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WSG Tirol: Zwischen Trainer-Warnung und Win-win-Situationen

Wattener Offensivhoffnung kommt wieder von Juventus

WSG Tirol: Zwischen Trainer-Warnung und Win-win-Situationen

Giacomo Vrioni soll diese Saison bei der WSG für Tore sorgen.

Giacomo Vrioni soll diese Saison bei der WSG für Tore sorgen. GEPA pictures

Als Überraschungsteam des Frühjahrs zog die WSG Tirol vergangene Saison in die Meistergruppe der Bundesliga ein und entledigte sich so bereits im März jeglicher Abstiegssorgen. Ein Erfolg, der die Erwartungshaltung vor der dritten Oberhaus-Spielzeit en suite im "heiligen Land" naturgemäß nach oben geschraubt hat. "Der Spielraum für Enttäuschungen kann sehr groß sein. Davor warne ich täglich", wird Trainer Thomas Silberberger daher nicht müde, auf die Euphoriebremse zu treten.

WSG-Ligaauftakt

Der Coach weiß, wie nah Erfolg und Misserfolg im Fußball beieinander liegen können. Man denke nur an die Saison unmittelbar nach dem Aufstieg zurück, als die WSG in der Qualifikationsgruppe nicht vom Fleck kam und nur durch das Finanzdesaster des SV Mattersburg vom sofortigen Rückfall in die 2. Liga bewahrt wurde.

Doch die Tiroler erwiesen sich als ihres Glückes würdig, behielten die Nerven, zogen die Lehren aus der damaligen Talfahrt und verstärkten die Mannschaft durch kluge Transfers. Allen voran Nikolai Baden Frederiksen, der per Kooperation leihweise von Juventus Turin kam. Nach dem Verkauf von Kelvin Yeboah an Sturm Graz startete der junge Däne so richtig durch und schoss sich zwischen Grunddurchgangs-Finish und Meistergruppe auf Platz zwei der Torschützenliste. "Niko hatte Angebote aus halb Europa, das war eine Win-win-Situation", sagt Silberberger. Diese Woche sicherte sich der niederländische Erstligist Vitesse Arnheim die Dienste des spielstarken Stürmers.

WSG Tirol: "Eine spannendere Adresse als letztes Jahr"

Für die WSG hatte ihre starke Performance in der Bundesliga auch positive Auswirkungen auf dem Verhandlungstisch. "Wir haben in der Transferzeit gemerkt, dass wir eine spannendere Adresse sind als letztes Jahr", freut sich Silberberger. Dadurch war es den Tirolern möglich, erneut ein junges Offensivtalent vom italienischen Rekordmeister über den Brenner zu locken.

Giacomo Vrioni heißt der junge Mann, ist 22 Jahre alt und stammt aus der Provinz Macerata, nahe der Adria-Küste. Bis zur U19 spielte er für die italienischen Nachwuchsauswahlen, inzwischen hat er zwei Länderspiele für das A-Nationalteam Albaniens, das Land seiner Vorfahren, bestritten. "Giacomo ist ein Box-Spieler", beschreibt Silberberger seinen Neuzugang und betont damit den Unterschied zu Baden Frederiksen, der auch gerne aus der Etappe kommt.

Die internationalen Top-Transfers des Sommers

Im Jänner 2020 verpflichtete Juventus Vrioni für kolportiert knapp vier Millionen Euro von dessen Jugendverein Sampdoria. Zu mehr als zwei Kurzeinsätzen für Juve hat es bisher jedoch nicht gereicht, für die U23 der "alten Dame" lief der Mittelstürmer elf Mal auf und erzielte dabei drei Tore. Bescheidene Zahlen, die den Optimismus bei der WSG aber keineswegs zu schmälern brauchen, denn Baden Frederiksen hatte vor seinem Engagement in Tirol noch weniger vorzuweisen. Gut möglich also, dass Giacomo Vrioni der nächste "Win-win-Coup" der Wattener wird.

David Mayr