Bundesliga

"Wir wissen, dass es noch Zeit braucht" - Wolfsburg: Arnolds Bitte um Geduld

Remis gegen Aufsteiger weder Fisch noch Fleisch

"Wir wissen, dass es noch Zeit braucht" - Wolfsburg: Arnolds Bitte um Geduld

Maximilian Arnold ist neuer Kapitän der Wölfe.

Maximilian Arnold ist neuer Kapitän der Wölfe. IMAGO/Nordphoto

War das Glas nun halbleer oder halbvoll? Maximilian Arnold wusste es nicht so recht. "Wenn man bis zur 84. Minute 1:2 zurück liegt, muss man froh sein, wenn man noch den Ausgleich schießt", befand Wolfsburgs neuer Kapitän nach dem 2:2-Unentschieden im ersten Saisonspiel gegen Aufsteiger Werder, das für ihn auch einigen Anlass für Kritik bot. "Insbesondere in der 1. Halbzeit können wir mit der Leistung nicht zufrieden sein, die wir auf den Platz gebracht haben. Die ersten zehn Minuten gingen klar an Bremen."

Arnold erkennt Schwächen und warnt vor den Bayern

Aber auch nach der dann überraschenden, schnellen Wolfsburger Führung durch Lukas Nmecha und einer weiteren Großchance lief es nicht wirklich rund bei den "Wölfen". "Wir haben sorglos verteidigt", so Arnold zu den beiden Gegentoren, die noch im ersten Durchgang folgten. "Die Fehler wurden eiskalt bestraft. So laufen wir ziemlich lange der Musik hinterher, aber wir haben nie aufgesteckt und in der 2. Halbzeit verdient den Ausgleich erzielt."

Schon richtet sich der Blick auf die nächste Aufgabe, die die Niedersachsen ausgerechnet zum FC Bayern führt, der tags zuvor gegen Frankfurt überragend gestartet war. Arnolds Blick auf den Rekordmeister und die Fehlerquote im eigenen Team lässt ihn warnende Worte finden: "Nach Freitagabend sollten wir das ganz schnell ändern. Dass wir gegen Bayern anders verteidigen müssen, ist schon klar. Wir müssen alle zu 110 Prozent funktionieren. Dann ist etwas möglich."

Automatismen noch nicht ausgereift

Auch der Wille müsse dazukommen, wie in der zweiten Halbzeit gegen Bremen. "Ich glaube schon, da wollten wird unbedingt. Manche Jungs sind übers Limit hinausgegangen. Einige waren schon recht müde." Was sicher auch noch mit den noch nicht reibungslosen Abläufen im Team zusammenhängt, die im Moment noch einen gewissen Mehraufwand erfordern. "Man kann an allem noch ein bisschen drehen, aber man darf eins nicht vergessen: Wir haben jetzt seit sieben Wochen einen neuen Trainer", bittet Arnold um Geduld. "Wenn wir eins in den letzten Jahren gesehen haben, dann, dass alles im Fußball ein bisschen Zeit braucht."

Als Leader fühlt sich der langjährige Wolfsburger längst, nun ist Arnold erstmals auch noch offizieller Kapitän der Mannschaft. "Ich bin sehr froh darüber, es erfüllt mich mit Stolz und es ist eine Ehre", gesteht der 28-Jährige ein. Aber: "Ich bin nicht anders reingegangen als in den Spielen davor." Eigentlich habe er bei seinem Debüt nur einen einzigen echten Unterschied zu früher gespürt, fügt er in Bezug auf die Binde augenzwinkernd hinzu: "Es ist ein bisschen enger am Arm gewesen."

Michael Richter

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