Europa League

Wolfsburgs dreimonatiges Europa-League-Drama mit Folgen

"Die Enttäuschung ist sehr groß"

Wolfsburgs dreimonatiges Europa-League-Drama mit Folgen

Europa-League-Gruppenphase verspielt - schon wieder: Maximilian Arnold.

Europa-League-Gruppenphase verspielt - schon wieder: Maximilian Arnold. picture alliance

Eigentlich begann das Europa-League-Drama des VfL Wolfsburg schon im Hochsommer. Am 27. Juni waren die Wölfe als Tabellensechster in den letzten Bundesliga-Spieltag gegangen - am frühen Abend waren sie nur noch Siebter. Weil Hoffenheim in Dortmund gewonnen (4:0) und der VfL gegen Bayern verloren hatte (0:4), war der direkte Weg in die Europa-League-Gruppenphase versperrt.

Womöglich dachte der eine oder andere beim VfL noch einmal an jenen Juni-Nachmittag zurück, als drei Monate später an diesem Donnerstagabend das Ziel endgültig verpasst war. Nach Quali-Siegen gegen Kukesi (4:0) und Desna (2:0) hätten die ersatzgeschwächten Wolfsburger nur noch das Play-off-Geisterspiel bei AEK Athen gewinnen müssen, um an den in der Gruppenphase ausgeschütteten Millionen beteiligt zu werden, stattdessen verloren sie mit 1:2.

Erst "Prachttor", dann Konter - Wolfsburg gibt das Spiel aus der Hand

Dass Trainer Oliver Glasner das danach "unglaublich bitter" fand, hatte vor allem mit dem Spielverlauf zu tun. Nach Admir Mehmedis Führungstreffer (45.+1) hatte ein "Prachttor" (Glasner) AEK zurück ins Spiel gebracht (64.), ehe der in der 87. Minute eingewechselte 30-jährige Iraner Karim Ansarifard bei einem Konter erst den passiven Verteidiger Maxence Lacroix und dann den regungslosen Ersatzkeeper Pavao Pervan düpierte (90.+4).

"Wir wollten unbedingt in der regulären Spielzeit die Partie gewinnen und sind dann ausgekontert worden", ärgerte sich Glasner über die "letzte Aktion" dieses fußballerisch sehr mäßigen Spiels. Gegen Freiburg (1:1) hatte er am vergangenen Sonntag extra noch Stammkräfte geschont - auch das gehört zu Wolfsburgs diesjährigem Europa-Drama. "Die Enttäuschung ist sehr groß."

Was wird jetzt aus dem Interesse an Philipp?

Wieder einmal ist die Europa League für einen Bundesligisten beendet, bevor sie offiziell überhaupt begonnen hat. Im Vorjahr war der VfL immerhin noch bis ins Achtelfinale vorgedrungen (1:2/0:3 gegen Donezk). Zwar bleiben ihm jetzt sechs Gruppenspiele zwischen dem 22. Oktober und 10. Dezember erspart, doch die negativen Folgen überwiegen.

"Sportlich und wirtschaftlich macht es einen Riesenunterschied, ob man nun dabei ist oder nicht", hatte Sportchef Jörg Schmadtke dem "Sportbuzzer" gesagt. Ob das Aus auch Auswirkungen auf die Transferpläne hat, wird sich zeigen. Ridle Baku hatten die Wolfsburger bereits vor dem Spiel für zehn Millionen Euro von Mainz 05 verpflichtet. Doch was wird jetzt aus dem Interesse an Maximilian Philipp (26, Dynamo Moskau)? Mit Europapokal kann der VfL jetzt jedenfalls nicht mehr werben. Und die finanziellen Möglichkeiten sind seit Donnerstagabend auch nicht größer geworden.

Die desaströse Bundesliga-Bilanz in der Europa League seit 2009/10

jpe