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WM im Zweijahresrhythmus: Fragen & Antworten

Fragen & Antworten

WM im Zweijahresrhythmus: Was bedeutet der FIFA-Plan?

Wird bisher nur alle vier Jahre vergeben: FIFA-WM-Pokal.

Wird bisher nur alle vier Jahre vergeben: FIFA-WM-Pokal. picture alliance / Pressebildagentur ULMER

Wie sieht der Reformplan aus?

Der internationale Spielkalender ist bis 2024 festgelegt. Deutschland richtet in jenem Jahr die Europameisterschaft aus. Auch die USA, Kanada und Mexiko stehen als Gastgeber der WM 2026 bereits fest. Danach soll nach Ansicht der Technischen Beratungsgruppe der FIFA alles anders werden: In geraden Jahren werden die Weltmeisterschaften gespielt, in ungeraden die kontinentalen Turniere wie die EM und Copa America. FIFA-Direktor Arsene Wenger hatte im kicker-Interview exklusiv von den Plänen erzählt. Mehr Länderspiele soll es aber nicht geben, sondern sogar weniger (7 im Jahr statt wie bislang 10). Im Gegenteil warb Wenger damit, dass im neuen Spielkalender feste Ruhephasen für die Profis eingeplant seien und durch deutlich weniger, dafür längere Abstellungsperioden für Länderspiele weniger Reisen nötig seien.  So würde sich die Zahl der Abstellungstage von 50 auf 28 verringern. Eine Option sieht vor, dass die Ligen nur im Oktober/November unterbrochen werden, ehe dann erst wieder im Sommer die Turniere anstehen. "Mehr K.-o.-Duelle, weniger Qualifikationspartien. Das wollen doch die Fans", glaubt Wenger.

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Wer ist gegen die Reform?

Aleksander Ceferin, Präsident der UEFA, drohte schon mit Boykott. Etliche weitere Organisationen sind gegen die Idee - die Europäische Club-Vereinigung ECA, Zusammenschlüsse der Ligen in Europa (European Leagues) und weltweit (World Leagues Forum) sowie mehrere Fanverbünde aus vielen Länder der EU. "Der Wert liegt gerade darin, dass die WM alle vier Jahre ausgerichtet wird", sagte Ceferin in der britischen "Times". "Darauf wartet man, es ist wie bei den Olympischen Spielen - ein riesiges Ereignis. Ich sehe nicht, dass unsere Konföderation das unterstützt. Ich hoffe, die FIFA kommt wieder zu Sinnen." Aus der Bundesliga kritisierten in den vergangenen Tagen ebenso mehrere Vertreter den Plan - oft wird vor noch mehr Spielen gewarnt.

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Wie positioniert sich der DFB zu den Plänen?

Der DFB hat sich kritisch zu den FIFA-Plänen geäußert. Die angeblichen Vorteile seien "weder erkennbar noch vorstellbar", schrieb der Verband in einer Mitteilung. Man unterstütze daher die Position der UEFA und verlangte vom Weltverband, "dass die FIFA die spezifischen Interessen der europäischen besonders beachtet und berücksichtigt". Zudem kritisierte der DFB die Vorgehensweise der FIFA. Es sei "entgegen aller Grundsätze", im ersten Schritt "nicht die Mitglieder ihres eigenen Councils" zu befragen.

Wer entscheidet eigentlich über den Spielkalender?

In den FIFA-Statuten steht, dass das FIFA-Council "nach Rücksprache mit den Konföderationen" einen internationalen Spielkalender festlegt, der "für die Konföderationen, Mitgliedsverbände und Ligen verbindlich ist". Im 37-köpfigen Council sitzen neun UEFA-Vertreter, darunter Peter Peters, derzeit Interimspräsident des Deutschen Fußball-Bundes. Der WM-Ausrichter wird vom FIFA-Kongress bestimmt. Wenger sagte, er wolle alle 211 FIFA-Mitgliedsverbände auf dem Weg zum neuen Rhythmus mitnehmen. Dass aber alle abstimmen, erscheint zunächst unwahrscheinlich, in diesem Jahr ist zumindest kein Ordentlicher FIFA-Kongress geplant. FIFA-Präsident Gianni Infantino äußerte, er hoffe auf Klarheit bis zum Jahresende.

Wie sieht es in anderen Sportarten aus?

Die Weltmeisterschaft nur alle vier Jahre zu spielen, ist im Vergleich der Kernteamsportarten keine Besonderheit des Fußballs. Auch die Basketballer und Volleyballer suchen in diesem Rhythmus ihre Weltmeister. Im Handball wird dagegen alle zwei Jahre eine WM gespielt, beim Eishockey wird sogar jedes Jahr ein Weltmeister gekürt. Gemeinsam mit der Fußball-WM gelten die Olympischen Spiele als das Sport-Großereignis schlechthin. Winter- und Sommerspiele werden jeweils auch nur alle vier Jahre ausgerichtet, inzwischen aber um zwei Jahre versetzt, so dass das Internationale Olympische Komitee IOC im Zweijahresrhythmus viel Geld verdient.

dpa/tru

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