Bundesliga

Wolfsburgs Patrick Wimmer: Hoffnungsträger mit Helm

Österreicher meldet sich nach der dritten schweren Kopfverletzung zurück

Wolfsburgs Wimmer: Hoffnungsträger mit Helm

Mit Helm im VfL-Training: Patrick Wimmer.

Mit Helm im VfL-Training: Patrick Wimmer. IMAGO/regios24

Die Saison begann gut für ihn, nach nur zehn Minuten im Auftaktspiel gegen Werder Bremen (2:2) bereitete Patrick Wimmer mit einem schönen Pass das erste Wolfsburger Saisontor durch Lukas Nmecha vor. Ein weiterer Einsatz des Österreichers in München (0:2) folgte noch, dann war der Neuzugang von Arminia Bielefeld raus, weil er sich im Training eine Gehirnerschütterung zuzog. Ein schwerer Kopftreffer, und das schon zum dritten Mal in seiner Karriere.

"Ich hatte in Österreich schon mal eine kleine Gehirnerschütterung, dann in Bielefeld, jetzt habe ich wieder was gegen den Kopf bekommen", sagt Wimmer, der nun wochenlang aus dem Verkehr gezogen war, lange Zeit nur Lauftraining absolvieren konnte. Und nun nach der Länderspielpause im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart zurückkehren möchte - mit einem Helm.

Die Teamkollegen nennen ihn "Helm-Peter"

"Ich fühle mich sicherer damit und will am Anfang damit spielen", erklärt der 21-Jährige, den seine Teamkameraden schon als "Helm-Peter" getauft haben. Für Wimmer steht die Sicherheit im Vordergrund. "Ich habe mir die Zeit genommen, die ich gebraucht habe. Wir hatten einen Stufenplan erstellt. Wenn es auf einer Stufe nicht einwandfrei funktioniert hat, sind wir nicht auf die nächste gegangen. Das war gut so." Nun ist Wimmer schmerz- und schwindelfrei und gilt zusammen mit dem ebenfalls lange fehlenden Jonas Wind (im Aufbautraining nach einer Oberschenkelverletzung) als Hoffnungsträger beim VfL. Am Donnerstag im Test gegen Hansa Rostock will er sein Comeback feiern.

Wird mit Wimmer und Wind, der noch etwas Zeit benötigt, alles besser in Wolfsburg? "Klar habe ich die Hoffnung", sagt der Österreicher, "aber Druck mache ich mir auf keinen Fall. Mit meinen Tempodribblings und Kampfgeist hoffe ich, dass ich die Mannschaft mitziehen kann." Schließlich will er nicht noch einmal erleben, was er im vergangenen Jahr durchgemacht hat, als er mit Arminia Bielefeld abstieg.

Für fünf Millionen Euro kam der Offensivmann nach Wolfsburg, wollte in anderen Sphären der Bundesliga mitspielen, die drohende Realität aber lautet Abstiegskampf. "Es ist schon überraschend, dass wir so weit hinten drinstehen", räumt Wimmer ein, bleibt aber optimistisch: "Es kann noch recht schnell gehen, das ist gut für uns."

Wimmer will dabei helfen. Zur Not auch mit Kopfbällen? "Im Ernstfall werde ich Kopfbälle machen, im Training werde ich sie nicht forcieren. Ich mache sie aber auch ohne Probleme und ohne Angst." Erst einmal soll der Helm helfen. "Dann werde ich mal schauen, wie ich mich fühle."

Thomas Hiete