Bundesliga

Dortmunds Axel Witsel: "Fühle mich wie ein neuer Spieler"

BVB-Routinier nimmt hohe Ziele ins Visier und fordert Konstanz

Witsel: "Ich fühle mich wie ein neuer Spieler"

Dortmunds Axel Witzel fordert, das Level über die gesamte Spielzeit hochzuhalten.

Dortmunds Axel Witzel fordert, das Level über die gesamte Spielzeit hochzuhalten. imago images/Revierfoto

Wie viele Gesichter Axel Witsel noch kannte, als er am Donnerstag im Trainingslager von Borussia Dortmund eintraf, ist nicht überliefert. Sonderlich viele dürften es jedenfalls nicht gewesen sein. Das Trainerteam um Marco Rose ist neu für ihn, ebenso die frisch verpflichteten Donyell Malen, Gregor Kobel, Adboulaye Kamara und Soumaila Coulibaly sowie ein Großteil der zahlreichen U-19- und U-23-Spieler, die den BVB diesmal begleiten.

Witsel: "Es war eine lange Zeit ohne das Team"

Ja, man kann wohl durchaus festhalten, dass sich seit Witsels bislang letztem Spiel für die Borussia im Januar, als er sich in Leipzig die Achillessehne riss, einiges getan hat beim BVB. "Ich fühle mich, als wäre ich ein neuer Spieler", gibt Witsel dann auch zu, als er am Freitag in der täglichen Medienrunde der BVB vorbeischaut. "Es war eine lange Zeit ohne das Team. Ich habe die meisten der Jungs und aus dem Staff seit sechs Monaten nicht gesehen. Umso glücklicher bin ich, wieder hier zu sein."

Am Donnerstag endete der EM-Urlaub des Belgiers. Dass er ihn überhaupt bekam, grenzt an ein kleines medizinisches Wunder. Im Januar, als Witsel operiert werden musste, spielte die Europameisterschaft keine Rolle mehr in seinen Planungen, verrät der 32-Jährige am Freitag. Ende März aber, als er richtig mit der Reha beginnen konnte, "da habe ich daran geglaubt, dass ich es zur EM schaffen kann - und Gott sei Dank habe ich es ja auch geschafft".

Selbstverständlich war das nicht. Auch nicht, dass er gleich wieder eine tragende Rolle im belgischen Team übernehmen würde. Vier Spiele absolvierte er bei der kontinentalen Endrunde, die für Belgien mit einer Viertelfinalniederlage gegen den späteren Europameister Italien endete. Die letzten drei davon über die volle Distanz. Und zwar, wie er sagt, "ohne jeden Schmerz". Der Urlaub danach war wohlverdient.

Anders als seine Teamkollegen Emre Can, Raphael Guerreiro und Mats Hummels, die kleinere und größere Blessuren mit in die Schweiz brachten, will Witsel sofort eingreifen. Am Samstag bereits könnte er laut eigener Aussage das erste Mal mit der Mannschaft auf dem Platz stehen. Es gilt keine Zeit zu verlieren mit Blick auf den Pflichtspielauftakt im Pokal gegen Wehen-Wiesbaden eine Woche später.

Witsel hat bei Rose ein "sehr gutes Gefühl"

Bei seinem neuen Trainer Rose hat Witsel nach den ersten gemeinsamen Gesprächen ein "sehr gutes Gefühl". Dem Routinier, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, ist nicht verborgen geblieben, dass die Intensität im Training hoch ist, Rose viel verlangt. "Anders" sei das Gefühl im Vergleich zu den Vorbereitungen in den Jahren zuvor. Witsel ist das nur recht, wie sein Kapitän Marco Reus nimmt auch er große Ziele ins Visier. "Jeder", sagt er, "will doch ein Champion sein." Dazu aber müsse die Mannschaft konstanter werden, weniger Wellenbewegungen zeigen. "Wir dürfen nicht einmal super spielen und dann zweimal wieder nicht so gut. Unsere wichtigste Aufgabe wird deshalb sein, das Level über die komplette Spielzeit hochzuhalten. Gelingt uns das, können wir Großes erreichen."

Seine Mitspieler täten wohl gut daran, auf den 32-Jährigen zu hören. Spätestens seit seinem Blitz-Comeback zur Euro darf man Witsel attestieren, dass er weiß, wovon er spricht.

Matthias Dersch

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