztlich verdient gewonnen", resümierte der ehemalige Mannheimer Coach.

Kevin Großkreutz, Simon Terodde und Benjamin Pavard: Sie alle waren hautnah mit dabei, als die Würzburger Kickers ihren VfB Stuttgart am 18. Dezember 2016 auf die Bretter schickten und zum - bis heute - letzten Mal als Sieger einer Zweitligapartie vom Platz am Dallenberg schritten. Sebastian Schuppan stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Franken unter Vertrag, wechselte erst im Sommer 2017 von Arminia Bielefeld an den Main und reifte in den darauffolgenden drei Jahren zur Führungsfigur. Nach dem erfolgreichen Aufstieg in das Bundesliga-Unterhaus in der vergangenen Saison hing der Innenverteidiger seine Fußballschuhe an den Nagel.

Hannover, die "alles andere als selbstverständliche" Aufgabe

Dass der Übergang zwischen seinem Dasein als Spieler und Funktionär (noch) fließend ist, zeigte sich kurz nach dem Schlusspfiff. Der 34-Jährige machte sich unverzüglich auf den Weg zur Mannschaft und beglückwünschte die Spieler zum lang ersehnten Sieg. "Es war wichtig für die Mannschaft zu merken, dass wir alle zusammenhalten. Auch oben auf der Tribüne war die Freude riesig", meinte Schuppan, der beeindruckt davon war, dass die Mannschaft unter dem enormen Druck die "alles andere als selbstverständliche" Aufgabe bewältigt hat.

Wenn man das große Ganze betrachtet, ist ein Sieg aus acht Spielen natürlich längst nicht Anlass genug, um in einen "Freudentaumel zu verfallen", wie auch Schuppan weiß. Immerhin steht Würzburg nach wie vor - aber zumindest nur noch mit drei Punkten Rückstand - auf dem letzten Tabellenplatz der 2. Bundesliga. Ob der Kickers-Kader grundsätzlich zweitligatauglich ist? "Das haben Sie heute gesehen."

phb