Handball

Handball: Andreas Wolff erhält den deutschen Fairplay-Preis

Auch Para-Leichtathlet Floors ausgezeichnet

Wolff erhält deutschen Fairplay-Preis - Belobigung für RB-Kapitän Orban

Sie wurden vom DOSB hervorgehoben: Nationalkeeper Andreas Wolff (li.) und RB-Kapitän Willi Orban.

Sie wurden vom DOSB hervorgehoben: Nationalkeeper Andreas Wolff (li.) und RB-Kapitän Willi Orban. imago images (2)

Am Dienstag wurden die Sieger in der Kategorie Fairplay-Preis des Deutschen Sports veröffentlicht. Für das Jahr 2023 wird der deutsche Handball-Nationalkeeper Andreas Wolff in der Kategorie "Sport" geehrt, der "Sonderpreis" geht an Para-Leichtathlet Johannes Floors. Stifter sind der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS).

Bei Wolff beeindruckten die Jury zwei Auftritte während der Vorrunde der Handball-Weltmeisterschaft gegen Algerien und der Hauptrunde gegen Norwegen zu Beginn des Kalenderjahres 2023. In beiden Spielen hatte sich Wolff gegenüber den Schiedsrichtern dafür eingesetzt, dass gegnerische Spieler keine Zeitstrafen erhielten, nachdem diese ihn indirekt mit Würfen am Kopf getroffen hatten.

"Andreas Wolff hat nicht nur sportliche Höchstleistungen gezeigt, sondern auch eine vorbildliche Haltung in engen Wettkampfsituationen", stellt Prof. Dr. Manfred Lämmer, Vorsitzender der Jury, klar: "Gerade seine Geste gegen Norwegen war bemerkenswert, da die Partie bis zuletzt hart umkämpft war - und das DHB-Team letztlich mit 26:28 verloren hat."

Wolff zeigte sich geehrt, der Preis "bedeutet mir sehr viel". Der in Polen bei Kielce spielende Torhüter fügte allerdings an: "Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, in diesen Situationen die Wahrheit anzuzeigen und keine Zeitstrafen für den Gegner herauszuholen. Diese Regel wurde eingeführt, um uns Torhüter zu schützen. Daher sollten wir sie nicht ausnutzen, um uns einen Vorteil zu verschaffen."

Floors: "Das Schlimmste, was einem Athleten passieren kann"

Über eine Auszeichnung darf sich auch Johannes Floors freuen. Der Weltrekordler zeigte vor dem 400-Meter-Finale der Para-Leichtathletik-WM bemerkenswerte Empathie für einen Konkurrenten, dessen Prothese in der Vorbereitung gebrochen war - und holte anschließend Gold. "Johannes Floors ist nicht nur ein herausragender Athlet, sondern auch ein Paradebeispiel für Fairplay", betont Katja Kliewer, Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Behindertensportjugend: "Seine beeindruckenden Erfolge und seine menschenfreundliche Einstellung machen ihn zu einem verdienten Träger des Sonderpreises."

Floors sah in seinem Verhalten "nichts Besonderes, denn dass die Prothese kaputtgeht, ist das Schlimmste, was einem Athleten passieren kann. Es war für mich selbstverständlich, zu Hunter Woodhall zu gehen, zu helfen und zu trösten." Er hofft, dass seine Geste "als Beispiel für Fairness im Sport dienen kann".

Wolundoko überstimmt Fehlentscheidung

Kandidaten für die beiden Preise gab es im Jahr 2023 ausreichend, die Stifter hätten zahlreiche Nominierungen erreicht. Um den vielen aussichtsreichen Einsendungen Rechnung zu tragen, verkündete die Jury noch zwei Belobigungen: In der Kategorie "Sport" wird Badminton-Spielerin Aurelia Wolundoko gewürdigt, da sie im Mixed-Finale der Deutschen U-17-Meisterschaft eine Fehlentscheidung zu ihren Gunsten überstimmt, was zum Verlust des zweiten Satzes und wenig später zu ihrer Niederlage geführt hatte. In der Kategorie "Sonderpreis" wird RB Leipzigs Kapitän Willi Orban hervorgehoben, der für eine Stammzellenspende auf das Bundesligaspiel gegen Union Berlin verzichtet hatte.

Überreicht werden die Auszeichnungen im Rahmen des Biebricher Schlossgesprächs am 25. April 2024 in Wiesbaden. Die Gesprächsreihe bietet eine Plattform für Vorträge, Dialoge und Diskussionen zu gesellschaftlichen, kulturellen und ökonomischen Aspekten des organisierten Sports.

msc