Bundesliga

VfL Wolfsburg: Warum jubeln sie denn nicht?

VfL-Trainer Glasner fordert seine Spieler wiederholt zu mehr Freude auf

Wolfsburg: Warum jubeln sie denn nicht?

Verhalten: Wout Weghorst und Kollegen nach dem Ausgleich.

Verhalten: Wout Weghorst und Kollegen nach dem Ausgleich. imago images

Das Thema ist nicht neu beim VfL Wolfsburg. Irgendwie ist den Niedersachsen die Freude abhandengekommen. Oliver Glasner merkte schon im vergangenen Jahr mehrmals an, dass er sich mehr Begeisterung wünsche. Nicht selten musste der Trainer seine Mannschaft gar animieren, sich zu freuen. Selbst als nach einem souveränen und endlich mal etwas spektakuläreren 4:1 auf Schalke klar war, dass das Team mindestens in der Europa-League-Qualifikation vertreten ist, wollte nicht wirklich Partystimmung aufkommen in der Kabine.

Deswegen rüttelte Glasner, der in der Öffentlichkeit selbst eher die leisen Töne anschlägt, im kicker-Interview vor der Saison noch einmal auf: "Wir müssen es noch mehr schaffen, in der Mannschaft, im Betreuerteam, im gesamten Klub Euphorie zu entfachen. Wenn du selber keine Begeisterung aussendest, dann kann der Funke auch nicht überspringen. Wir müssen bei uns beginnen und dann versuchen, die anderen mitzunehmen."

Bundesliga - 4. Spieltag
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VfL Wolfsburg - Termine

"Wir hatten Spiele, in denen wir uns gar nicht freuen"

Gut, nun gab der Start in die neue Spielzeit bislang wenig Anlass zum Ausflippen, nach vier Spielen steht der VfL mit vier Punkten aus vier Unentschieden und 2:2 Toren auf Rang 13, in der Europa-League-Quali kam das Aus bei AEK Athen (1:2). Und doch wünscht sich Glasner mehr Ekstase bei den Seinen. Etwa dann, wenn man nach starker zweiter Hälfte in Mönchengladbach in Rückstand geraten ist, in der Schlussphase doch noch den verdienten Ausgleich durch das erste Saisontor von Top-Stürmer Wout Weghorst erzielt und einen Punkt beim Champions-League-Teilnehmer entführt.

Doch was Glasner nach dem Ausgleich sah, gefiel ihm bei aller eigenen Freude nicht wirklich. Es bildete sich keine Jubeltraube, Weghorst feierte mit Zeugwart Heribert Rüttger, viele trotteten zurück auf ihre Positionen.

Wieder einmal musste der Trainer den Jubel-Befehl aussprechen. "Wir hatten Spiele, in denen wir uns gar nicht freuen und es alles als selbstverständlich ansehen", erklärt der Österreicher, der nicht müde wird zu betonen: "Kein Tor ist selbstverständlich, deswegen spielen wir Fußball. Dementsprechend sollen wir es gemeinsam feiern. Die Jungs haben so viel investiert, dann darfst du dich auch mal freuen." Blöd nur, wenn es nicht von selbst aus der Mannschaft kommt.

Thomas Hiete

Einer zum dritten Mal dabei: Die kicker-Elf des Spieltags