2. Bundesliga

Wird Mutzel für den HSV jetzt deutlich teurer?

Aufsichtsrat segnete Einigung nicht ab, Gütetermin ist gescheitert

Wird Mutzel für den HSV jetzt deutlich teurer?

"Ich will nicht, dass es eine Schlammschlacht gibt": Michael Mutzel.

"Ich will nicht, dass es eine Schlammschlacht gibt": Michael Mutzel. IMAGO/Oliver Ruhnke

Unmittelbar vor dem Zweitligastart hatte der HSV seinen Sportdirektor Michael Mutzel freigestellt, das Arbeitsgericht aber hatte dem 43-Jährigen Recht gegeben, dass es keine ausreichenden Gründe für die Trennung gab. Nachdem die Anwälte bezüglich einer Auflösungsvereinbarung Anfang August Einigung erzielt hatten, ließ der Aufsichtsrat den Deal jedoch platzen - am Dienstag, Mutzels Geburtstag, gab es auch beim Gütetermin keine Einigung.

Die Anwälte von Mutzel und dem HSV hatten im Sommer ausgehandelt, dass der frühere Profi eine Abfindung in Höhe von 400.000 Euro und zuzüglich die bis Juni 2023 ausstehenden Monatsgehälter bekommt. Das Kontrollgremium aber hatte dem Vergleich nicht zugestimmt, darauf wurde Mutzel dann vor rund sechs Wochen fristlos gekündigt, er erhält seitdem keine Gehaltszahlungen mehr.

"Wir sehen keinen Anlass, über 100.000 Euro zu reden"

Am Dienstag hatte der HSV als Abfindung 100.000 Euro geboten und war damit zwangsläufig abgeblitzt. Mutzel-Anwalt Wolfgang Steen deutlich: "Wir sehen keinen Anlass, über 100.000 Euro zu reden."

Schon bei der im August erzielten Einigung war der Ex-Sportdirektor dem Zweitligisten erheblich entgegengekommen. Hinzu kommt, dass das Gericht von Anfang an und nach wie vor klare Signale sendet, dass Mutzel im Prozess gute Karten hat. Das bedeutet: Dem HSV droht nun eine höhere Summe als die ausgehandelten 400.000 Euro.

Wenn sich beide Parteien im Januar vor Gericht erneut gegenüberstehen, geht es nicht nur um die fristlose Kündigung, sondern auch um eine Klage auf Entfristung des Arbeitsvertrages. Mutzel machte vor Gericht zweierlei deutlich: "Ich will nicht, dass es eine Schlammschlacht gibt." Und: "Ich habe durch die Vorgänge eine erhebliche Rufschädigung erlitten. Trotz allem war und bin ich an einer Lösung interessiert."

Sebastian Wolff

Altersranking der Zweitligisten: Wer setzt auf die jüngsten Spieler?