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WM am Freitag: Van Persie bedauert - Chile bangt um Vidal

Julio Cesars Sohn findet Ochoa besser - Brych pfeift

WM am Freitag: Van Persie bedauert - Chile bangt um Vidal

Bedauert das englische Aus: Robin van Persie.

Bedauert das englische Aus: Robin van Persie. Getty Images

+++ Tore satt in Salvador +++

Die Fußballfans, die sich Eintrittskarten für den Austragungsort Salvador gesichert haben, kamen bislang mehr als nur auf ihre Kosten. Die Arena Fonte Nova nämlich bot bislang nur spektakuläre Partien - drei an der Zahl: Spanien wurde hier am 1. Spieltag mit 1:5 von den Niederländern auseinander genommen, am selben Spieltag fertigte Deutschland schließlich noch Portugal mit 4:0 ab. Das jüngste Fest wurde am heutigen Freitag (20. Juni) gefeiert - Frankreich schlug die Schweiz um Trainer Ottmar Hitzfeld satt mit 5:2.

Schiedsrichtersteckbrief
Brych

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Halilhodzic

Halilhodzic Vahid

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Hodgson

Hodgson Roy

Trainersteckbrief Queiroz
Queiroz

Queiroz Carlos

Brasilien - Vereinsdaten
Brasilien

Gründungsdatum

01.01.1914

Italien - Vereinsdaten
Italien

Gründungsdatum

01.01.1898

Chile - Vereinsdaten
Chile

Gründungsdatum

01.01.1895

Kamerun - Vereinsdaten
Kamerun

Gründungsdatum

01.01.1959

Nigeria - Vereinsdaten
Nigeria

Gründungsdatum

01.01.1945

Belgien - Vereinsdaten
Belgien

Gründungsdatum

01.01.1895

Deutschland - Vereinsdaten
Deutschland

Gründungsdatum

28.01.1900

Iran - Vereinsdaten
Iran

Gründungsdatum

01.01.1920

England - Vereinsdaten
England

Gründungsdatum

01.01.1863

Kroatien - Vereinsdaten
Kroatien

Gründungsdatum

01.01.1912

Algerien - Vereinsdaten
Algerien

Gründungsdatum

01.01.1962

Elfenbeinküste - Vereinsdaten
Elfenbeinküste

Gründungsdatum

01.01.1960

+++ Argentinien und Iran müssen den Rasen schonen +++

Schlechte Nachrichten für Argentinien und Iran. Beide Mannschaften durfen ihr Abschlusstraining vor dem Duell am Samstag (18 Uhr, LIVE! bei kicker.de) nicht im Estádio Mineirao absolvieren. Der Grund: Schlechte Rasenverhältnisse.

+++ Van Persie bedauert Englands Aus +++

Robin van Persie, Teamkollege von Wayne Rooney bei Manchester United, bedauert das Vorrunden-Aus der Engländer: "Ich finde es sehr schade. Sie haben gegen Uruguay gut gespielt, hatten ihre Chancen", so der niederländische Torjäger: "Zwischen Erfolg und Misserfolg liegen oftmals nur Zentimeter."

+++ Del Bosque will kein Hindernis sein +++

Nach dem WM-Aus der Spanier dreht sich beim noch amtierenden Weltmeister nun schon alles um die Zukunft. Ob in dieser Vicente del Bosque weiterhin die Zügel in der Hand halten wird, ist trotz Bekenntnis zum Coach noch unklar. Der Trainer selbst beteuerte, dass er nicht an seinem Stuhl klebt. "Wenn ich eine Hindernis für unseren Fußball werde, werde ich gehen. Ich werde tun, was für alle das Beste ist", sagte der 63-Jährige und betonte, dass es noch nicht der richtige Moment ist, um über solche Entscheidungen zu sprechen: "Es ist nicht die Zeit, über meine Zukunft zu sprechen. Wir sind noch im Wettbewerb."

Mexiko verharmlost homophobe Fangesänge

Fans

Fans Getty Images

Nach homophoben Sprechchören mexikanischer Fans beim WM-Spiel gegen Kamerun hat Mexikos Verband in einem Brief an die FIFA seine Sicht der Dinge dargelegt. Es handele sich zwar nicht um eine Kleinigkeit, aber es sei schwer, die Gesänge zu unterbinden, sagte der Sportdirektor der Nationalmannschaft, Hector Gonzalez Inarritu, im Radiosender Formula. "Ich sehe das weder als verbale Aggression noch als Homophobie." Auch Trainer Miguel Herrera versuchte den Vorfall zu relativieren. "Wir müssen dazu nichts sagen. Wir unterstützen unsere Fans und müssen daraus keine große Sache machen", sagte der Coach. Das Lied sei von einem Verein in Mexiko erfunden worden und werde mittlerweile von allen Klubs im Land gesungen. "Wenn du zum Beispiel hörst, was die Fans in jedem Spiel über den Schiedsrichter sagen, müsstest du das dann nicht auch bestrafen?", sagte Herrera. Beim Spiel in Natal hatten mexikanische Fans den kamerunischen Torwart als "Puto" (Stricher) diffamiert.

+++ Chile bangt um Vidal +++

Wenn Chile am Montag zum "Endspiel" um Platz eins in der Gruppe B aufläuft, fehlt möglicherweise das Herzstück Arturo Vidal. Der Mittelfeldstar von Juventus Turin fehlte am Freitag ebenso wir Charles Aranguiz angeschlagen im Training der Südamerikaner. Die beiden sind bereits mit einer Gelben Karte vorbelastet, würden also bei einer Verwarnung gegen Oranje das Achtelfinale verpassen. Um dort nicht auf den Erstplatzierten der Gruppe A (aktuell: Brasilien) zu treffen, müssen die Chilenen gegen die Niederlande gewinnen.

+++ FA stärkt Hodgson den Rücken +++

"Ich habe nicht das Bedürfnis, zurückzutreten, nein. Allerdings: Wenn der Verband glaubt, dass ich nicht mehr der Richtige bin für den Job...", hatte Roy Hodgson nach der 1:2-Pleite seiner Engländer gegen Uruguay gesagt und damit den Ball der FA zugespielt. Er ist noch der richtige. "Wir sind alle enttäuscht. Aber wir wollen, dass Roy bleibt und weitermacht", sagte FA-Präsident Greg Dyke dem TV-Sender Sky Sports News. "Wir sehen keinen Sinn darin, Roy zu entlassen. Er hat einen guten Job gemacht. Und wir sehen viel Positives, obwohl wir gegen zwei Mannschaften aus den Top-8 der Weltrangliste verloren haben", erklärte Dyke weiter.

+++ Beinharter Pereira sorgt für Diskussionen +++

Die Spielergewerkschaft FIFPro hat nach dem K.o. des Uruguayers Alvaro Pereira im WM-Gruppenspiel gegen England (1:2) einen besseren Schutz für Spieler mit Kopfverletzungen gefordert. Pereira hatte sich über den Rat des Teamarztes hinweggesetzt und nach dem Zusammenprall mit Raheem Sterling weitergespielt. "Im Fußball gibt es immer wieder Fälle, in denen Spieler eine mögliche Gehirnerschütterung erleiden und auf dem Rasen bleiben. Wir verstehen, dass Spieler bei einer so wichtigen Begegnung weitermachen wollen. Dennoch müssen sie vor vorschnellen Entscheidungen geschützt werden", teilte die Gewerkschaft mit und forderte den Weltverband FIFA zu einer Untersuchung auf. Pereira war nach dem Zusammenstoß in der 61. Minute zunächst bewusstlos liegen geblieben, wurde aber bis zum Ende der Begegnung nicht ausgewechselt.

+++ "Triathlet" Robinho spottet über Spaniens WM-Desaster +++

Robinho

Robinho Getty Images

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen – das trifft dieser Tage ganz besonders auf Spanien zu. "War Spanien nicht Favorit?", spottete beispielsweise der frühere brasilianische Nationalspieler Robinho auf Twitter über den entthronten Weltmeister. Das einstige Supertalent hatte zu seiner Zeit bei Real Madrid (2005 bis 2008) selbst so einige Häme wegen seiner Harmlosigkeit vor dem gegnerischen Tor ertragen müssen. Robinho wurde öfter als "Triathlet" bezeichnet: Er rennt, macht einen Fallrückzieher und dann - nichts. Im Spanischen bezeichnet man einen Fallrückzieher ("hacer la bicicleta") als "das Fahrrad machen". Und "nada" ("Nichts") heißt zugleich: "Er schwimmt".

+++ Japan feiert und fegt +++

Mit aufgeblasenen blauen Mülltüten sorgten Nippons Anhänger trotz der Nullnummer im WM-Gruppenspiel gegen Griechenland am Donnerstag in Natal für außergewöhnliche Stimmung. Doch die große Überraschung folgte mit Abpfiff der Partie in Natal. In den mitgebrachten Säcken wurde der Unrat auf den Tribünen im Japan-Block eingesammelt. Die noble und umweltfreundliche Geste findet vor allem im WM-Gastgeberland Brasilien viel Anklang, wo achtlos weggeworfener Abfall Straßen und Plätze oft ein hässliches Antlitz verleiht. Die Zeitung O Globo schreibt: "Erziehung und Disziplin charakterisieren die Japaner bei der WM." Auch in der Twittergemeinde findet die Aktion Anklang. "Die FIFA ist schlau und lässt die Japaner immer zum Schluss spielen, damit das Stadion sauber zurückbleibt", meinte ein User zu den späten Anstoßzeiten der "Blauen Samurai". Und ein anderer weiß, wie man die Abwehr der Asiaten knackt: "Man muss nur Müll in den Strafraum werfen, dann hören sie auf zu spielen und sammeln sofort alles ein."

+++ Brasilien: Julio Cesars Sohn findet Ochoa besser +++

Guillermo Ochoa & Julio Cesar

Die Torhüter Guillermo Ochoa (l., Mexiko) und Julio Cesar (r., Brasilien) nach dem 0:0. imago

Eine lustige Geschichte hatte Brasiliens Torwart Julio Cesar zu erzählen. Sein Sohn fand den Keeper des letzten Gegners Mexiko, Guillermo Ochoa, nämlich besser als den Papa: "Cauet hat mir gesagt: Glückwunsch zum Spiel, du hast zwei gute Paraden gezeigt. Aber der mexikanische Torhüter... Caramba! Der hat ja alles gehalten", berichtete die Nummer eins der "Seleçao". Der kicker sah das übrigens genauso: Julio Cesar erhielt die Note 2,5, Ochoa wurde mit der kicker-Bestnote 1,0 ausgezeichnet.

+++ Belgien: Kompany ist fit für Russland +++

Entwarnung beim belgischen Innenverteidiger Vincent Kompany. Der Kapitän der "Red Devils" klagte zuletzt über Leistenbeschwerden, hatte am Donnerstag das Mannschaftstraining ausgelassen und stattdessen eine Solo-Einheit absolviert. "Der Zustand seiner Leiste hat sich verbessert, das ist kein Problem mehr", sagte Teamarzt Kris van Crombrugge. Damit hat der 28-Jährige Grünes Licht für einen Einsatz gegen Russland am Sonntag (18 Uhr MESZ) in Rio de Janeiro.

+++ Nigeria: Knöchelverletzung bei Oboabona +++

Nigeria bangt um Abwehrspieler Godfrey Oboabona. Der 23-Jährige, der beim Auftakt gegen Iran (0:0) ein Innenverteidiger-Pärchen mit Kenneth Omeruo bildete, musste wegen einer Knöchelverletzung ausgewechselt werden. Auch am Freitag musste der 1,86-Meter-Mann mit dem Training aussetzen und droht nun für das zweite Gruppenspiel in der Nacht von Samstag auf Sonntag (0 Uhr MESZ, Cuiaba) auszufallen. Als Ersatz stünde Routinier Joseph Yobo (33, 95 A-Länderspiele für Nigeria) bereit, der Oboabona schon gegen den Iran als Joker ersetzte (kicker-Note 4,0).

+++ Zweiter Einsatz für Brych +++

Der deutsche FIFA-Schiedsrichter Dr. Felix Brych kommt am zweiten Spieltag zu seinem zweiten Einsatz bei dieser WM: Am Sonntag (18 Uhr MESZ) wird der 38-Jährige die Partie zwischen Belgien und Russland leiten. Eine Ansetzung, die durchaus überrascht, immerhin trifft Deutschland im Achtelfinale auf einen Qualifikanten aus der Gruppe H. Brych hatte bereits die Begegnung Uruguay gegen Costa Rica (1:3) geleitet und dabei einen überragenden Eindruck hinterlassen (kicker-Note 1,0).

+++ Argentinien: FIFA untersagt Abschlusstraining im Stadion +++

Das Estadio Mineirao in Belo Horizonte wird der Austragungsort der Begegnung zwischen Argentinien und Iran am Samstag (18 Uhr MESZ) sein. Um den Rasen im Stadion zu schonen, ordnete die FIFA an, dass beide Teams auf ein Abschlusstraining in der Arena verzichten müssen. Während die "Albiceleste" in ihrem WM-Quarter Cidade do Galo übte, wich das "Team Melli" auf das Estadio Independencia aus. In Belo Horizonte fanden bislang die WM-Partien Kolumbien gegen Griechenland (3:0) sowie Belgien gegen Algerien (2:1) statt. Nach dem Argentinien-Iran-Spiel ist auch noch ein Achtelfinale und ein Halbfinale im Estadio Mineirao angesetzt.

+++ Spanien: Del Bosque darf bleiben +++

Vicente del Bosque

Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque darf bleiben - doch will er auch? imago

1:5 gegen die Niederlande, 0:2 gegen Chile - mit der desaströsen Ausbeute von null Punkten und 1:7 Toren (der einzige Treffer war ein von Xabi Alonso verwandelter Elfmeter) muss Spanien als amtierender Weltmeister bereits nach der Vorrunde den Rücklug buchen. Trotz der Kritik an dieser Schmach will der spanische Fußballverband an Trainer Vicente del Bosque festhalten. "Uns würde es gefallen, dass er bleibt. Sein Vertrag läuft bis zur EM in Frankreich", sagte RFEF-Generalsekretär Jorge Perez, "Del Bosque hat nicht seinen Rücktritt eingereicht. Sollte er es tun, werden wir ihn darum bitten, weiterzumachen." Die heimischen Fußballfans sind da allerdings anderer Meinung: Laut einer Internetumfrage der Sportzeitung Marca sind 68,6 Prozent der insgesamt rund 150.000 Teilnehmer für eine Entlassung des 63-Jährigen. 31,4 Prozent wollen am einstigen Erfolgscoach festhalten, der mit der "Furia Roja" die WM 2010 in Südafrika sowie die EM 2012 in Polen und der Ukraine gewonnen hatte.

+++ Chile: Diaz verrät Geheimnis, Vidal setzt aus +++

Mit zwei Siegen gegen Australien (3:1) und Spanien (2:0) hat Chile einen Traumstart hingelegt. Der zentrale Mittelfeldspieler Marcelo Diaz verriet nun das Geheimnis der chilenischen Stärke: "Wir sind nicht die Talentiertesten, aber wir haben eine Qualität: Wir spielen mit dem Herzen." Davon konnte sich die Fußball-Welt in der Tat schon überzeugen: Den spanischen Ballbesitz-Fußball zermürbte die "Roja" mit extremem Laufaufwand, hohem Einsatz, energischer Zweikampfführung und viel Leidenschaft. Oder kurz: mit richtig viel Herz.

+++ Iran: Trainer Queiroz wechselt nach der WM nach Afrika +++

Der Iran muss sich nach der WM 2014 einen neuen Trainer suchen. Carlos Queiroz, seit 2011 im Amt, wird nach der Endrunde zu einem afrikanischen Team wechseln. "Mein Vertrag läuft aus und ich habe mich dazu entschieden, nicht zu bleiben. Es war eine Zeit voller Liebe und man hat mich auch gefragt, ob ich weitermachen möchte", sagte der 61-jährige Portugiese. Dem iranischen Fußballverband fehlte es offenbar an den notwendigen finanziellen Mitteln, um Queiroz zu halten. Der Coach will außerdem Geschichte schreiben und nach Portugal (2006), Südafrika (2010) und Iran (2014) auch mit einer vierten Nation an einer Weltmeisterschaft teilnehmen.

+++ Elfenbeinküste: Genervter Drogba fordert die Unterstützung Afrikas +++

Didier Drogba

Hofft er auf göttlichen Beistand? Der ivorische Stürmer Didier Drogba kommt derzeit nur von der Bank. imago

Es ist bislang nicht die WM des Didier Drogba. Der 36-Jährige kam in zwei Spielen bislang immer von der Bank und insgesamt nur auf magere 58 Einsatzminuten. Im Sturmzentrum der "Elefanten" ist Wilfried Bony (ein Turniertreffer) gesetzt. Klar, dass der Stürmer mit seiner Reservistenrolle unzufrieden ist: "Zu meiner Situation und Rolle will ich eigentlich nicht viel sagen", meinte Drogba genervt. "Wir dürfen nicht alles auf Drogba fixieren. Es war erst das zweite Spiel, in dem er auf der Bank saß. Natürlich ist er enttäuscht, er ist aber engagiert", sagt Trainer Sabri Lamouchi. Die Ivorer punkteten als einzige afrikanische Mannschaft bislang dreifach und haben damit die besten Chancen aufs Achtelfinale. Drogba fordert deshalb die Unterstützung des gesamten Kontinents: "Unsere Fans wissen, das Abenteuer geht weiter. Unser Finale ist in ein paar Tagen. Wir brauchen die Unterstützung aller afrikanischen Fans." Am Dienstag (22 Uhr MESZ, Fortaleza) trifft die Elfenbeinküste auf noch immer torlose Griechen. "Da müssen wir noch mal alles mobilisieren. Wir müssen gewinnen, es gibt keine Alternative. So einfach ist das", so Lamouchi.

+++ Brasilien: Altstars kritisieren die "Seleçao" +++

Dem begeisternden 3:1-Eröffnungssieg gegen Kroatien folgte das ernüchternde "Ochoa-Gate", das 0:0 gegen Mexiko. Nun melden sich die brasilianischen Altstars zur Wort und kritisieren die "Seleçao" scharf. "Ab der Mitte nach hinten stehen wir ja ganz gut, aber von der Mitte nach vorne tun wir uns schwer", bemängelte Pelé. "Das Team ist irgendwie ineinander verheddert, scheint verloren. Sie können Weltmeister werden, aber spielen hässlichen Fußball mit hohen Bällen, ohne Spielzüge, und kopflos in den letzten Minuten", krittelte Gerson. Raí nannte sogar Ross und Reiter, forderte die Herausnahme von Mittelfeldmann Paulinho sowie Sturmtank Fred und meint: "Wir müssen aufhören mit dieser Idee, dass Brasilien einen Mittelstürmer braucht. Mit Neymar vorne drin wären mehr Lösungen da." Am Montag (18 Uhr MESZ, in Brasilia) trifft Brasilien im letzen Gruppenspiel auf Kamerun.

+++ Chile: Verbandsboss schnappt sich Spielball und hofft auf mehr +++

Mit dem 2:0-Sieg über Spanien kegelte Chile den amtierenden Weltmeister sensationell aus dem Turnier. "Das war einer dieser historischen Meilensteine", schwärmte Chiles Verbandspräsident Sergio Jadue, der sich ein Stück Geschichte gleich unter den Nagel riss: Den Spielball Brazuca, der bald in einem geplanten Fußballmuseum ausgestellt werden soll. Auf weitere Exponate hofft Jadue in den nächsten Tagen. "Es liegt noch genug Geschichte vor uns", so der Verbandsboss, der weitere Großtaten versprach. Der Ex-Leverkusener Arturo Vidal gab indes den Terminator ("I'll be back") und twitterte: "Wir fahren aus Rio weg, aber kommen am 13. Juli wieder." Bevor Chile im Achtelfinale antritt, steht noch das Gruppen-Topspiel gegen die Niederlande (Montag, 18 Uhr MESZ, Sao Paulo) an.

+++ Kamerun: Finke entsetzt über Assou-Ekottos Kopfstoß +++

Achille Webo, Benjamin Moukandjo & Benoit Assou-Ekotto

Nach einem verbalen Scharmützel geht Kameruns Benoit Assou-Ekotto (r.) auf Benjamin Moukandjo (l.) los. imago

Die Auswahl Kameruns präsentierte sich bislang nicht von ihrer Schokoladenseite: Sportlich gelang noch kein einziger Treffer und es setzte Niederlagen gegen Mexiko (0:1) und Kamerun (0:4). Trauriger Höhepunkt: Der Kopfstoß von Linksverteidiger Benoit Assou-Ekotto gegen seinen Mitspieler Benjamin Moukandjo kurz vor Spielende. "Ich hasse es, so etwas zu sehen. Das ist nicht akzeptabel. Das war eine Schande und wird Konsequenzen haben", sagte Nationaltrainer Volker Finke, der nach dem vorzeitigen Aus in der Vorrunde selbst vor der Demission steht. "Entschuldigung für dieses Ergebnis. Aber es ist nicht der Moment, über solche Dinge zu sprechen", so der 66-Jährige. Man müsse alles "erst einmal aufarbeiten" und einen "kühlen Kopf" bekommen.

+++ Kroatien: Sonderlob für Mandzukic und die Wolfsburg-Fraktion +++

Mit 4:0 bügelte Kroatien Kamerun vom Feld und träumt nun vom Achtelfinale. "Es hätte nicht besser laufen können. Alle sind happy", sagte Matchwinner Mario Mandzukic, der als Doppel-Torschütze in Erscheinung trat und deshalb jede Menge Sonderlob einheimste: "Mario ist wichtig für die Bayern. Aber für die kroatische Nationalmannschaft ist er fast noch wichtiger", sagte Kapitän Darijo Srna. "Er würde für seine Mannschaft sterben", meint Linksverteidiger Danijel Pranjic. "Er ist nicht nur ein Torjäger. Marios Einstellung wertet jede Mannschaft auf und hat auch Einfluss auf den Gegner", adelte sein Trainer Niko Kovac, der auch das Wolfsburger Duo Ivica Olic und Ivan Perisic, die ebenfalls trafen, lobte: "Diese drei Jungs aus der Bundesliga, das ist die Creme de la Creme."

+++ England: Kritik und Häme für die "Three Lions" +++

Nach dem 1:2 gegen Uruguay, der zweiten Niederlage bei dieser WM, hagelte es für die "Three Lions" harsche Kritik in den heimischen Medien . Der englische Comedian Simon Brodkin alias Jason Bent legte via Twitter nun einen hämischen Kommentar nach und schrieb: "Ich habe jahrelang darauf gewartet, dass England spielt wie Spanien. Jetzt ist es soweit." Weltmeister Spanien scheierte am Mittwochabend nach einer 0:2-Niederlage gegen Chile überraschend schon in der Gruppenphase.

+++ Algerien: Hohe Erwartungen und ein Trainer-Trauma +++

Algerien ist mit einer 1:2-Niederlage gegen Belgien in die WM 2014 gestartet und steht vor dem zweiten Gruppenspiel am Sonntag (21 Uhr MESZ, Porto Alegre) schon mit dem Rücken zur Wand. Bei der vierten Endrunden-Teilnahme der Afrikaner nach 1982, 1986 und 2010 ist die Erwartungshaltung riesig. Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika schickte deshalb ein Schreiben voller Pathos und Aufmunterung an die Mannschaft in Brasilien. Unter Druck steht besonders Trainer Vahid Halilhodzic, der das ambitioniert gesteckte Ziel "Achtelfinale" in die Realität umsetzen soll. Pikant: Sein Nachfolger steht offensichtlich schon bereit. Nach der WM soll der Franzose Christian Gourcouff übernehmen. Es wäre nicht das erste Trainer-Trauma für Halilhodzic. Vor vier Jahren führte der knorrige Bosnier die Elfenbeinküste zur WM nach Südafrika, wurde aber kurz vor dem Turnier durch den Schweden Sven Göran Eriksson ersetzt.

+++ Deutschland: DFB-Tross in Fortaleza gelandet +++

Um 22.27 Uhr (Ortszeit) landete die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Fortaleza, dem Spielort des zweiten Gruppenspiels gegen Ghana (Samstag, 21 Uhr MESZ) und bezog dort Quartier. Das Thermometer zeigte noch immer 27 Grad an und lieferte so einen Vorgeschmack auf das, was die DFB-Auswahl während des Spiels zu erwarten hat: Hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit im heißen Nordosten Brasiliens.

+++ Balotelli und der königliche Kuss +++

Mario Balotelli

Ein Kuss von der Queen? Mario Balotelli hätte gerne eine besondere Belohnung. imago

Nach dem 1:2 gegen Uruguay sind Englands Chancen auf ein Weiterkommen beträchtlich gesunken. Fest steht: Das Schicksal der "Three Lions" liegt in den Händen der Italiener. Nur wenn die erst Costa Rica und dann Uruguay schlagen, haben die Engländer überhaupt noch eine Chance aufs Achtelfinale. Das hat auch Mario Balotelli mitbekommen. Das italienische Enfant terrible hat eine besondere Belohnung im Sinn: "Wenn wir Costa Rica schlagen, will ich einen Kuss, natürlich auf die Wange, von der UK Queen", schrieb der 23-Jährige auf Twitter.

+++ Hodgson schließt Rücktritt nicht aus +++

Englands Nationalcoach Roy Hodgson war nach der Pleite gegen Uruguay natürlich gar nicht zum Spaßen zu Mute. Auch einen Rücktritt schloss der 66-Jährige nicht mehr aus: "Ich habe nicht das Bedürfnis, zurückzutreten, nein. Allerdings: Wenn der Verband glaubt, dass ich nicht mehr der Richtige bin für den Job..."

+++ Randale in Sao Paulo +++

Am Rande des Duells zwischen England und Uruguay kam es in Sao Paulo erneut zu Tumulten. Ein Protestmarsch von etwa 1300 Demonstranten artete in Randale aus. Vermummte Demonstranten schossen Feuerwerkskörper auf Polizisten, rissen Mülleimer aus Verankerungen und demolierten Autos. Die Polizei setzte im Gegenzug Tränengas ein. Über mögliche Verletzte oder Festnahmen gab es zunächst keine Angaben. Zuvor hatten nach Polizeiangaben rund 1300 Menschen an einerDemonstration für kostenlose Fahrtickets in öffentlichen Bussen und Bahnen teilgenommen. Die Veranstalter sprachen dagegen von bis zu 6000 Teilnehmern.