Bundesliga

Wolfsburg steht zu Kruse: "Er benötigt unsere Hilfe"

Allofs äußerst sich und stellt Forderung an den Nationalspieler

Wolfsburg steht zu Kruse: "Er benötigt unsere Hilfe"

Sichert Max Kruse unter einer Bedingung die volle Unterstützung zu: Manager Klaus Allofs.

Sichert Max Kruse unter einer Bedingung die volle Unterstützung zu: Manager Klaus Allofs. Getty Images

Allofs: "Max Kruse benötigt dringend unsere Hilfe"

Die Ereignisse um Max Kruse haben den VfL Wolfsburg noch einmal darin bekräftigt, dass neben der bereits erfolgten internen Sanktionierung die objektive Aufarbeitung aller Themen, der Schutz seiner Person und die Unterstützung im Vordergrund stehen müssen. "Wir haben bei der Aufarbeitung der aktuellen Entwicklung den Eindruck gewonnen, dass Max Kruse jetzt dringend unsere Hilfe benötigt", wird Wolfsburgs Manager Klaus Allofs von Seiten des Klubs zitiert. "Offenbar holen ihn derzeit Vorkommnisse und Probleme – auch aus seiner Vergangenheit – ein, die weder er noch wir steuern können. Dadurch wird ihm und automatisch auch dem Verein geschadet. Wir stellen nochmals klar, dass wir sein Verhalten missbilligen und uns klar von den Vorfällen distanzieren."

Trainersteckbrief Hecking
Hecking

Hecking Dieter

Spielersteckbrief Kruse
Kruse

Kruse Max

VfL Wolfsburg - Vereinsdaten
VfL Wolfsburg

Gründungsdatum

12.09.1945

Vereinsfarben

Grün-Weiß

Wir haben Max in unseren Gesprächen auch verdeutlicht, dass wir für unsere weitere Unterstützung auch eine sofortige Veränderung seiner Lebensweise einfordern.

Wolfsburgs Manager Klaus Allofs

Allofs führte darüber hinaus aus, dass der VfL dem Angreifer zur Seite steht: "Meine Geschäftsführer-Kollegen und ich entschuldigen uns im Namen des VfL Wolfsburg bei allen, die ungewollt und ohne eigenes Zutun damit konfrontiert wurden. Max Kruse hat sich ebenfalls aufrichtig entschuldigt und eingesehen, dass sein Verhalten sowohl seinem persönlichen Umfeld als auch dem Verein gegenüber völlig unangemessen war. Da er gegen das Geschehene juristisch vorgeht, darf er sich nicht öffentlich äußern. Ich kann aber sagen, dass all das, was in den letzten Wochen über ihn hereinbrach, ihn wirklich tief getroffen hat. Wir haben Max in unseren Gesprächen aber verdeutlicht, dass wir für unsere weitere Unterstützung über diese Entschuldigung hinaus auch eine sofortige Veränderung seiner Lebensweise einfordern."

Eine Reihe der Verfehlungen

Max Kruse

Max Kruse erhält die volle Unterstützung des VfL Wolfsburg, muss laut Verein aber sich und seinen Lebensstil hinterfragen. picture alliance

Zuletzt hatte Kruse mit zwei Vorfällen außerhalb des Platzes für negative Schlagzeilen gesorgt: Letztes Wochenende wurde bekannt, dass der Nationalspieler bereits am 18. Oktober 2015 bei einem nächtlichen Ausflug nach Berlin 75.000 Euro in bar in einem Taxi vergessen hatte. Wegen des Vorfalls wurde Kruse von seinem Verein VfL Wolfsburg mit einer Geldstrafe von 25.000 Euro belegt.

Die nächste Schlagzeile folgte prompt: Am Samstagabend soll sich Kruse bei der Party zu seinem 28. Geburtstag in einem Club in Berlin eine Auseinandersetzung mit einer Bild-Reporterin geliefert haben. Diese habe Kruse mehrfach ungefragt fotografiert. Kruse soll sich das Handy geschnappt und die Bilder gelöscht haben. Bundestrainer Löw zog die Konsequenz daraus und strich den Stürmer aus seinem Aufgebot , denn schließlich verlangt der 56-Jährige stets Professionalität von seinen Schützlingen, die im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen und eine Vorbildfunktion einnehmen. Löws Kommentar: "Max hat sich zum wiederholten Male unprofessionell verhalten. Das akzeptiere ich nicht."

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"Die Europameisterschaft im Sommer wirft ihre Schatten voraus, dort haben wir mit der Nationalmannschaft große Ziele. Wir brauchen Spieler, die fokussiert und konzentriert und sich auch ihrer Vorbildrolle bewusst sind", führte der Bundestrainer weiter aus. "Wir waren auch ständig in Kontakt mit dem VfL Wolfsburg und haben uns eng mit Klaus Allofs und Dieter Hecking abgestimmt", ergänzte Nationalelf-Manager Oliver Bierhoff.

Kruse trainiert nicht mit dem Team

Die Hiobsbotschaften für alle Beteiligten rissen aber auch damit noch nicht ab: Am Dienstagvormittag fehlte Kruse beim Training des VfL, nachdem am Vorabend plötzlich ein persönliches Video mit pikanten Inhalten von Kruse die Runde gemacht hatte. Dies ließ bereits weitere Folgen erahnen. Von Seiten des Bundesligisten hieß es aber schnell, die Nicht-Teilnahme am Training sei nur eine notwendige Pause, um den Akteur zu schützen. "Wir sehen ja, was hier los ist", führte Coach Dieter Hecking im Zuge des Trainings aus. "Es wird so sein, dass Max ab morgen wahrscheinlich schon wieder ganz normal trainieren wird." Manager Klaus Allofs hatte dazu betont: "Wir haben Max deutlich gemacht, dass wir als VfL und auch unser Besitzer Volkswagen mit dieser Situation nicht leben können."

Interne Unterredungen standen also nach der Einheit an - mit Hecking, mit Allofs - und vor allem mit Kruse. Die Entscheidung verkündeten die Wölfe am Dienstagabend in einem offiziellen Statement. Und sie fiel zugunsten des Nationalspielers aus, den der Verein fortan vor der öffentlichen Hetze schützen will. Eine Entlassung tritt somit nicht in Kraft. Allerdings muss Kruse seinen Lebensstil hinterfragen und ändern, wie Allofs eingangs in seiner Aussage klarmachte.

mag

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