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Wirbel um "Barçagate": Messi findet es "wirklich seltsam"

Schwere Anschuldigungen gegen Barcelonas Vereinsführung

Wirbel um "Barçagate": Messi findet es "wirklich seltsam"

Josep Maria Bartomeu und Lionel Messi.

Josep Maria Bartomeu und Lionel Messi. imago images (2)

Der spanische Radiosender "Cadena Ser" hatte darüber berichtet, dass die Katalanen für eine Million Euro eine Agentur namens "13 Ventures" damit beauftragt hätten, sowohl aktuelle Spieler wie Messi und Piqué, aber auch ehemalige Akteure sowie Funktionäre (Pep Guardiola, Xavi, Carles Puyol, Ex-Präsident Joan Laporta oder Präsidentschaftskandidat Victor Font) in den sozialen Medien schlecht aussehen zu lassen. Ziel sei es gewesen, Präsident Josep Bartomeu und dessen Vorstand zu stärken und die Gegner der aktuellen Führung zu diskreditieren. Durch die Diffamierung der Spieler sollte sie bezüglich der sportlichen Misere aus der Schusslinie geraten und die Verantwortung auf die Sportler abgewälzt werden.

Der Klub hat die Anschuldigungen inzwischen dementiert, Bartomeu allerdings eine Zusammenarbeit mit "13 Ventures" eingeräumt. Hierbei sei es aber nur um "Monitoring" gegangen, sprich: ein Stimmungsbild zu bekommen, wie Barça in den sozialen Medien so dastehe. Man habe aber "nie irgendeine Dienstleistung bestellt, die andere diskreditieren sollte". Der Präsident kündigte zudem rechtliche Schritte an, man habe den Vertrag mit der Firma inzwischen aufgelöst.

Wir müssen abwarten und schauen, ob es wahr ist oder nicht. Für mich ist das eine wirklich seltsame Angelegenheit.

Lionel Messi

Inzwischen hat sich auch Messi zu Wort gemeldet. "Ich war etwas überrascht, weil ich gerade auf Reisen war", sagte der Argentinier im Interview mit "Mundo Deportivo". Inzwischen habe er "ein bisschen was herausgefunden", Bartomeu hat bereits das Gespräch mit den Kapitänen (Messi, Piqué, Sergi Busquets und Sergi Roberto) gesucht. "Der Präsident hat uns das Gleiche gesagt, was er auch der Öffentlichkeit und auf der Pressekonferenz gesagt hat. Ich kann nicht viel mehr sagen." In den folgenden Worten Messis schwingt durchaus Skepsis mit: "Die Wahrheit ist, dass es etwas merkwürdig ist, dass solche Dinge passieren. Aber es hieß ja auch, es würde Beweise geben. Wir müssen abwarten und schauen, ob es wahr ist oder nicht. Für mich ist das eine wirklich seltsame Angelegenheit."

Sollte sich die "Angelegenheit" bewahrheiten, wäre sie schlicht ungeheuerlich. Laut der Recherchen soll 13 Ventures sechs Social-Media-Konten erstellt haben, mit diesen Accounts sollen dann negative Nachrichten verbreitet worden sein. Bartomeu bestätigte, dass dies auch geschehen sei, aber nicht auf Barcelonas Drängen hin.

Spott über Guardiolas Auto-Unfälle

Der "Spiegel" listet einige Einträge auf, so zum Beispiel den von "Alter Sports", einem der Accounts, vom 13. Januar 2020. Hierbei ist ein Foto von Guardiola zu sehen, mit folgendem Text: "Der Typ hat in vier Jahren Manchester vier Luxusautos geschrottet, er kann so wenig Autofahren wie eine Champions League ohne Messi gewinnen." 2017 wurde auf einem anderen angeblich von 13 Ventures betriebenen Account namens "Sports Leaks" geschrieben, Messi würde seine Vertragsverlängerung verheimlichen, um den Klub zu "destabilisieren". Auch über Piqué wurde im Rahmen seiner Davis-Cup-Aktivitäten negativ berichtet. Der Abwehrchef bezeichnete inzwischen einen spanischen Journalisten, der sich in der Angelegenheit pro Bartomeu geäußert hatte, via Twitter als "Marionette".

2021 stehen bei Barça Präsidentschaftswahlen an

Am Freitag soll sich das Barça-Präsidium zusammenfinden, um erneut über die Vorfälle zu sprechen. Im Jahr 2021 stehen übrigens wieder Präsidentschaftswahlen an. Bartomeu selbst wird allerdings nach zwei Amtszeiten nicht noch einmal antreten. "Ich werde nicht wieder für die Präsidentschaft des Vereins kandidieren", sagte er im September 2019. In der derzeitigen Geschäftsführung des Klubs gebe es aber Leute, "die bereit sind, den Klub bei den nächsten Wahlen zu übernehmen. Bis zum Juni 2021 ist es jedoch noch ein langer Weg."

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