Regionalliga

Cottbus-Coach Wollitz nach Derbysieg noch nicht zufrieden

Dezimierte Cottbusser marschieren weiter

Wollitz nach Ostduell in Leipzig: "Die Mannschaft kann zufrieden sein, ich bin es nicht"

"Pele" Wollitz freut sich für seine Mannschaft, will aber mit dem FC Energie Cottbus noch mehr. 

"Pele" Wollitz freut sich für seine Mannschaft, will aber mit dem FC Energie Cottbus noch mehr.  imago images/Picture Point

Es sind aktuell harte Wochen für den FC Energie Cottbus. Satte 13 Partien absolvierten die Brandenburger seit Anfang Oktober. Am Ende der vierten englischen Woche in diesem Zeitraum sprangen die Lausitzer durch ein 2:1 bei BSG Chemie Leipzig auf den dritten Tabellenplatz der Regionalliga Nordost. Für den Trainer des FC Energie, Claus-Dieter "Pele" Wollitz, ein Novum: "Ich ziehe wirklich den Hut vor meiner Mannschaft, was sie aus dieser Situation in den zurückliegenden Wochen hier gemacht hat. Das ist keineswegs selbstverständlich, sondern ein echter Kraftakt für uns. Das verdient großen Respekt und macht uns auch stolz."

Das Lazarett lichtet sich nicht

"Wir trainieren stets mit wenigen Spielern, haben zumeist keinen 18er-Kader für die Spiele und die Jungs marschieren weiter und weiter, gehen an ihre Grenzen", führte der 56-Jährige die aktuelle Lage bei seiner Mannschaft aus. Diese hat sich durch die Verletzung von Janik Mäder noch verschärft. "Wir gehen aktuell von einer Schulterprellung aus", kommentierte Wollitz den zusätzlichen Ausfall, über dessen Ausmaß er aber "nichts abschließend" sagen könne.

Cottbusser Plan geht auf

Sagen konnte das Energie-Urgestein aber umso mehr zur Leistung seines Teams in Leipzig: "Dass es hier kein Feuerwerk von uns gibt, war ganz klar die Strategie, die ich meinem Team mitgegeben habe. Hier einen offensiven Schlagabtausch einzugehen - in der Phase, in der wir uns gerade befinden - wäre wahnsinnig." Deshalb habe Cottbus "aus einer guten Defensive heraus und einfach spielen müssen, um hoffentlich im richtigen Moment das entscheidende Tor zu erzielen", so Wollitz. Dies gelang seiner Mannschaft schließlich durch Erik Engelhardt nach einem Standard, der Plan ging also auf.

Das Momentum stimmt - die Ausbeute nicht

Dennoch zeigte sich der gebürtige Brakeler nach der Partie nicht vollends überzeugt: "Ich freue mich für die Mannschaft über das Momentum, aber mit der Ausbeute sind wir nicht zufrieden", spielte er auf die verpassten Gelegenheiten an, eine Entscheidung herbeizuführen. Auch die unnötige Spannung nach dem Anschlusstreffer in der Nachspielzeit schlug Wollitz auf den Magen: "Wir dürfen es gar nicht dazu kommen lassen und kriegen danach noch eine Ecke, die wir verteidigen müssen. Man darf gar nicht darüber nachdenken, dass wir hier noch 2:2 spielen." Zusammenfassend könne seine Mannschaft zufrieden sein, aber "ich bin es nicht".

Regeneration, Reflektion und Kondition

Dennoch dürfen sich seine Akteure auf zwei freie Tage freuen. "Wichtig ist, dass wir jetzt mal regenerieren und abschalten. Die Spieler sollen mal die Seele baumeln lassen und genießen und reflektieren, was sie da geleistet haben", begründete Wollitz diese Entscheidung, und fügte nicht komplett ernst gemeint an: "Wahrscheinlich muss ich mich jetzt noch dafür rechtfertigen. Ich habe auch schon gehört, dass wir zu wenig trainieren und die Mannschaft keine Kondition hat. Deshalb habe ich ihr jetzt zwei Tage freigegeben."

kon

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