Bundesliga

Wolf: "Das lasse ich nicht gelten"

Stuttgarts Trainer kritisiert Auftreten seiner Mannschaft

Wolf: "Das lasse ich nicht gelten"

War mit dem Auftritt seiner Mannschaft nicht zufrieden: VfB-Coach Hannes Wolf.

War mit dem Auftritt seiner Mannschaft nicht zufrieden: VfB-Coach Hannes Wolf. imago

Das war so gar nicht der VfB, den die Anhänger in der Mercedes-Benz-Arena aus der Hinrunde kannten. Mutlos, langsam, uninspiriert traten die Schwaben in der ersten Halbzeit gegen die Berliner auf. Vom aggressiven, intensiven Tempofußball der Vergangenheit war nichts zu sehen. Allerdings nicht, weil das der Trainer etwa so vorgegeben hätte. "Wir wollten mit Intensität, mit Tempo, mit Mut nach vorne spielen", erzählt Hannes Wolf. "Das hat Hertha aber sehr gut unterbunden."

Entsprechend kam etwas ganz anderes raus. "Wir hatten wenige Aktionen, wenig Tempo, wenige Sprints. Das war zu passiv, ohne tiefe Läufe… Das sieht man an den Werten - dazu braucht man die Werte nicht mal." Der 36-Jährige ist bei aller Freude über den gelungenen Start in die Rückrunde angefressen. "Es darf uns nicht passieren, dass wir mit so wenig Intensität in so ein Spiel gehen."

Wir hatten in einigen Momenten das Glück, das wir sonst öfter nicht hatten.

Hannes Wolf

Worin diese seltsame Passivität begründet war, kann er sich nicht richtig erklären. Verunsicherung angesichts der Misserfolgsserie vor Weihnachten "kann ich nicht gelten lassen", sagt Wolf klar und deutlich. "Denn viel laufen und viel sprinten kann man auch, wenn man verunsichert ist. Man kann dann vielleicht in anderen Situationen hängenbleiben." Im Dribbling, was zumindest in besagten 45 Minuten auffallend oft klappte. "Wir hatten Glück", stellt der 36-Jährige schlicht und ergreifend fest. "Wir hatten in einigen Momenten das Glück, das wir sonst öfter nicht hatten." Was zu einigen Niederlagen in der Hinrunde geführt hatte. Diesmal konnte der Gegner aus Berlin seine Chancen allerdings nicht nutzen und keinen Schaden anrichten. Allein Salomon Kalou vergab zwei gute Chancen, eine davon hundertprozentig in der 41. Minute, als er eine Flanke von Arne Maier übers leere Tor köpfte.

Wer weiß, was passiert wäre, hätten die Stuttgarter zurückliegend in die Pause und in die zweite Hälfte gehen müssen. So kamen sie sichtlich engagierter ins Spiel zurück, das sie am Ende durch das Selbsttor von Niklas Stark gewannen. "Wir wollten in der zweiten Halbzeit mutiger, aggressiver, mit mehr Laufbereitschaft und mehr Sprints spielen", sagt Wolf. "Das haben wir viel besser gemacht." Das sollen seine Spieler auch am kommenden Samstag in Rheinhessen umsetzen. Von Beginn an. "In Mainz müssen wir auch schon in der ersten Halbzeit mit viel Intensität spielen und sehr viel sprinten."

Asano wurde geschont

Dann könnte auch Takuma Asano, einer der Edelsprinter im Team des Aufsteigers, wieder im Kader stehen. Der japanische Nationalspieler wurde gegen Berlin geschont. "Er hatte ein bisschen Probleme im oberen Adduktorenbereich und einen Tag nicht trainiert", erzählt Wolf. "Deswegen haben wir uns für die Spieler entschieden, die voll trainiert haben." Darunter Dzenis Burnic, der allerdings am Sonntag wegen eines Infekts aussetzen musste. Dass Carlos Mané ebenfalls früher das Spielersatztraining der Reservisten beendete, hat nicht viel zu bedeuten. Den Portugiesen, der nach seinem Knorpelschaden auf dem Weg zurück zur Spielbereitschaft ist, plagen leichte muskuläre Probleme im Hüftbereich, die eine kleine Pause ratsam machen.

George Moissidis

Bilder zur Partie VfB Stuttgart - Hertha BSC