Bundesliga

Wird Adler der große Verlierer?

Fazit des Trainingslagers des Hamburger SV

Wird Adler der große Verlierer?

Zieht er im Zweikampf um die Nummer eins im HSV-Tor den Kürzeren? René Adler.

Zieht er im Zweikampf um die Nummer eins im HSV-Tor den Kürzeren? René Adler. imago

Aus Hamburgs Trainingslager in Dubai berichtete Sebastian Wolff

Wer sind die Gewinner und wer die Verlierer?

René Adler ist mit dem klaren Ziel in die Wüste geflogen, seinen Status als Nummer eins zu zementieren, seit den Tagen von Dubai aber ist dieser unklarer denn je unter Gisdol. "Beide haben den Anspruch zu spielen", hatte der Coach vor dem Abflug einen Zweikampf zwischen dem Ex-Nationalkeeper und Christian Mathenia ausgerufen. Das Problem: Adler konnte die letzten Tage nicht mehr kämpfen, setzte mit Adduktorenproblemen aus und verpasste auch den finalen Test. Schon die Vorentscheidung im Duell um den Platz im Tor?

Zu den Verlierern gehört schon jetzt auch Aaron Hunt. Der Regisseur spielt bei Gisdol nur noch eine Nebenrolle, am Freitag gegen die Chinesen gehörte er nicht zum Kader, damit eine mögliche Verletzung einen angestrebten Vereinswechsel nicht gefährdet. Zu den Gewinnern gehört Neuling Mergim Mavraj, der auf Anhieb andeutete eine wertvolle Verstärkung zu sein. Auch Matthias Ostrzolek zählt zu dieser Kategorie: Während Gotoku Sakai nach seiner zwischenzeitlichen Umschulung wieder auf die rechte Abwehrseite zurück gekehrt ist, hat sich der gelernte Linksverteidiger auf der Doppelsechs etabliert: Ostrzolek besticht durch Aggressivität und Zweikampfstärke, ist in der neuen Rolle wichtiger denn je für den HSV.

Wer kommt noch? Wer soll gehen?

Der Wechsel von Kyriakos Papadopoulos steht unmittelbar bevor, der von Leverkusen an Leipzig ausgeliehene Verteidiger soll auf Leihbasis bis Sommer kommen und eine weitere Alternative für die Abwehr sein. Mit Johan Djourou und Mavraj hatte Gisdol in Dubai nur zwei gesunde Profis für die Innenverteidigung, mindestens ein weiterer zentraler Defensivmann soll noch kommen. Gehen darf ein Trio: Nabil Bahoui hat ebenso die Freigabe wie Alen Halilovic, an dem nun der FC Valencia Interesse bekundet. Auch Hunt würden keine Steine in den Weg gelegt, lose Kontakte gibt es in die Türkei.

Markus Gisdol, Trainer Hamburger SV

Würde gerne noch einen zentralen Defensivmann in Hamburg begrüßen: Markus Gisdol. imago

Gibt es Verletzte?

Während Adler lediglich die letzten Tage in Dubai fehlte, verpasste Gideon Jung wegen einer am ersten Tag erlittenen Bänderdehnung im Sprunggelenk die komplette Zeit in der Wüste und reißt ein Loch in Gisdols Planungen - der Allrounder war zuletzt als Innenverteidiger gesetzt, sollte ursprünglich Ende des Trainingslagers wieder einsteigen, konnte aber lediglich individuell mit Ball arbeiten und droht zum Start in Wolfsburg auszufallen. Offenbar nur leicht angeschlagen ist Pierre-Michel Lasogga, der Freitag mit muskulären Problemen raus musste.

Hat sich jemand überraschend in den Vordergrund gespielt?

Die mitgereisten Youngster haben sich ordentlich präsentiert, insbesondere Finn Porath hat einen weiteren Schritt nach vorn gemacht, traf zudem beim 5:0 gegen Al Nasr. Ganz nah herangerückt aber ist keiner, Gisdols Startelf steht bis auf wenige offene Positionen: Im Tor ist noch keine finale Entscheidung gefallen, um den Platz in der Spitze duellieren sich Bobby Wood und Michael Gregoritsch. Erhält Wood ganz vorn den Vorzug, kämpft Gregoritsch um den Platz auf der Zehn gegen Lewis Holtby.

Wie ist die Stimmung nach dem Trainingslager?

Konzentriert und positiv. Schon vor Weihnachten hatte Gisdol den Stimmungsumschwung eingeleitet, mit dem Aussortieren von Emir Spahic scheint ein weiterer Schritt in diese Richtung gelungen zu sein. "Wir wollten die Atmosphäre im Team verändern", sagt der Coach.

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